Neubau der Schule: Berching ebnet den Weg für den ersten Bauabschnitt

Von Bernhard Neumayer · 20. März 2024 um 17:00

Die Erweiterung der Grund- und Mittelschule ist nach wie vor das finanziell größte Projekt, das die Stadt Berching zu stemmen hat. Dass das Thema auch eine emotionale Angelegenheit ist, zeigte die Stadtratssitzung am Dienstagabend.

Während der Debatte kündigte Manfred Rackl (CSU) an, seinen Posten als Baureferent niederzulegen – weil er seine Fachkompetenz als Baureferent untergraben sieht, wie der stellvertretende Leiter des Sachgebietes Tiefbau am Landratsamt Neumarkt in der Sitzung begründete.

Für den außenstehenden Zuhörer war Rackls Begründung zunächst undurchsichtig. Unsere Zeitung hat deshalb mit dem CSU-Stadtrat am Tag danach gesprochen.

Der öffentlichen Sitzung am Dienstag ist eine interne Klausur am Montagabend vorausgegangen. Dabei haben die Räte intensiv über die Schule und über den Beschlussvorschlag gesprochen, über den am Dienstag öffentlich abgestimmt wurde. Rackl hatte am Montag intern seine Argumente vorgebracht, warum er diesen Beschluss nicht als beste Lösung sieht und eine Alternative aufgezeigt, die er als „goldenen Weg“ bezeichnet. „Daraufhin hat ein Fraktionskollege aus den eigenen Reihen gesagt, dass ich Straßen bauen und die Schule den Planern überlassen soll“, erklärte Rackl am Tag danach.

Stadtrat Berching: Baureferent wirft hin

Nachdem Rackl am Dienstag öffentlich angekündigt hat, seinen Posten als Baureferent abzugeben, fing er an, seine Argumente den wenigen Zuhörern der Sitzung und der Öffentlichkeit darzulegen.

Dabei wurde er aber rasch unterbrochen. „Ich entziehe Dir jetzt das Wort“, grätschte Bürgermeister und Versammlungsleiter Ludwig Eisenreich dazwischen. „Wir haben einen Antrag und den wollen wir heute beschließen.“

Sieben Stadträte (Mirwald, Wolfrum, Zeller, Donhauser, Stork, Burger, Merkert) aus den Fraktionen SPD, DFB, CSU und FW hatten einen Antrag eingereicht, um die Leistungsphasen drei und vier an das Planungsbüro sehw aus Berlin zu vergeben. Ihr Ziel: Endlich einen Schritt weiterkommen bei der Schule.

Darin waren sich auch alle Stadträte im Grundsatz einig. Nur bei dem „Wie“ schieden sich die Geister. Eine lange Diskussion blieb am Dienstag allerdings aus. Erstens, weil sich die Stadträte schon ausgiebig am Abend zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit und in weiteren internen Klausuren ausgetauscht hatten. Und zweitens, weil Bürgermeister Eisenreich nach ein paar wenigen Wortbeiträgen die Diskussion beendete, indem er einen Antrag auf Ende der Beratungen stellte. Diesem gaben 15 Anwesende – und damit deutlich die Mehrheit – statt.

Und so beschloss der Stadtrat am Ende mit 17:3, die Planung der Leistungsphasen drei (Entwurfsplanung) und vier (Genehmigungsplanung) zum Neubau der Schule am jetzigen Standort an das Büro sehw aus Berlin zu vergeben. Dabei sei das Konzept zur schrittweisen Umsetzung der Bauabschnitte eins und zwei und – späterer neuerer Beurteilung des Bauabschnitts drei, ob ein Neubau oder eine Sanierung der beste Weg ist – zu berücksichtigen.

Außerdem stimmte das Gremium dafür, die Leistungsphase drei für die ersten beiden Bauabschnitte bei allen an der Planung beauftragten Büros freizugeben – die vierte Leistungsphase (mit dem Bauantrag) nur für den ersten Bauabschnitt. Später solle dann das Berliner Büro auch mit Leistungsphase vier für den zweiten Bauabschnitt beauftragt werden.

Neubau soll in drei Bauabschnitten realisiert werden

Gestern präzisierte Eisenreich auf Nachfrage unserer Zeitung, was der Beschluss bedeutet. Grundsätzlich solle das Konzept aus Berlin, dass die Schule in drei Gebäudeteile unterteilt, beibehalten werden. Schrittweise sollen die drei Komplexe nach Angaben von Eisenreich abgerissen und in drei Abschnitten neu gebaut werden.

Bauabschnitt drei umfasst die heutige Aula und den Haupteingang, Abschnitt zwei den Mittelteil und Bauabschnitt eins den hinteren Teil nahe des Hartplatzes. Damit solle gestartet werden. So hätte man einen ersten Schritt Richtung Ganztagsbetreuung gemacht und könnte vor den weiteren Abschnitten finanziell Luft holen.

Schule in Berching: 20 Millionen Euro für Teil eins

Eisenreich schätzt im ersten Bauabschnitt mit Kosten bis zu 20Millionen Euro. Wie teuer die zwei weiteren Abschnitte werden, „wissen wir noch nicht“, sagte Eisenreich unserer Zeitung.

Im ersten Bauabschnitt „müssen wir wahrscheinlich die Turnhalle abbrechen“, bevor der Neubau errichtet werden kann, sagte Eisenreich. Denn der neue Gebäudekörper schließe direkt an die Ost-Seite der bestehenden Halle an.

Genau das missfiel den CSU-Räten Manfred Rackl und Roland Meyer, die wie Josef Leidl gegen den Beschluss votierten. „Wenn wir den Neubau in Bauabschnitt eins fünf Meter weiter Richtung Hartplatz verschieben, können wir Mensa und Turnhalle während dieser Bauphase erhalten und weiter nutzen“, argumentierte Rackl. Meyer ergänzte im Telefonat mit unserer Zeitung, dass er sich auch vorstellen könne, den Baukörper noch leicht zu verändern, dass er dort hineinpasse und es keine Übergangslösungen für Mensa und Turnhalle benötige.

Das wollten die beiden Stadträte auch im Beschluss niedergeschrieben sehen, was aber nicht der Fall war. Der Vorschlag ist mit dem Beschluss zwar noch nicht dahin, für Meyer wird er aber dadurch deutlich unwahrscheinlicher.

„Ob diese Idee realisierbar ist, muss geprüft werden“, sagte der Bürgermeister am Tag nach der Sitzung zu dem Vorschlag. Über Details gehe es jetzt aber noch nicht. Entscheidend sei, dass es nun bei der Schule weitergehe. „Abschnitt eins können wir uns leisten und dann schauen wir weiter“, sagte Eisenreich. Der Zeitplan sehe vor, dass sich die Stadt „schnellstmöglich“ mit den Berlinern treffe.