Ende Februar ist Schluss: Aus für die Markthalle am Regensburger Dachauplatz

Ein spätes Corona-Opfer: Nach knapp 15 Jahren sind die Tage der Feinschmecker-Meile im Dachauplatz-Parkhaus in Regensburg gezählt.
Nach dem Lebensmittel-Einkauf bei Alnatura fiel einer Regensburgerin am Donnerstagabend ein Plakat im Durchgang zur benachbarten Markthalle auf. Mit den Worten „Alles muss raus!“ wird darauf der Total-Räumungsverkauf bei „Wein & Mehr“ beworben.
Als sie dort den Verkäufer nach dem Grund für die Geschäftsaufgabe fragte, sagte der nur: „Schauen Sie sich um, hier macht gerade alles zu.“ Tatsächlich ist seit Wochen auch gegenüber im Casa della Pasta nichts mehr los, im Zeitschriften- und Lottoladen am entgegengesetzten Ende der Einkaufspassage sind die Regale ebenfalls leer und bei den meisten anderen Ständen gehen die eisernen Rollos schon länger nicht mehr auf.
Dies alles sind Vorboten der kompletten Schließung. Bis Ende des Monats wird die Markthalle im Dachauplatz-Parkhaus vollständig dichtgemacht, alle Mieter sollen bis dahin ausgezogen sein. Einzig das erst im Sommer 2023 eröffnete Café Lorraine hält die Stellung.
Wie das Stadtwerk Regensburg als Eigentümer des Parkhauses mitteilt, sei die Initiative für diesen Schlussstrich von Nicolaus Stark, dem Pächter und Initiator der Markthalle, ausgegangen. „Parallel führen wir bereits Gespräche über eine mögliche Nachnutzung“, sagt Sprecher Martin Gottschalk. Details dazu könnten noch nicht genannt werden.
„Wir hatten gute Jahre“ – doch jetzt wird gespart
Stark betont, in „bestem Einvernehmen mit dem Stadtwerk“ auseinanderzugehen. Der Inhaber von Wein & Mehr hatte um das Jahr 2010 herum die komplette nördliche Erdgeschoss-Fläche des Parkhauses gepachtet, Umbauten vorgenommen und dann zur Umsetzung seines Markthallen-Konzepts die einzelnen Einheiten untervermietet.
Mit seinem Weinhandel ist er auch selbst eingezogen. „Wir hatten gute Jahre“, blickt er zurück, „aber nach Corona ist die Sache nicht mehr richtig ins Laufen gekommen. Man merkt auch in Regensburg, dass die Leute sparen müssen.“ Die Insolvenz des langjährigen Mieters Casa della Pasta Ende letzten Jahres sei dann der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Stark zog die Notbremse und besiegelte so das Ende der Markthalle.
Der Italiener feiert bald ein Comeback
„Schade drum“, sagt ein früherer Mieter, der hohe Pachten und ebenfalls die nie überwundene Corona-Delle als Hauptursachen für das Aus sieht. „Zum Schluss war es auch keine richtige Markthalle mehr. Es gab nur noch Restaurants und den Fischverkauf beim Italiener. Aber keinen Fleisch-, Käse- oder Gemüsestand mehr.“
Zumindest bei einem Betrieb der Markthalle steht bereits fest, wie es weitergeht. Wie der ehemalige Geschäftsleiter vom Casa della Pasta verrät, gibt es Ende Februar, Anfang März ein Comeback als italienisches Restaurant im Gartenhaus des Parkhotels Maximilian. Nicolaus Stark konzentriert sich derweil wieder ganz auf die Zentrale von Wein & Mehr in der Ziegetsdorfer Straße.