Isabella Brandl bietet im Obergschaidter Bauernladen eine Reihe regionaler Lebensmittel an

Es ist ein Kleinod, das Isabella Brandl in Obergschaidt bei Miltach (Landkreis Cham) geschaffen hat. Auf nur wenigen Quadratmetern inmitten unberührter Natur bietet sie von Eiern, Gemüse und Obst bis hin zu Eis und selbst produziertem Honig eine große Bandbreite heimischer Lebensmittel an.
Die Idee, Produkte aus der Region zu vermarkten, kam jedoch keinesfalls von heute auf morgen, wie Brandl erzählt, denn eigentlich verkauft ihre Familie bereits seit 30 Jahren regionale Produkte. „Schon als Kind habe ich meiner Oma beim Brotbacken zugesehen“, erzählt die zweifache Mutter, deren Eltern einen Bauernhof hatten. „Landwirtschaft ist für mich Heimat“, ergänzt sie.
Gerade deswegen war es ihr wichtig, davon auch ein Stück zu erhalten. Nicht zuletzt, um auch alte Traditionen weiterzugeben. So entschied sich die junge Mutter vor einigen Jahren dazu, den hundert Jahre alten Backofen neben dem Wohnhaus wieder zum Leben zu erwecken und die Garage vor dem Haus zum Bauernladen umzufunktionieren.
Brot aus dem eigenen Steinofen
Der Steinofen, der für Brandl gar nicht wegzudenken ist, dient heute wieder ganz wie zu Großmutters Zeiten dazu, um 500 und 1000 Gramm schwere Laibe zu backen, die zuvor von den Kunden bestellt werden – „ganz ohne Zusätze“, wie Brandl betont. Den hofeigenen Roggen vermahlt die Hammermühle in Bad Kötzting, die Gewürzmischung ist eine alte Familienrezeptur. Über mehrere Tage wird der warme Sauerteig geführt, mit kaltem Sauerteig gemischt und letztlich mit dem frischen Teig angesetzt.
Um auch selbst die Tradition des Brotbackens weiterzugeben, ist Brandl etwa mit bei der Ferienfreizeit vertreten, bei der sie Kindern ihre Leidenschaft näherbringt. Besonders freut es sie, wenn junge Menschen, die zu ihr in den Laden kommen, sich von sich aus für das Brotbacken mit dem Ofen interessieren.
Um im frei zugänglichen Bauernladen den Kunden aus Nah und Fern eine breite Auswahl regionaler Lebensmittel anzubieten, arbeitet Brandl mit verschiedenen Anbietern aus der Region zusammen, darunter etwa die Milchmädels aus Vilzing, der Kreuzerhof in Furth im Wald oder Bayerwaldgemüse Ettl aus Rattenberg. Wichtig ist der ausgebildeten Einzelhandelskauffrau, auch selbst hinter den Waren stehen zu können. Besonders die Zusammenstellung des Sortiments bereitet ihr große Freude. „Ich stehe wirklich zu 100 Prozent zu jedem einzelnen Produkt, das ich anbiete“, sagt sie. Persönlich angetan haben es der Inhaberin des Bauernladens die angebotenen Heidelbeeren und das Eis.
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Wichtig ist der Ladenbetreiberin, dass die Lebensmittel kurze Wege zu ihr nach Obergschaidt haben und für eine faire Behandlung derer stehen, die sie geschaffen haben.
Ebenso spielt der Umweltgedanke für die 33-Jährige eine Rolle, etwa indem beim Vertreib der Produkte Verpackung eine so geringe Rolle wie möglich spielt. Was Isabella Brandl aber besonders am Herzen liegt ist, dass übriggebliebene oder optisch nicht einwandfreie Lebensmittel keinesfalls in die Mülltonne wandern. „Mir ist wichtig, dass zum Beispiel auch eine krumme Tomate verwertet wird“, sagt sie. Dasselbe betreffe das von ihr gebackene Brot, dass selbstredend nicht immer optisch komplett makellos gelingt. Und das müsse es auch gar nicht. „Jedes einzelne Brot hatte ich selbst in der Hand. Da steckt dafür sehr viel Liebe drinnen“, betont sie. Übrig gebliebenes Gemüse verwendet sie stattdessen etwa selbst zum Kochen oder sie bietet entsprechende Waren in einem gesonderten Korb im Laden zur kostenlosen Mitnahme an.
Der Laden selbst ist nach dem Konzept der Selbstbedienung ausgerichtet. Wer etwas braucht, kommt einfach vorbei, bedient sich und legt das Geld in eine Vertrauenskasse, die übrigens sehr gut von den Kunden angenommen wird. „Das funktioniert super“, sagt Brandl. Bislang habe es noch kein einziges Mal Schwierigkeiten deswegen gegeben. Umso mehr freut sich die Ladenbetreiberin darüber, dass sie ihren Kunden vertrauen kann.
Um ihr Angebot stets an den Bedürfnissen der Kunden zu orientieren, steht Isabella Brandl mit ihrer Familie in Kontakt mit anderen Hofläden im Umkreis. Besonders hilfreich sind für sie aber einschlägige Zusammenschlüsse, wie etwa LandGenuss Bayerwald oder Slow Food Regensburg-Oberpfalz, die bei der Vermarktung regionaler Lebensmittel unterstützen und den Mitgliedern Kontakt zu anderen Anbietern ermöglichen.
Ganze Familie hilft mit
Ebenfalls für immens wichtig beim Betreiben des Ladens für Isabella Brandl: ihre Familie. „Sonst würde es nicht gehen“, ist die Mutter von zwei Söhnen überzeugt. Hilfe erhält sie nicht nur von ihrem Mann und ihrem Vater, die beide etwa die Brote zu den Kunden bringen, sondern auch von ihrer Mutter beim Backen und ihrem Bruder, der Getreide anbaut. „Wir arbeiten da einfach Hand in Hand“.
Besondere Pläne für die Zukunft hat Brandl derzeit nicht. Für sie ist der Laden, so wie er ist, perfekt. Immerhin kann sie mit ihm nicht nur die Liebe zu heimischen Lebensmitteln, sondern auch ihre Hobbys Backen und Kochen vereinbaren. Überhaupt sagt sie: „Ich darf das machen, was ich liebe, und das zählt“.
