Dackelfreunden ist kein Weg zu weit: Zur Regensburger Parade kommen sie bis aus dem Ausland

Von Marion Neumann · 16. September 2024 um 19:00

Sie kommen aus Baden-Württemberg, Rheinhessen und sogar aus der Schweiz: Zur großen Dackelparade am 22. September nehmen Herrchen und Frauchen mit ihren Vierbeinern viele Kilometer Anfahrt in Kauf. Drei Hundebesitzer erzählen, warum sie bei dem Event in Regensburg unbedingt dabei sein wollen.

Dass die rheinhessischen Rauhaardackel Kira, Alina, Elisabeth und Irmgard am Sonntag bei der großen Dackelparade in Regensburg dabei sein werden, steht für Andrea Christ schon lange fest. „Das ist eine lustige Geschichte“, sagt die Hundebesitzerin, „es ging damit los, dass ich einen Fernsehbeitrag über das Dackelmuseum in Passau gesehen habe – und einen Dackelwein hingeschickt habe“.

Dackelwein für das Dackelmuseum

Dackelwein für das Dackelmuseum von Seppi Küblbeck und Oliver Storz: Das passt einfach, dachte sich Christ. Passend zur Zucht „Dackel vom Wiesbachtal“ vertreibt das Weinhaus Christ-Laubenheimer unter dem Motto „Drei Größen – drei Haararten – drei Rebsorten“ besondere Weine – und auch der „Dackel-Secco“ darf im Angebot nicht fehlen. „Nachdem ich ein paar Flaschen geschickt habe, wollte der Seppi den Wein in den Museumsshop aufnehmen – und seitdem sind wir dabei.“

Was folgte, waren Besuche vor Ort in Passau und später in Regensburg. Als feststand, dass es in der Domstadt eine Dackelparade geben soll, war für Christ klar, dass die Familie zu diesem Termin anreist. „Die Dackel sind immer und überall dabei. Sie waren schon in München und Berlin und sind dort mit der U-Bahn gefahren.“

Hunde mit Parade-Erfahrung

Sogar Parade-Erfahrung bringen einige ihrer Vierbeiner schon mit. Nicht nur in Passau, auch in München waren die Hunde 2022 beim „Dackel-Day“ anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Olympischen Spiele zu Gast. Aufregend wird die Veranstaltung in Regensburg, für die 1500 Teilnehmer erwartet werden, für alle Beteiligten dennoch. „Unsere älteste Hündin ist vierzehneinhalb Jahre alt. Sie ist nicht mehr so gut zu Fuß und wird deshalb ein Stück im Bollerwagen mitfahren. Die Jüngste ist neun Monate alt und muss vieles noch lernen.“

Unterkommen wird die Familie, die mit einer Gruppe – insgesamt 13 Teilnehmer und zwölf Dackeln – aus Rheinland-Pfalz anreisen wird, in einer Ferienwohnung in Langquaid. Allzu lange wird der Aufenthalt dort allerdings nicht dauern. Der Weinhandel ruft. „Wir kommen am Samstag an und am Montag geht es schon wieder zurück“, sagt Christ, „da gerade die Traubenlese begonnen hat, müssen wir da sein, wenn der Pächter den Most übergeben möchte“.

Dackelparade in Regensburg: „Eine tolle Gelegenheit“

Auch Carla und Rainer Grießer aus Gengenbach, der Heimatstadt von Oliver Storz, kommen für das Event mit ihrem Sohn und Zwergdackel Snickers nach Regensburg. Die „Dackelfreunde“ haben den Hund, der bald seinen vierten Geburtstag feiert, während der Corona-Zeit vom Züchter geholt. Seitdem ist er ein fester Bestandteil der Familie. „Wir sind in der Lebenshilfe tätig und nehmen Snickers mit in die Arbeit. In der Werkstatt kommt er bei den Menschen mit Behinderung sehr gut an“, sagt Rainer Grießer.

Die rund 400 Kilometer Fahrt nehmen die Grießers für die Parade gerne in Kauf. „Bisher hat es sich nicht ergeben, dass wir das Dackelmuseum besuchen. Das jetzt ist eine tolle Gelegenheit“, erklärt Carla Grießer. Um die Anmeldung zur Parade ja nicht zu verpassen, habe sie vor dem Computer auf die Freischaltung der Internetseite gewartet. „Wir waren tatsächlich einer der Ersten.“

Besondere Ehre für Zwergdackel Snickers

Mit ausreichender Vorplanung habe es auch mit einer Übernachtungsmöglichkeit in Regensburg gut geklappt. Die Grießers wohnen für ein verlängertes Wochenende in einem Hotel mitten im Zentrum. „Samstag wollen wir Sightseeing machen“, sagt Carla Grießer, „und wir hoffen, dass am Sonntag auch nach der Parade noch etwas los sein wird in der Stadt“.

Besondere Vorbereitungen – etwa in Form eines Besuchs beim Hundefriseur – braucht Snickers im Vorfeld nicht mehr. „Er hat ja kurze Haare“. Nur ein Termin zum Krallenschneiden beim Tierarzt, der stehe für den Vierbeiner noch an. Dann ist der Zwergdackel auch schon gerüstet für seinen Auftritt, bei dem ihm eine besondere Ehre zuteilwerden wird: Als Vertreter seines Bundesland darf er das „Täfele“ für Baden-Württemberg tragen.

Dackel-Delegation aus der Schweiz

Mit einer großen Delegation reist außerdem der Schweizerischer Dachshund-Club aus dem Ausland an. „Insgesamt werden über 50 Leute aus der Schweiz kommen“, sagt Ehrenmitglied Doris Vetsch. Die Züchterin lebt mittlerweile mit ihren elf Dackeln über der Grenze im baden-württembergischen Amtzell, ist aber weiterhin im Club aktiv und hat zusammen mit einem Kollegen eine Busfahrt nach Regensburg organisiert. „Gestartet wird in Pfeffikon“, sagt Vetsch, „über das Rheintal geht es weiter Richtung Bregenz und dann nach Wangen“.

Bei der Parade am Zielort in Regensburg werde sich der Club in einheitlichen Polo-Shirts präsentieren. „Damit man auch sieht, dass wir die Schweizer Delegation sind.“ Für Vetsch, die seit 1987 züchtet, gehe es bei der Veranstaltung auch darum, „ein Zeichen für den Dackel“ zu setzen. „Der Dackel ist keine Qualzucht“ sagt sie in Bezug auf eine Novelle des Tierschutzgesetzes, die kürzlich in den Bundesrat eingebracht wurde, „die Züchter in den Clubs halten sich an strenge Auflagen“.

Große Reise für Zwergdackel Snickers: Carla und Rainer Grießer fahren rund 400 Kilometer. Foto: Carla Grießer
Doris Vetsch, hier mit Langhaardackel Wilson, hat die Fahrt aus der Schweiz mitorganisiert. Foto: Maria Antich