Eröffnung später, Bier aus Rosenheim: Neue Regensburger Markthalle braucht noch Zeit

Ende Oktober war angepeilt als Eröffnungstermin für die neue Regensburger Markthalle. Daraus wird nichts, der Umbau im Dachauplatz-Parkhaus zieht sich noch.
„Man sollte sich immer hohe Ziele setzen, auch wenn man sie dann im Lauf der Zeit vielleicht korrigieren muss“, lautet die Devise von Nilgün Er. Sie wurde im August als neue Pächterin der Markthalle im Dachauplatz-Parkhaus vorgestellt und formulierte damals den festen Vorsatz, den seit Februar dieses Jahres geschlossenen Feinschmecker-Treffpunkt Ende Oktober/Anfang November wiedereröffnen zu können. Jetzt, wo es eigentlich so weit wäre, nimmt sie die angesprochene Korrektur vor: „Es wird wahrscheinlich Ende November werden.“
Die erfahrene Gastro-Unternehmerin lässt sich von dieser Verzögerung nicht dauerhaft aus der Ruhe bringen. Sie lässt allerdings durchblicken, dass die mittlerweile abgeschlossene Grundreinigung der rund 500 Meter großen Hallenfläche durchaus Nerven gekostet hat.
Neun Flächen fest verplant
„Vorher haben die hier drinnen ohne Abzug gekocht, da hat sich ganz schön viel Schmutz abgelagert. Es war deshalb sehr herausfordernd, die Decke wirklich sauber zu bekommen“, beschreibt sie den Kampf gegen die Fett-Rückstände, die sich über einen Zeitraum von 15 Jahren aufgebaut haben.
Auf einen flüchtigen ersten Blick sieht die Markthalle daher heute noch genauso aus wie bei der Präsentation vor zweieinhalb Monaten. Die bereits in großer Zahl auf dem Boden liegenden Baumaterialien künden jedoch davon, dass es demnächst rund geht im Bauch des Parkhauses. „In den kommenden Wochen wird viel passieren, als erster Schritt werden die neuen Trennwände aufgebaut“, kündigt die Pächterin an.
Als weiterer Zeitfresser seit August stellte sich die Lichtplanung heraus. „Hier arbeiten wir mit einer Fachfirma aus Österreich zusammen, die Lichtanlage wird extra für uns angefertigt“, berichtet Ers Projektpartner Ebubekir Salaiy. Auch hier gilt das Motto „Gut Ding will Weile haben“.
Weil die vorher eher eng und dunkel wirkende Markthalle – ihr neuer Name lautet „City’s Garden“ – grün, offen und hell werden soll, kommt der richtigen Beleuchtung eine wichtige Rolle zu, erklärt Salaiy: „Das ist ein absolut zentraler Punkt in unserem Konzept, darum waren wir sehr sorgfältig in der Planung.“ Die Umsetzung, so kündigt Nilgün Er an, werde nun vergleichsweise „ruckzuck“ voranschreiten.
Das künftige Innenleben der Markthalle zeichnet sich bereits sehr konkret ab. Von den geplanten zehn bis elf Flächen, die auf Wunsch auch geteilt werden könnten, sind neun bereits fest verplant. So wird es je einen Stand für italienische, türkische und asiatische Küche sowie für Falafel und Bowls geben. Neben dieser kulinarischen Vielfalt gehören auch eine Einheit mit mediterraner Feinkost sowie eine Wein- und Aperol-Bar zum Angebot.
Eine Fläche ist als frei mietbarer Workspace vorgesehen, im „City’s Garden“ kann also auch mobil am Laptop gearbeitet werden. Für Bier-Kenner interessant ist die Nachricht, dass sich die Rosenheimer Privatbrauerei Flötzinger am Dachauplatz ein erstes Standbein in Regensburg schafft. „Dieser Stand wird mit viel Holz gestaltet, das wird richtig urig“, verspricht Er.
Um falschen Erwartungen zuvorzukommen, weist die Pächterin schon jetzt darauf hin, dass nicht alle Flächen der Markthalle bereits zum angepeilten Start Ende November komplett fertig und in Betrieb sein werden: „Das wird erst nach und nach passieren, die Mieter sind ja genau wie wir von Themen wie Planungszeit und der Verfügbarkeit von Handwerkern betroffen.“
Mindestens fünf Flächen sollen aber bereits komplett errichtet sein, ebenso soll das charakteristische Gesamt-Erscheinungsbild vom „City’s Garden“ klar erkennbar sein. Neben dem bereits erwähnten Lichtkonzept besteht dieses aus Grünelementen wie Mooswänden und niedrigen Trennwänden für den offenen Eindruck.
Weihnachtsmarkt zum Start?
Für die im Advent noch nicht neugestalteten Flächen haben Er und Salaiy eine naheliegende Idee: Sie denken darüber nach, einen kleinen Weihnachtsmarkt in der neuen alten Markthalle unterzubringen und damit das Soft Opening mit einer echten Attraktion anzureichern.
Es bleibt also noch viel zu planen, zu organisieren und zu bauen am Dachauplatz. Quasi nebenbei hat sich das Duo bereits um das Thema „gute Nachbarschaft“ gekümmert. Das Café Lorraine ist seit dem Ende der alten Markthalle die einzig verbliebene belebte Ecke dort, ein gutes Auskommen mit Merlin Szabo und seinem Team liegt Nilgün Er sehr am Herzen. „Das wird klappen, die sind sehr nett“, sagt sie.
