Wollte er eine Prostituierte erwürgen? Regensburger (44) kam erst vor wenigen Monaten aus dem Knast

Von André Baumgarten, Philip Hell · 26. November 2024 um 19:00

Am Sonntagvormittag soll ein 44-Jähriger in der Landshuter Straße in Regensburg versucht haben, eine Prostituierte zu ermorden. Die Tat ereignete sich direkt neben dem Polizeipräsidium – und weckt böse Erinnerungen.

Das ist laut Polizei passiert: Der Deutsche besuchte eine Prostituierte in ihrer Wohnung. Dort ging er die 51-Jährige an. Er würgte sie so lange, bis sie das Bewusstsein verlor. Die Prostituierte wurde in eine nahe Klinik gebracht. Der Mann wurde festgenommen. Am Montag erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl. Dem 44-Jährigen wird versuchter Mord vorgeworfen. Er sitzt nun in einem Gefängnis.

Attacke auf Prostituierte in Regensburg: Rettete eine Nachbarin die Frau?

Die Prostituierte hatte nach MZ-Informationen wohl riesiges Glück. Eine Nachbarin soll den mutmaßlichen Mordversuch mitbekommen haben. Die beiden Frauen haben sich wohl gekannt. Zu Details schweigt die Polizei vorerst. Allerdings bestätigt Präsidiums-Sprecherin Anna Beyer, dass sich der Tatverdächtige rund eine Stunde nach dem Vorfall bei der Polizeiinspektion Süd freiwillig stellte.

Im Hintergrund liefen da bereits intensive Ermittlungen. Spezialisten des Kommissariats 7 der Kriminalpolizei sicherten am Tatort erste Spuren. Auch die Vernehmungen potenzieller Zeugen im unmittelbaren Umfeld lief an. „Die Kollegen arbeiten auf Hochtouren an dem Fall“, betonte Beyer auf Anfrage.

Lange vor Würge-Attacke auf Prostituierte in Regensburg: Verdächtiger vergewaltigte Schwiegermutter in spe

Der Tatverdächtige ist jedenfalls kein unbeschriebenes Blatt. 2006 vergewaltigte er im Landkreis Kelheim die Mutter seiner Lebensgefährtin und landete dafür acht Jahre im Gefängnis. Seither soll er nie wieder richtig Fuß gefasst haben – auch aufgrund eines massiven Suchtproblems, wie MZ-Recherchen ergaben. Immer wieder kam er in Konflikt mit dem Gesetz. Nach einer Verurteilung wegen Drogen war der 44-Jährigen wohl erst vor rund drei Monaten wieder freigekommen.

Zu dem Angriff auf die Prostituierte schweigt der Verdächtige nach Informationen dieser Zeitung. Offenbar auch bei den Mordermittlern, die den von der Staatsanwaltschaft als versuchten Mord eingestuften Vorfall weiter bearbeiten. Auch sein Strafverteidiger Dr. Georg Karl wollte sich zu Details nicht näher äußern. „Wir warten ab, was die Aktenlage ist, dann sehen wir weiter“, erklärte der Jurist auf eine Anfrage nur.

Mord an einer Prostituierten in ein und dem selben Haus in Regensburg

In dem Haus in der Landshuter Straße gehen allem Anschein nach mehrere Prostituierte ihrem Tagwerk nach. Zumindest deuten darauf mehrere Inserate hin. Das scheint seit Jahren der Fall zu sein. Denn: Die Tat vom vergangenen Sonntag wirkt wie das Abziehbild eines Mordes, der im Sommer 2017 in ein und dem selben Haus geschah. Ein damals 22-jähriger Asylbewerber aus Mali erwürgte damals eine Prostituierte aus Rumänien. Die beiden hatten zuvor Sex, rauchten danach noch eine Zigarette – dann schlug der Afrikaner zu. Im Anschluss würgte er die Frau zwei Minuten lang. Der 22-Jährige ließ die Sterbende zurück – und stahl ihr noch Handy und Geld. Das Landgericht verurteilte den Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe.