Bizarre Wendemanöver in Regensburg: Wenn der Flixbus plötzlich quer steht

Die Umgestaltung des Regensburger Bahnhofsvorplatzes hat eine sonderbare und bisweilen gefährliche Begleiterscheinung. Abhilfe ist aber bereits in Sicht.
„Wenden in drei Zügen“ heißt ein Manöver, das jeder Fahrschüler beherrschen muss. Es kommt beispielsweise dann zur Anwendung, wenn man sich in eine Sackgasse verirrt hat.
Mit dem Auto ist dieses Umdrehen normalerweise kein Problem – wenn’s hektisch zugeht, werden aus drei eben fünf Züge. Mit einem Bus hingegen ist die Kehrtwende eine deutlich anspruchsvollere Angelegenheit, wie sich seit wenigen Tagen in der westlichen Bahnhofstraße beobachten lässt.
Hier fahren die Busse direkt auf eine Absperrung zu, seit die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes begonnen haben. Betroffen sind davon vor allem die Fahrzeuge des Unternehmens Flixbus, das am Dallmeier-/Bahnpost-Gebäude seine Haltestelle hat.
Bis dato konnten die grasgrünen Cityhopper einige Meter in Richtung Hauptbahnhof weiterfahren, an der dortigen Parkharfe wenden und dann die Reise in Richtung Westen fortsetzen – jetzt müssen sie direkt auf der Bahnhofstraße rangieren, um die erforderliche 180-Grad-Drehung vollbringen zu können.
Gefährliches Rangieren
Das klappt mal gut, mal weniger gut. Der Fahrer des Flixbusses nach Berlin zum Beispiel legte am Mittwochmittag ein schulmäßiges „Wenden in drei Zügen“ aufs Parkett.
Beim wenige Minuten später nach Warschau aufbrechenden Bus sah es aber ganz anders aus: An die zehn Anläufe waren notwendig, bis der Winkel zum Umdrehen endlich passte. Dabei fuhr der Bus auch mehrmals auf die Geh- und Radwege bei der Haltestelle und beim gegenüberliegenden Oberbank-Bürogebäude.
Das führte mitunter zu nicht ungefährlichen Situationen, vor allem beim Zurückstoßen des Busses. Und es wirft die Frage auf: Hat die Stadt beim Planen der Baustelle etwa den über die Bahnhofstraße abzuwickelnden Fernbus-Verkehr vergessen?
Im Rathaus verneint man dies: „In der Vorbereitung der Baumaßnahme wurde auch der Kontakt zum Unternehmen Flixbus gesucht“, lautet die Auskunft der Pressestelle. Man befinde sich in Gesprächen.
Doch offenbar wurde Flixbus von der Stadt erst recht spät über den Umbau und den damit verbundenen Wegfall der Wendemöglichkeit informiert. Laut Isabella Domke, der Sprecherin des Unternehmens, war das am 22. August, also keine zwei Wochen vor Inkrafttreten der Veränderung.
Sie lässt durchblicken, dass der aktuelle Zustand für Flixbus nicht befriedigend ist: „Von Seiten der Busfahrer haben uns zwar noch keine Beschwerden erreicht, trotzdem möchten wir die Situation für Fahrgäste und Fahrer selbstverständlich schnellstmöglich klären“, so Domke.
Sie betont zwar, dass der Fernbus-Anbieter bei Haltestellen-Änderungen auf die Anweisungen der Behörden angewiesen sei und Haltestellen nicht eigenmächtig verlegt werden dürften.
Vorschlag: Interims-ZOB
Aktiv geworden sei man aber trotzdem: „Im Sinne einer fahrgastfreundlichen Lösung haben wir vorgeschlagen, den Interims-ZOB in der Nähe des Hauptbahnhofes während der Baustelle anzufahren; hierzu warten wir momentan auf die Rückmeldung der Stadt“, berichtete Domke am Donnerstag um 11 Uhr.
Vier Stunden später war die gewünschte Reaktion da: Die Stadt geht auf den Wunsch des Unternehmens ein, so dass die grünen Fernbusse zum nächstmöglichen Zeitpunkt in der Maxstraße, genauer gesagt im Abschnitt zwischen Albertstraße und Ernst-Reuter-Platz, halten können.