Sie lässt fast nichts anbrennen: Berchingerin kocht seit 45 Jahren für Kinder und Senioren

Wenn Kinder in den Berchinger Kindergärten oder Bewohner des Seniorenheims Mittag essen, hatte meist Monika Ruppert ihre Finger im Spiel. Seit über vier Jahrzehnten kocht sie im Caritas-Altenheim. Dabei hatte sie ursprünglich einen ganz anderen Berufswunsch.
„Ich wollte nach der Schule eigentlich Schneiderin werden“, erinnert sich Ruppert. Nachdem die damals 16-Jährige keine Stelle gefunden hatte, entschied sie sich, die Hauswirtschaftsschule in Parsberg zu besuchen. „Die Voraussetzung, dass ich die bezahlt bekomme, war, dass ich nach der Ausbildung mindestens zwei Jahre in einer sozialen Einrichtung arbeite.“
Und so fing Ruppert direkt danach im Altenheim in Berching an. Mittlerweile sind aus zwei Jahren 45 geworden. Exakt auf den Tag genau gestern, im Jahr 1979, wurde Ruppert im Seniorenheim eingestellt. 45 Jahre in einem Betrieb zu arbeiten, schaffen nur noch wenige, sagt die 61-Jährige. „Aber für mich ist es das Normalste.“
Altenheim Berching ist ihr zweites Zuhause
Dass die Arbeit für Ruppert nicht nur ein Job ist, merkt man schnell. Sie spricht von ihrem Altenheim. Auch ihr Mann Udo und Sohn Raphael helfen rund um das Altenheim mit. Sie räumen ehrenamtlich Schnee, wenn der Hausmeister an Feiertagen oder am Wochenende nicht im Dienst ist. Für Monika Ruppert sei das Altenheim ihr zweites Zuhause. Und ihre frühere Küchenchefin, Schwester Ermenhilde, „war wie eine zweite Mutter für mich“, sagt Ruppert.
Von ihr hat Ruppert in der Küche viel gelernt. Am liebsten kocht sie Rohrnudeln. „Mit 18 Pfund Mehl“, lacht sie. Denn die stellvertretende Küchenchefin des Altenheims (seit 2012) und das insgesamt siebenköpfige Team müssen in der Regel täglich 120 bis 130 hungrige Kinder und Senioren verköstigen.
Sie bekocht Kinder in Berchinger Einrichtungen
Neben den Heimbewohnern versorgt die Küche des Seniorenheims auch Menschen, die zuhause „Essen auf Rädern“ bekommen, und Kinder in den Einrichtungen St.Marien, St.Lorenz und St.Josef in Berching. Solch großen Mengen zu kochen, bereite Ruppert Spaß.
„Ich koche lieber in der Arbeit als daheim“, sagt Ruppert. In der Küche des Altenheims tue sie sich einfach leichter. „Und daheim schmeckt es oft nicht“, sind sich Monika Ruppert und ihr Mann Udo einig. Wenn ihre Frau zuhause kocht, sei es oft „zu leise“, wie Udo Ruppert sagt. Das Essen habe zu wenig Geschmack. Denn für die älteren Heimbewohner werde nicht so scharf gekocht.
Damit das Essen zuhause ordentlich gewürzt ist, kocht bei den Rupperts öfter der Mann. „Da schmeckt es immer“, sagt Monika Ruppert – außer es gibt Spinat. Den mag sie im Gegensatz zu ihrer Leibspeise Pichelsteiner gar nicht.
Pichelsteiner ist Monika Rupperts Lieblingsgericht
Wenn das Eintopf-Gericht auf dem Speiseplan im Altenheim steht, freut sich Ruppert. „Pichelsteiner geht einfach und schmeckt lecker.“ Das Gemüse für dieses und für jedes andere Gericht waschen, schälen und schneiden die sieben Damen in der Küche des Heims selbst. „Wir machen alles selbst und die Bewohner schätzen es auch, dass wir immer frisch kochen“, sagt Ruppert. Meistens schmeckt es. „Aber jedem kann man es natürlich nicht recht machen.“
Und manchmal läuft auch in der Küche nicht alles glatt, wie Ruppert erzählt. Einmal habe jemand aus dem Team neun Liter Pudding gekocht und statt Zucker Salz verwendet. „Den konnte man natürlich nicht mehr retten.“ Ruppert selbst ist nach eigenen Angaben in 45 Jahren noch kein großes Malheur passiert. „Mal ist ein Pudding angebrannt, aber sonst nichts“, sagt Ruppert, die noch so lange im Seniorenheim arbeiten will, wie sie kann.
„Mir macht es immer noch Spaß“, sagt Ruppert und schwärmt von dem tollen Team in der Küche. Sie könnten gemeinsam lachen, aber auch weinen. „Ich bereue es keinen Tag, dass ich vor 45 Jahren hier angefangen habe.“
