„Be Orange!“: Das Korallen-Riff an Regensburgs spektakulärstem Gebäude wächst zusammen

Von Jonas Raab · 10. Dezember 2024 um 15:00

Das ist puzzeln für Experten: Am „Be Orange!“ wächst seit Anfang der Woche ein besonderes Korallen-Riff zusammen. Bis die konzeptgebende 3D-Fassade des Bürogebäudes in der Regensburger Fritz-Fend-Straße fertig ist, werden aber noch ein paar Monate ins Land ziehen.

Es mutet durchaus wie eine Sisyphusarbeit an, die zwei Handwerker mithilfe zweier Kräne verrichten: 1000 orangefarbene Einzelteile wollen an dem Kubus montiert werden. Die Ecken seien besonders „verzwickt“, sagt Bauherr Stephan Schimpel. „Die müssen im Lot sein.“ Tatsächlich geht es im Inneren des Gewebes wesentlich schneller voran als an den Rändern.

Zwischen jedem der Elemente gibt es einen Spielraum von nur wenigen Zentimetern. „Das ist Feinmechanik“, sagt Schimpel, Eigentümer des Gebäudes, in dem Büros, Praxen, Kanzleien, Einzelhändler und Gastronomen ein Zuhause finden sollen und es teils schon gefunden haben.

Läuft alles nach Plan, wird die Westfassade des seit geraumer Zeit für Aufsehen sorgenden Architektur-Projekts noch diese Woche fertig. Dann ist Winterpause. „Mir war es wichtig, dass eine Seite heuer noch gemacht wird“, sagt Schimpel. Das begründet er so: Zum einen sei die Fassade „ein Thema“; deshalb wolle er demonstrieren, „wie es wird“. Zum anderen erhofft sich Schimpel Aufschluss darüber, ob wirklich alles so klappt wie geplant. Heißt: Ob Unter- und Oberkonstruktion zusammenpassen. „Zu Überraschungen kann es immer kommen. Aber ich bin guter Dinge.“

Besondere Fassade für Bürogebäude in Regensburg: „Wir müssen schnell sein“

Damit alles möglichst reibungslos verläuft, probte die Firma Ende August schon einen Testlauf – denn der anberaumte Zeitplan ist knapp. Zwei Minuten für jedes Element waren ursprünglich angedacht. „Auf einen Lastwagen passen 40 dieser Elemente, insgesamt sind es 1000, die verbaut werden – wir müssen also sehr schnell sein, um die Behinderungen auf ein Mindestmaß zu beschränken“, erklärte Schimpel damals.

Heute zeigt die Praxis: Zwei Minuten waren zu sportlich geschätzt. Voran geht es aber allemal. Stück für Stück. Zu Behinderungen kommt es nicht. Anders wird das wohl im Frühling sein – zumindest, wenn die an der Fritz-Fend-Straße verlaufende Nordseite an der Reihe ist

Ende der Woche soll die komplette Westfassade von einer orangefarbenen Korallen-Struktur umgeben sein.