Windräder an der Walhalla: CSU-Politiker erteilt Öko-Projekt am Denkmal eine Absage

Von Christian Eckl · 12. November 2024 um 15:40

Der CSU-Abgeordneter Patrick Grossmann hat sich an den zuständigen Minister Markus Blume gewandt, um eine Einschätzung zu den geplanten Windkraftanlagen direkt am Denkmal zu erhalten. Grossmann selbst glaubt nicht, dass die Anlagen an der Walhalla genehmigt werden. In Sachen Migration und Bürgergeld fordert der CSU-Politiker eine härtere Gangart.

Für den CSU-Landtagsabgeordneten Patrick Grossmann sind Windräder direkt am Denkmal Walhalla „schwer vorstellbar“. Das sagte der Politiker beim Redaktionsbesuch anlässlich seines ersten Jahres im Landtag. Er habe sich auch an den zuständigen Wissenschaftsminister Markus Blume gewandt und ihn um eine Stellungnahme gebeten, sagte Grossmann.

Der CSU-Politiker ist vor einem Jahr als Direktkandidat für den Landkreis Regensburg gewählt worden. Bis dahin war Grossmann 15 Jahre lang als Bürgermeister von Sinzing im Amt. In seiner Amtszeit wurden sowohl Windräder als auch ein Solarpark genehmigt – letzterer stieß zunächst auf Widerstand aus der Bevölkerung, wurde jedoch in einem Ratsbegehren mit einer Mehrheit von 70 Prozent bestätigt.

„Menschen mitnehmen“

„Ich stehe nach wie vor dazu, dass man eine Mehrheit der Menschen mitnehmen muss“, sagte Grossmann. Das sei in Sinzing auch gelungen. „Aber wenn wir jetzt zeitgleich den Südostlink durchsetzen müssen, zu dem ich stehe, um den Strom von Norden nach Süden zu bringen, dann aber auch im Bereich der Walhalla 55 Windräder bauen, dann konterkariert das die Akzeptanz für den Ausbau der erneuerbaren Energien.“ Er plädiere auch in Sachen Windkraftanlagen für Maß und Ziel. „Ich bin nicht dafür, dass wir unsere Landschaft verspargeln“, sagte Grossmann. „Wir werden aus dem Landesamt für Denkmalpflege eine klarere Haltung bekommen“, versprach Grossmann. Laut dem Abgeordneten habe auch Blume eine „klare Meinung“ zu Windrädern im Umfeld der Walhalla.

Bis zu 55 Windräder sollen in den Wäldern entstehen. Das Haus Thurn und Taxis will mit mehreren auf Windkraft spezialisierte Firmen zusammenarbeiten. Gloria von Thurn und Taxis bestätigte noch im September gegenüber unserer Zeitung: „Das Denkmalamt und die Projektentwickler sind in engem Austausch.“ Und noch im Sommer teilte von Thurn und Taxis mit: „Mit dem Denkmalamt gibt es für die Vorbereitung eines Genehmigungsantrags den erforderlichen Austausch zu den angesprochenen Schutzgütern Walhalla und Welterbe.“

Grossmann sieht in Migrationsfrage Handlungsbedarf

Grossmann äußerte sich in dem Redaktionsgespräch auch über seine Haltung in der Migrationsfrage. „Die größten Stellschrauben bei dem Thema sind in der Bundespolitik“, so der Abgeordnete. „Wir brauchen Zuwanderung, aber wir brauchen Zuwanderung in die Arbeitswelt – und nicht in unsere Sozialsysteme.“ Hier müssten die Anreize anders gesetzt werden, findet der CSU-Politiker. Das bewege die Wähler. Aber auch die Frage, „wie unser Sozialstaat mit Menschen umgeht, die arbeiten könnten, denen aber der Unterschied zwischen Arbeitslohn und Bürgergeld zu gering ist“. Vor allem junge Wähler hätten sich umorientiert, vor ein paar Jahren sei noch Klimaschutz ganz oben auf der Agenda der Jüngeren gestanden. Nun seien es diese Fragen.

Grossmanns Blick für die CSU richte sich nun auf die Bundestagswahl. Zur gescheiterten Ampel-Koalition sagte der 48-Jährige: „Stabile Verhältnisse sind immer das Beste fürs Land, aber von diesen stabilen Verhältnissen hat man in den letzten drei Jahren nicht so viel gemerkt.“ Die CSU sei mit Hubert Aiwanger und den Freien Wählern auch nicht immer einer Meinung, „wobei man zwischen beiden auch differenzieren muss“. Aber insgesamt schaffe man es in der Koalition in München, „eine aus meiner Sicht gute Politik für das Land zu machen“. Egal, welche Konstellationen sich dann ergeben würden in Berlin, „wichtig ist, dass wir unser Land wieder in ein ruhigeres, verlässlicheres Fahrwasser bringen“. Grossmann warnte davor, allzu große Erwartungen auch nach einem Regierungswechsel in Berlin zu haben: „Die können auch nicht alles sofort zum Positiven wenden.“ Rückläufige Steuereinnahmen und überbordende Ausgaben seien für ihn ein klarer Auftrag, Reformen durchzuführen. „Das Problem dieser Koalition war ja, dass sie Reformen rückgängig machte – siehe Hartz IV und Bürgergeld.“

Landratskandidat? Möglich!

Zu seinen eigenen Ambitionen äußerte sich Grossmann übrigens zurückhaltend. Auf die Frage, ob er 2026 gegen die amtierende Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler) antreten möchte, sagte der Sinzinger: „Ich kann nur sagen, mein Herz liegt nach wie vor in der Kommunalpolitik.“ So könne man ihn auch zitieren, schloss Grossmann.

In Wirtshäusern im Landkreis spielt Grossmann gerne Schafkopf. Fotos: Grossmann
Der Sinzinger hat seine Leidenschaft für die Jagd entdeckt.
Auch mit Ilse Aigner spielt der MdL Schafkopf.