Anspruch auf Ganztagsbetreuung erschwert Planungen für neue Grund- und Mittelschule in Berching

Von Bernhard Neumayer · 25. September 2024 um 17:00

Maximal 100 Schüler können täglich in der Grund- und Mittelschule Berching verpflegt werden. Die Regierung fordert nach dem Neubau allerdings Platz für dreimal so viele Kinder. Da laut aktuellem Plan eine neue Mensa aber erst im letzten Abschnitt realisiert werden soll, muss die Stadt improvisieren.

Denn derzeit ist noch nicht absehbar, wann der dritte und letzte Baukörper überhaupt in Angriff genommen wird. Der Stadtrat hatte sich im März darauf geeinigt, die Planungen für die Realisierung der Schule in drei Bauabschnitten beizubehalten.

Dazwischen sollen Pausen eingelegt werden, um nicht auf einen Schlag den gesamten Millionenbetrag stemmen zu müssen. Dass Eltern und Schüler bei dem Mammut-Projekt einen langen Atem brauchen werden, bestätigte am Dienstagabend Manfred Lang vom Bauamt: „Es wird wohl zehn bis 15 Jahren dauern, bis alle drei Teile fertig sind.“

Für die ersten beiden Abschnitte A und B hatte der Stadtrat im März die Entwurfsplanung freigegeben, für Bauteil A zudem die Genehmigungsplanung. Der abschließende Teil C steht baulich derzeit hinten an.

Neubau der Schule: Stadt Berching will Förderung nutzen

Dennoch war dieser Abschnitt, der den Trakt beim Haupteingang in der Schulstraße umfasst, am Dienstag Thema in der Sitzung. Denn das Gremium musste den Auftrag erteilen, dass dieser Altbau planerisch skizziert werden kann. Denn die Regierung fordert laut Lang einen Plan für diesen Abschnitt, um die Mittagsverpflegung dauerhaft zu gewährleisten. „Wenn wir planerisch nicht nachweisen, was in Bauteil C geplant ist, gibt es keine Förderung“, erklärte Lang.

Da der Stadt das Geld des Bundes für die Schule nicht durch die Lappen gehen soll, erteilte der Stadtrat den sehw- Architekten den Auftrag, den verbleibenden Altbau in Abschnitt C planerisch umzusetzen. Das Berliner Büro hatte dafür Anfang September ein Angebot eingereicht.

Dieses beruht – wie der Hauptvertrag zur Objektplanung – auf der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure(HOAI) in der Zone vier im Mindestsatz sowie vier Prozent Nebenkosten. Zusätzlich sieht das Angebot bei den anrechenbaren Kosten eine mitzuverarbeitende Bausubstanz in Höhe von 557.714 Euro sowie einen Umbauzuschlag von 20 Prozent vor. Basierend auf diesen Annahmen würde ein Honorar über gut 45.000 Euro fällig.

Einen uneingeschränkten Betrieb der Mensa sieht die Regierung als unumgänglich an. Hintergrund ist der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung, den Eltern ab 1. August 2026 für ihre Erstklässler haben. In den Jahren danach sollen auch Eltern von Schülern der zweiten bis vierten Klassen Anspruch darauf haben. Die Regierung erwartet deshalb, dass auch die Zahl der Mittagessen steigt.

In Anbetracht dessen soll die zukünftige Ganztagsbetreuung vorübergehend in Bauteil A untergebracht werden, teilte Manfred Lang am Dienstag in der Stadtratssitzung mit. Bauteil A umfasst den Komplex am Hartplatz. Nach Fertigstellung des zweiten Baukörpers soll die Betreuung dann dauerhaft in den Bauteil B (Mittelteil des Schulkomplexes, in der sich aktuell Mensa und Turnhalle befinden) umziehen.

Die Stadt hatte das Architektenbüro aufgefordert, aufzuzeigen, wie die bestehenden Räume, die dann während der Bauphasen vorübergehend wegfallen, in den Bestand integriert werden können.

Neue Schule in Berching: Mensa ist im Altbau geplant

Im Kern ging es dabei – wegen des gesetzlichen Anspruchs auf Ganztagsbetreuung und der Förderung – um die Mensa. Diese könnte während der Arbeiten im hinteren Bereich der Gebäude im vorderen Bauteil C (Haupteingang, Aula) Platz finden – und zwar in dem alten Landwirtschaftstrakt und in einem angrenzenden Werkraum. Dort könnten laut Verwaltung insgesamt 300 Kinder verpflegt werden – nicht alle auf einmal, sondern aufgeteilt in zwei Schichten.

Ob dann der dritte Bauteil irgendwann zum Teil oder komplett neu gebaut oder saniert wird, hat der Stadtrat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beschlossen. Abgesehen von dem Auftrag, diesen Altbau planerisch umzusetzen, hat das Gremium zu Teil C – im Gegensatz zu den Baukörpern A und B – noch nichts beschlossen.

Wichtig war der Beschluss für Bauteil C am Dienstag dennoch. Denn den Plan der Architekten braucht es, um die erhöhte Bundesförderung, die Ende 2027 ausläuft, abzugreifen.

Dafür muss die Verwaltung bis spätestens 31. Oktober die Förderunterlagen abgeben. „Das ist eine verdammt knappe Zeit“, sagte Lang. Klappt alles, solle der Bauantrag für den ersten Abschnitt im ersten Quartal 2025 eingereicht werden. Im dritten, vierten Quartal des kommenden Jahres soll mit Archäologie und Spezialtiefbau gestartet werden, so Lang.