Ständiger Altstadtmarkt als Kundenmagnet für die Regensburger Innenstadt?

Das Aus für Galeria Kaufhof, mit der ein Fünftel der Verkaufsfläche in der Innenstadt wegfiel, 16 Prozent weniger Passanten in der Regensburger Altstadt, Leerstand in 6,7 Prozent der Läden: Einzelhändler stehen vor der Frage, was die Menschen ins Zentrum locken könnte.
Eine mögliche Antwort war nun öfter zu hören: ein ständiger Markt. Den Aufschlag machte die FDP im Regensburger Stadtrat im Juli: Die Stadträte brachten eine Markthalle oder überdachte Stände ins Spiel, die auf dem Alten Kornmarkt errichtet werden könnten, wenn er dafür vom Verkehr befreit wird, sobald das nun aufgeschobene Parkhaus der Mobilitätsdrehscheibe am Unteren Wöhrd steht.
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Die Frage nach dem Standort
Christian Plotzki, Inhaber des Concept Stores Gumprecht in der Unteren Bachgasse, schlug während der Retail-Night bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) kürzlich vor, das ehemalige Galeria-Kaufhof-Gebäude zu umzäunen, es zu begrünen und – als weiteren Anziehungspunkt in der Altstadt – einen dauerhaften Markt zu schaffen.
Maria Müller, Geschäftsführerin bei Faszination Altstadt, sagt dazu, dass ein permanenter Markt aus Sicht der Händler sehr begrüßenswert wäre. „Insbesondere jetzt, wo wir mit Galeria eine große Verkaufsfläche verloren haben, gibt es viele Überlegungen, welche Angebote für eine gute Frequenz in der Altstadt sorgen können. Ein permanenter Markt wäre sicherlich eine davon“, erklärt sie. Es stelle sich natürlich die Frage nach einem Standort.
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Müllers These von einem ständigen Markt als Frequenzbringer stützt der Augsburger Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle. In der Fuggerstadt gibt es so einen ständigen Markt bereits seit Oktober 1930. Heute sei der Augsburger Stadtmarkt ein Kleinod mitten in der Innenstadt und er erfülle laut Hübschle mehrere wichtige Funktionen. Zum einen sei er ein wichtiger Betrieb mit Nahversorgungsangeboten für die Menschen, die in der Innenstadt leben oder arbeiten. „Darüber hinaus ist er ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal und bedeutender Besuchermagnet mit überregionaler Ausstrahlungskraft für die Innenstadt“, sagt der Wirtschaftsreferent. Events auf diesen Flächen tragen seiner Auskunft zufolge zudem zur Belebung der Innenstadt bei. Und er verdeutlicht: „Passantenbefragungen in den vergangenen Jahren brachten immer wieder das Ergebnis, dass Besucher und Kunden auch wegen des Stadtmarktes die Innenstadt besuchen.“
Idee zuletzt vor drei Jahren Thema im Stadtrat
Wie also sieht es in Regensburg mit der Idee aus? Zuletzt war sie vor drei Jahren Thema im Stadtrat. Damals hatte die Brücke-Fraktion ein Wochenmarktgeschehen mit einem täglichen Marktangebot in zentraler Innenstadtlage gefordert. Das aber wurde mit dem Verweis auf das ausstehende Marktkonzept abgelehnt, mit dem die Verwaltung im Jahr 2020 beauftragt wurde. Zudem gab es damals die Erklärung, dass es keine passenden Bewerber für neue Stände gebe und aus kaufmännischer Sicht nicht mehr möglich sei.
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Auf Nachfrage verweist Katrin Butz von der städtischen Pressestelle nun auf den Wochenmarkt auf dem Alten Kornmarkt, auf den in Kumpfmühl, auf den Katharinenmarkt, auf die Stände am Neupfarrplatz sowie auf die Märkte beim Landratsamt, am Bismarckplatz und am Donaumarkt. „Eine kurzfristige Erweiterung um einen darüber hinausgehenden permanenten Markt ist aktuell nicht geplant“, sagt sie deutlich. Ob und wie das Marktgeschehen in Regensburg erweitert werden soll, werde bei der Präsentation des Marktkonzepts zu diskutieren sein.
Das Konzept sei aktuell weiter in Arbeit und soll in den kommenden Monaten dem zuständigen Gremium vorgelegt werden. „Aufgrund von Änderungen in der Nach-Corona-Zeit musste es noch einmal grundlegend überarbeitet werden. Dies hat sich aufgrund von Personalausfällen verzögert“, erklärt Butz die Entstehungsdauer von mittlerweile fast fünf Jahren. Erste Ergebnisse daraus könne sie vorab aber nicht veröffentlichen.
Probleme und Chancen
Einer, der vor zwei Jahren einen Wochenmarkt in seiner Gemeinde aus der Taufe gehoben hat, ist Sebastian Koch (SPD), Bürgermeister in Wenzenbach. Er bezeichnet das Unterfangen als sehr schwierig. „Es war unmöglich, Beschicker für Freitagnachmittag oder Samstagmorgen zu bekommen“, erinnert sich Koch. Zudem müsse sich das Team auch jetzt noch viel einfallen lassen, um Durchhänger – etwa bei kühlem Wetter – aufzufangen.
Brücke-Stadtrat Florian Rottke, der auch den Kiosk am Neupfarrplatz betreibt, aber zeigt sich unbeirrt von der Idee. Er habe auch schon mit den Standbetreibern am Neupfarrplatz gesprochen. „Die scheuen die Konkurrenz nicht“, sagt er. Wobei er sich nicht auf diesen Standort festlegt. Auf Kochs Kampf um Beschicker angesprochen, entgegnet Rottke: „Mit der entsprechenden Nachfrage wird auch das Angebot zustande kommen.“
