Spaghetteria zieht in frühere Bank-Filiale am Regensburger Neupfarrplatz

Eine Brache weniger am Neupfarrplatz in Regensburg: Aus der seit etlichen Jahren leer stehenden ehemaligen Filiale der Hypovereinsbank wird ein italienisches Restaurant.
Voraussichtlich im April eröffnet in dem Eckhaus zur Tändlergasse ein zweiter Standort der Spaghetteria. „Ein Restaurant in so einer Eins-a-Lage habe ich mir immer schon gewünscht“, schwärmt Nilgün Er bereits Monate vor diesem Termin.
Die künftige Mieterin und ihr Team betreiben wenige Meter entfernt am Neupfarrplatz das Café Coffee Fellows. Hinzu kommen eine zweite Filiale dieser Kette in der Maxstraße, das Eiscafé Dolce Momento im Köwe-Einkaufszentrum und künftig die Markthalle am Dachauplatz.
Internationale Marke als Ziel
Begonnen hat Er ihre gastronomische Karriere in der allseits bekannten „Ur-Spaghetteria“ Aquino in der Altstadtgasse Am Römling, wo sie seit 2010 Geschäftsführerin ist. Vom Neupfarrplatz aus will sie nun eine internationale Marke daraus machen.
Der umtriebigen Gastro-Unternehmerin schwebt nämlich die Etablierung eines großflächig expandierenden Franchise-Systems vor. „Ich habe mir die Rechte für den Namen ,Spaghetteria’ gesichert und ein Logo mit dem Zusatz ,Pizza und Pasta’ anfertigen lassen“, erzählt sie. Interessenten für die Eröffnung von Lokalen unter diesem Label gebe es bereits, einmal in Prag, einmal in Polen.
Viel Arbeit steht bevor
Doch zurück auf den Neupfarrplatz: Hier soll das Prototyp-Restaurant entstehen, mit den Kern-Merkmalen moderne Einrichtung, viel Licht, offene Küche, hohe Decken und nicht zuletzt Barrierefreiheit. „Wie es genau aussehen wird, kann ich noch gar nicht sagen. Wir arbeiten mit einem Top-Ladenbauer zusammen, auf dessen Ideen ich selber schon gespannt bin“, sagt Er.
Wer den künftigen Gastraum noch als Bank-Kunde kennt, wird erstaunt sein, wie groß und hell die früher durch SB-Zone, Schalterbereich und Beraterplätze zerstückelte Fläche ist. Zugleich verdeutlicht der Blick ins Innere, wie viel Arbeit hier vor der ersten servierten Pizza zu bewältigen ist: Kabel hängen von der geöffneten Decke, am Boden lauern zahlreiche baustellenbedingte Stolperfallen, im Untergeschoss, wo Gästetoiletten und Lagerräume untergebracht sein werden, bietet sich exakt dasselbe Bild.
Schon weiter gediehen sind im Gegensatz dazu die gastronomischen Vorstellungen von Nilgün Er. Genau wie im Aquino wird es in der Spaghetteria am Neupfarrplatz das berühmte „Nudel-Abenteuer“ und eine Theke mit schmackhafter Vorspeisen-Auswahl geben, ein Schwerpunkt soll aber auch auf Pizza liegen. „Viele Leute wissen nämlich bis heute nicht, dass wir Pizza haben“, beschreibt sie die zu schließende Bildungslücke. Cocktails und selbst gemachte Eis-Spezialitäten – deren Herstellung hat Er im Dolce Momento erlernt – sind weitere Eckpfeiler des Konzepts. Die wohl wichtigste Stütze aber ist der große Freisitz. 80 Plätze stehen am Neupfarrplatz in den Zeiträumen ohne Sonderveranstaltungen zur Verfügung.
Am Römling geht’s weiter
Die zahlreichen Fans der „Ur-Spaghetteria“ machen sich derweil schon Gedanken darüber, wie es wohl in der historischen Thomas-Kapelle am Römling weitergeht. „Ich weiß, dass die Leute diesen Laden lieben. Das ist ja auch eine einzigartige Location“, sagt Er dazu und kündigt an, diesen Standort zunächst weiter führen zu wollen.
Sollte sie es sich zu einem späteren Zeitpunkt anders überlegen, sieht sie auch kein Problem: „Mich haben schon etliche Interessenten kontaktiert, die das Lokal gerne übernehmen würden.“
Die Nachfrage nach Gastro in der Altstadt ist eben unverändert groß. Das gilt auch für den Neupfarrplatz, denn dem Vernehmen nach wird das frühere Domizil der Raiffeisenbank (Hausnummer 15) ebenfalls zum Lokal umgebaut.
Markthalle braucht noch Zeit
Die Wiederbelebung der Markthalle im Parkhaus am Dachauplatz ist aktuell das zweite große Vorhaben von Nilgün Er und Ebubekir Salaiy. Von der ursprünglichen Planung, unter dem Namen „City’s Garden“ noch in diesem Jahr starten zu können, haben sie sich mittlerweile verabschiedet.
„Heuer schaffen wir es nicht mehr“, sagt Er und räumt ein, den Umfang der notwendigen Vorarbeiten in Sachen Sanitär und Elektro unterschätzt zu haben. Auch die bereits feststehenden Mieter benötigten noch Zeit. Die geänderte Planung sei mit den Stadtwerk als Eigentümer besprochen worden.
