Eine Ära geht zu Ende: Emotionaler Abschied von den Ordensschwestern in Berching

Von Franz Guttenberger · 20. Juli 2023 um 12:03

Mit Priestern und Schwestern sowie Ehrengästen wurde in der Hauskapelle im Berchinger Altenheim ein Gottesdienst zum Abschied gefeiert. Foto: Franz Guttenberger

Seit über 50 Jahren lebten Schwestern der Kongregation vom Göttlichen Erlöser in Berching. Über 90 Ordensschwestern bereicherten seitdem das Leben im Altenheim. Jetzt wurden die letzten verbliebenen Schwestern verabschiedet. Dabei flossen Tränen.

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Altenheim-Kapelle und einem Festakt im Speisesaal des Caritas Seniorenheims wurden die Schwestern der Kongregation vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) aus Berching verabschiedet.

Dazu kamen einige ehemaligen Schwestern, der stellvertretende Caritas-Direktor Andreas Steppberger und die Provinzoberin Schwester Barbara Geißinger aus Nürnberg. Seitens der Stadt Berching war der Dritte Bürgermeister Stephan Zeller präsent.

Den Gottesdienst zelebrierte Altenheim-Seelsorger Pius Schmidt mit mehreren Geistlichen aus dem Pfarrverband. Mit dabei waren auch der langjährige Caritas-Direktor Johannes Schmidt, Dekan Artur Wechsler, Stadtpfarrer Francesco Benini und Caritas-Präses Alfred Rottler. Der Blanka-Chor aus Plankstetten umrahmte musikalisch den Gottesdienst. Es flossen Tränen des Abschieds.

In seiner Festpredigt würdigte Pfarrer Pius Schmidt die unbezahlbaren Verdienste der Niederbronner Schwestern. Eine Ära von über 50 Jahren sei zu Ende gegangen, viele Berchinger seien betroffen, dass es die Schwestern nicht mehr in Berching gebe, bedauerte der Pfarrer.

Pfarrer würdigte Schwestern in Berching

Die Schwestern hinterließen eine große Lücke, vieles sei anderes geworden, betonte Pfarrer Schmidt. Die Schwestern haben laut Pfarrer viel Liebe in das Haus St. Franziskus getragen, sie haben großen Reichtum mit ihrer Liebe zu den Mitmenschen in das Haus gebracht. „Wir danken der Ordensleitung, dass sie die Schwestern nach Berching geschickt hatte.“

Die Schwestern seien nicht nur fromm, sondern sehr fleißig, tüchtig und vor allem den Menschen sehr nahe gewesen. Gott möge diesen eingeschlagenen Weg aus Liebe und Gehorsams zu Gott reichlich segnen, wünschte Schmidt und dankte zugleich dem gesamten Pflegepersonal.

Wie Provinzoberin Schwester Barbara und der stellvertretende Caritas-Direktor Steppberger sowie Einrichtungsleiter Gerhard Binder ausführten, sei vor zwei Monaten die Oberin des Niederbronner Schwesternkonvents Schwester Brunhilde schwer erkrankt. Sie sei derzeit in die Pflegestation des Klosters St.Josef verlegt worden und konnte beim Abschied nicht anwesend sein. Deshalb konnte sie die Schwesterngemeinschaft in Berching nicht mehr leiten. Zudem ist Schwester Christine im März ins Mutterhaus zurückgekehrt. Da nur noch Schwester Beatrix und Schwester Martiniana vor Ort in Berching geblieben wären, habe die Provinzoberin Schwester Barbara schweren Herzens entschieden, die Schwesterngemeinschaft in Berching aufzulösen.

90 Ordensschwestern lebten in Berching

90 Ordensschwestern sind seit 1972 in Berching gewesen und haben einen wertvollen Dienst im ganzen Haus in verschiedensten Bereichen erbracht. Die Schwestern seien der gute Geist und die gute Seele im Haus gewesen, sagte Steppberger. Mit ihrem Weggang gehe zweifelsohne ein Stück Menschlichkeit und Kirchlichkeit im Caritas-Seniorenheim verloren, sagte Steppinger.

Er erinnerte wie Binder, wie viele wertvolle Dienste die Schwestern in dieser Zeit erbracht hatten. Angefangen beim Kapellen- und Sakristei-Dienst, Sterbebegleitung bis hin zu Hol - und Bringdiensten in die Kapelle, Essenseingaben bei den Bewohnern und vieles mehr. Sie waren Ansprechpartner für Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und Besucher der täglichen Gottesdienste.

Die letzten beiden Schwestern waren Martiniana und Beatrix. Martiniana konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen. Beatrix zeigte sich sichtlich gerührt und meinte wie die ehemalige Leiterin in Berching Schwester Hildegard, dass so ein Abschied schon sehr schmerze.

Wiedersehen in Berching feierte Schwester Alphonsa, die 2022 ins Mutterhaus nach Neumarkt gezogen ist. Seitens der Stadt Berching Zeller die Verdienste der Schwestern zu würdigen und dankte ihnen für ihre großartigen Leistungen. Er sprach von einem schweren Verlust für Berching.