Umbau des Regensburger Bahnhofsvorplatzes erreicht Etappenziel – CSU ist weiter dagegen

Von Rainer Wendl · 9. Dezember 2024 um 17:00

Eine der umstrittensten Straßenbaumaßnahmen Regensburgs hat heimlich, still und leise ein wichtiges Etappenziel erreicht. Die Kontroverse dauert ungeachtet dessen an.

Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ist im westlichen Bereich fertiggestellt, inklusive der Wendeschleife auf Höhe des Bahnpost-Gebäudes. Seit wenigen Tagen ist diese für den Verkehr freigegeben.

Während das Thema seit jeher von reichlich politischem Getöse begleitet wird, läuft seine voraussichtlich 870 000 Euro teure Umsetzung also völlig reibungslos. „Die Straßenbauarbeiten liegen derzeit im Zeit- und Kostenrahmen“, bestätigt auch die städtische Pressestelle. Die Gesamtfertigstellung der Maßnahme sei nach wie vor für Mai 2025 vorgesehen. Bis zur Winterpause würden noch kleinere Restarbeiten durchgeführt, bevor etwa ab März der Endspurt beginnen soll.

Flixbus kann zurückkehren

Die erfolgte Teil-Fertigstellung ermöglicht aus Richtung Westen kommenden Autos und Bussen nun wieder ein geordnetes Wenden vorm Hauptbahnhof. Als die Baustelle im Spätsommer eingerichtet worden war, hatten vor allem Busse ein Problem damit. Mehrmals am Tag waren waghalsige Manöver zu beobachten, bei denen die riesigen Fahrzeuge mitten auf der Bahnhofsstraße quer standen und beim Rangieren zwangsläufig auch Fuß- und Radwege mitbenutzten.

Nach einigen Tagen hatten die Stadt und das Fernbus-Unternehmen diesem potenziell gefährlichen Treiben ein Ende gesetzt und die Haltestelle in die Maxstraße verlegt. Jetzt heißt es „Kommando zurück“: Nach Auskunft der Stadt weiß man bei Flixbus über die Freigabe der Wendeschleife Bescheid und wird ab Mitte dieser Woche wieder seine ursprüngliche Haltestelle in der Bahnhofsstraße ansteuern.

Alle Verkehrsprobleme in dem Bereich sind damit aber nicht behoben, zumindest nicht aus Sicht der CSU-Stadtratsfraktion. „Verkehrsberuhigung am Bahnhof – das dürfte ziemlich einzigartig sein. Das ist nicht die Lösung“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidl und stellt klar: „Wir sind unverändert der Ansicht, dass die Unterbrechung der Durchfahrt am Bahnhofsvorplatz wieder rückgängig gemacht werden muss.“

„Haben Thema am Schirm“

Dies sei sowohl im Sinne eines besseren Verkehrsflusses als auch im Interesse der Gewerbetreibenden im Umgriff, die unter der aktuellen Regelung leiden würden. Obwohl diese Meinung der CSU seit jeher klar formuliert war, fielen die zur Unterbrechung der Durchfahrt gehörenden Beschlüsse im Stadtrat wegen der damals noch geltenden Koalitionsdisziplin stets einstimmig aus. Jetzt ist die CSU bekanntlich wieder „frei“, weshalb Schmidl versichert: „Wir haben das Thema weiterhin auf dem Schirm.“

Durchfahrt nur für Linienbusse frei

Planung: Der gesamte zentrale Bahnhofsvorplatz soll laut Stadtratsbeschluss weiterhin vorrangig dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten bleiben. Allerdings wird zukünftig der von Westen kommende Linienbusverkehr über diesen Bereich geführt werden, muss sich dabei aber Fußgängern und Radlern unterordnen.

Entlastung: Diese Neuerung soll die Situation in der Albertstraße entschärfen, die für den Begegnungsverkehr von Bussen eigentlich zu eng ist. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden Busse hier nur noch in Ost-West-Richtung unterwegs sein.