Letzte Infos zur Regensburger Dackelparade: Ausnahmezustand auf 1732-mal vier Pfoten

Am Sonntag herrscht Ausnahmezustand in Regensburg. Der Grund dafür ist die Dackelparade, die alle Dimensionen und Rekorde sprengt.
Es waren Momente der Ruhe inmitten der turbulenten Vorbereitungszeit. Am Donnerstag feierten die Dackelmuseum-Macher Seppi Küblbeck und Oliver Storz ihren neunten Hochzeitstag und besuchten zu diesem Anlass eine Andacht in der Stadtamhofer Spitalkirche. Dort erteilte ihnen Pfarrer Hermann Hierold den Segen für eine Veranstaltung, wie sie die Stadt noch nicht gesehen hat. Am Sonntag um 13.30 Uhr startet die erste Regensburger Dackelparade. Hier die letzten Informationen und Stimmen zum großen Fest der Vierbeiner:
Der Weltrekord ist beschlossene Sache
Zum offiziellen Meldeschluss waren exakt 1732 Dackel angekündigt. Hinzu kommen 3573 Zweibeiner als Begleitpersonal. Das Ende der Fahnenstange ist damit aber nicht erreicht. „Den ganzen Tag klingelt das Telefon, weil sich Leute nachträglich anmelden wollen. Es ist der Wahnsinn“, sagt Küblbeck.
Die Regensburger Veranstaltung wird daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ins Guinness Buch der Rekorde einziehen. Bei der bis dato weltgrößten Dackelparade in London waren im Mai dieses Jahres lediglich 342 Hunde am Start. Dieser Rekord wird in Regensburg pulverisiert werden. Die Erfassung wird unter anwaltlicher Aufsicht per Handzähler und Video-Aufzeichnung nach etwa einem Kilometer Marschlänge in der Weiße-Hahnen-Gasse vorgenommen – vor dem Dackelmuseum.
Der Zug hat eine Länge von über einem Kilometer
Abmarsch zur Dackelparade ist um 13.30 Uhr am Dultplatz. Von dort geht es zur Stadtamhofer Hauptstraße und über die Steinerne Brücke. In der Altstadt führt der Weg über die Weiße-Hahnen-Gasse, Goliath- und Wahlenstraße, Neupfarrplatz und Residenzstraße zum Domplatz. Der Zug wird bei vierreihiger Aufstellung über einen Kilometer lang sein, allein die Überquerung der Steinernen Brücke wird insgesamt gut 20 Minuten dauern.
Zuschauer sollen Brücke und Domplatz meiden
„Bitte nicht auf den Domplatz kommen, da wird es sonst zu eng“, lautet der Appell von Küblbeck an alle Schaulustigen. Gleiches gilt für die Steinerne Brücke. Am besten lässt sich das Spektakel in Stadtamhof und an den breiteren Streckenabschnitten in der Altstadt verfolgen. Der Domplatz ist den Teilnehmern vorbehalten, die dort von Pfarrerin Gabriele Kainz und Stadtdekan Roman Gerl den ökumenischen Dackelsegen erhalten.
Gute Wünsche von Rathaus und Königshaus
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer ist die Schirmherrin der Parade. Das Dackelmuseum, das erst seit knapp eineinhalb Jahren seine Heimat in der Domstadt hat, lobt sie als „Attraktion für Dackelfreundinnen und -freunde aus Regensburg und weit darüber hinaus“. Zur Veranstaltung selbst sagt sie: „Die Parade am Sonntag wird sicher ein besonderes Erlebnis. Ich wünsche allen, die dabei sind oder zuschauen, viel Vergnügen und einen wunderbaren Tag in Regensburg!“
Auch ein royaler Touch ist vorhanden, denn Herzogin Elisabeth von Bayern nimmt als Ehrengast an der Parade teil und fährt in der Kutsche mit. Ihr Onkel, Herzog Franz von Bayern, hat eine Grußadresse geschickt. „Dackel begleiten mich von Kindheit an“, ist dort zu lesen. „Als Schirmherr des Bayerischen Dachshundclubs ist mir sehr daran gelegen, mit dieser Parade auf eine wunderbare Hunderasse und ihre einzigartigen Eigenschaften hinzuweisen.“
Feiertag für Gastronomie, Handel und Hotellerie
Angesichts der großen Zahl an zusätzlichen Gästen in der Stadt winken Gastronomie, Handel und Hotellerie an diesem Wochenende schöne Umsätze. Dazu sagt Kathrin Fuchshuber, Chefin des Hotelvereins Regensburg: „Man muss den Machern vom Dackelmuseum dankbar sein. Sie bringen Regensburg mit einer guten Idee, Mut, Humor und viel Enthusiasmus international in die Positiv-Schlagzeilen.“
Sonst sei von der Stadt überregional immer nur dann etwas zu hören, „wenn Hochwasser ist, irgendetwas nicht funktioniert oder irgendwer abgestochen wird“. Die Hoteliers sind über die Beherbergung von Teilnehmern hinaus bestens auf die Dackelparade eingestellt, wie diese beiden Beispiele zeigen: In der Bar von Fuchshubers Münchner Hof gibt’s einen „Frankfurtini“, einen „Dirty Martini mit homemade Wurstwaser“, für den auf der Karte James Bond samt Dackel wirbt. Vor den „Logen-Plätzen“ des Hotels Goliath weist die gesamte Fensterfront auf die Parade hin.
„Das Wohl der Dackel steht an erster Stelle“
Wenige Tage vor der Parade wurde Kritik von der Tierschutzorganisation Peta laut, die Dackel als „Qualzuchten“ bezeichnet. Dieses Störfeuer ärgerte Küblbeck und Storz zwar kurzzeitig, doch aus dem Konzept bringen ließen sie sich davon nicht. Das Duo vom Dackelmuseum kann für sich reklamieren, den Grundsatz „Das Wohl der Dackel steht an erster Stelle“ von Anfang an als oberste Richtschnur der Veranstaltung festgelegt zu haben. Konkret zeigt sich das an unzähligen Wasserstellen für die Vierbeiner, einer durchgehenden tierärztlichen Begleitung der Parade oder auch an einer moderaten Lautstärke der Musik.
Der Tag beginnt am DEZ – und endet im Fernsehen?
Für auswärtige Besucher ist am Sonntag der Parkplatz vom Donau-Einkaufszentrum geöffnet. Von dort fahren alle sechs Minuten Busse zum Dultplatz. Am Ende des Tages hofft Küblbeck auf einen Bericht in den ARD-„Tagesthemen“. „Wenn am Sonntag nicht allzu viel Schlimmes auf der Welt passiert, kommt dort ein Beitrag − und dann war es ein guter Tag.“

