Bedrohung in Pentling: Polizist stoppt verwirrten Mann mit Schuss ins Bein

Von André Baumgarten · 17. Oktober 2024 um 15:41

Anwohner wählen kurz nach Mitternacht die 110: Als erste Streifenwagen in Pentling (Landkreis Regensburg) eintreffen, bedroht der 27-Jährige die Beamten und schießt sogar. Ein Polizist stoppt ihn daraufhin mit seiner Dienstwaffe.

Erst ein Schuss aus der Dienstwaffe eines Regensburger Polizisten hat in der Nacht auf Donnerstag eine Bedrohungssituation in Pentling beendet. Der Einsatz, der kurz nach Mitternacht nach einem Notruf angelaufen war, sorgte in der 6400-Einwohner-Gemeinde nahe Regensburg für Aufregung. In dem Fall übernimmt das Bayerische Landeskriminalamt in München nun die Ermittlungen.

Wie das Oberpfälzer Polizeipräsidium am Donnerstagnachmittag bestätigte, war es in der Nacht in Pentling zu einer Schussabgabe durch einen Streifenbeamten gekommen – ein 27-jähriger Mann wurde dabei auch getroffen und verletzt. Lebensgefahr besteht jedoch keine, wie Polizeisprecher Jonas Krauß auf Nachfrage betonte.

Hintergrund des aufsehenerregenden Einsatzes: Wenige Minuten nach Mitternacht war ein Notruf eingegangen, das eine offensichtlich psychisch auffällige Person in dem Ort unterwegs sei. Als die ersten Streifen vor Ort eintrafen, droht der Mann laut Polizeiangaben ihnen und schoss mit einer Schreckschusspistole mindestens einmal in unbekannte Richtung.

Beamter schoss gezielt auf Bein des 27-Jährigen

Wie es weiter hieß, setzte er sich selbst zudem einen scharfen Gegenstand, vermutlich ein Messer, an den Hals. Daraufhin fiel ein Schuss – das Projektil traf den Mann laut Polizeipräsidium gezielt im Bein, woraufhin er zu Boden ging. Der 27-Jährige wurde von den Polizeibeamten sofort erstversorgt und danach mit dem Rettungsdienst in eine Regensburger Klinik eingeliefert. Noch in der Nacht wurden am Tatort in Pentling akribisch alle Spuren gesichert. Auch die Dienstwaffe des Beamten wurde sichergestellt – was jedoch ein völlig übliches Vorgehen wäre, wie Sprecher Krauß sagte.

Landeskriminalamt übernimmt Ermittlungen

Die weiteren Ermittlungen in diesem Fall werden nun aber vom LKA geführt – auch das ist Usus, wenn es zum Schusswaffengebrauch durch Polizisten gekommen ist. Damit soll auch sichergestellt werden, dass mit möglichst großer Objektivität überprüft wird, ob bei dem Einsatz in Pentling alles korrekt abgelaufen ist.

So war es auch, als im Februar 2023 ein junger Zivilbeamter bei einer Verfolgungsjagd mit einem BMW in Regensburg zur Waffe griff. Als sich der Fahrer am Steuer in einer Tiefgarage den Weg frei rammen wollte, leerte der Fahnder sein gesamtes Magazin, um die waghalsige Flucht beenden zu können. Der Flüchtige stellte sich Monate später und wurde zwischenzeitlich verurteilt.

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Im aktuellen Fall in Pentling reichte ein Schuss aus, um den 27-Jährigen zu stoppen – und ihn daran zu hindern, sich womöglich selbst zu verletzen. Gegen den Mann wird laut Polizei in der Sache ebenfalls ermittelt – ein tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte steht dabei im Raum.