Zwischenbilanz: Freibadbetreiber im Landkreis Cham kämpfen mit herausforderndem Sommer

Der Sommer 2024 ist mittlerweile in vollem Gange – bestes Badewetter herrscht damit jedoch nicht unbedingt. Das zeigen die vergangenen Wochen. Dementsprechend nüchtern fällt auch die Zwischenbilanz der Freibäder im Landkreis Cham nach der ersten Hälfte der Freibadsaison aus.
In Bad Kötzting spricht Geschäftsführer Karl-Heinz Lummer zunächst von einer „gefühlsmäßig verhaltenen Saison“. Bislang haben in dieser Saison an die 8000 Gäste das Freibad im Aqacur besucht. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch rund 9000 bis zu diesem Zeitpunkt. Ein Umstand, mit dem man sich abfinden müsse, denn: „Da geht es ja den Eisdielen heuer auch nicht anders“, wirft Lummer ein.
Sportlich nimmt die anhaltenden Wetterkapriolen auch Andreas Vogt, Betriebsleiter im Chamer Freizeitbad. „Die Saison ist durchwachsen“, sagt er. „Aber das ist ja bei allen Bädern im Umkreis momentan so“, tröstet er sich. Nach Beendigung der Wartungsmaßnahmen hat das Bad heuer am 18. Mai aufgesperrt. Wirklich viel los gewesen sei aber nur an vereinzelten Tagen.
Später in die Freibadsaison gestartet
Deutlich später als in den Vorjahren hat heuer das Rötzer Freibad Freizeitwelle seine Türen geöffnet. „Wir mussten wetterbedingt vier Wochen warten, bis wir aufsperren konnten“, erzählt Bademeister Heinrich Kestler. Normalerweise beginnt die Freibadsaison in Rötz immer zu Pfingsten.
Der verspätete Start sollte sich als nicht so gutes Omen für die Rötzer erweisen, denn „wirklich viele Tage mit gutem Badewetter habe es bislang nicht gegeben“, so Kestler. Dafür seien die Besucherzahlen an den Tagen mit hohen Temperaturen mehr als zufriedenstellend gewesen. Bislang sei das an zwei Tagen der Fall gewesen, an denen die Temperaturen an die 30 Grad kletterten und dem Rötzer Freibad jeweils bis zu 600 Besucher bescherten.
Auch bei niedrigen Temperaturen seine Bahnen im Becken ziehen, ist in Rötz hingegen nicht möglich, denn bei Temperaturen unter 23 Grad bleibt das Freibad geschlossen. Für Schlechtwettertage bietet die Stadt den Rötzern eine Alternative, denn den ganzen Sommer über ist auch das Hallenbad geöffnet.
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Einzig in den Sommerferien wird es wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Das passt ganz gut, weil dann keine Schulklassen auf das Becken angewiesen sind, erklärt Kestler. Wann die Freibadsaison in Rötz in diesem Jahr endet, will sich die Stadt bisher noch offenhalten. „Da richten wir uns ganz nach dem Wetter“ sagt Kestler. Spätestens zum Schulbeginn im September ist das Außenbecken dann aber auf jeden Fall zu.
„Viele regnerische Tage“
Trotz der kalten Temperaturen im Mai haben sich die Verantwortlichen des Drachensee-Freibades in Furth im Wald in diesem Jahr für eine frühere Eröffnung entschieden. Tage mit großem Besucherandrang gab es seitdem nur vereinzelt. „Wir haben heuer einfach viele regnerische Tage“, gibt Martina Christoph von den Stadtwerken zu Bedenken. Das merke man auch deutlich an den Besucherzahlen – auch im Hinblick auf die Auslastung des Bades im vergangenen Jahr.
Etwa 1000 Besucher weniger als im Juni des Vorjahres sind laut Christoph im vergangenen Monat ins Freibad gekommen.
Ebenso wie in Rötz ist das Further Freibad dafür an Tagen mit hohen Temperaturen gut ausgelastet. Dennoch problematisch sind laut Christoph die schwankenden Wetterprognosen. Selbst wenn sich diese nicht bewahrheiten, bleiben die Besucher trotz schönem Wetter dem Freibad fern, so ihre Beobachtungen.
Von einer hundertprozentigen Auslastung an den wenigen heißen Tagen dieses Sommers berichtet Josef Schober, Geschäftsleiter der Gemeinde Traitsching, in Bezug auf das Freibad in Sattelbogen. Sein Fazit zum bisherigen Saisonverlauf deckt sich mit den Eindrücken der anderen Freibadbetreiber im Landkreis: „sehr durchwachsen“.
Dabei besticht das kleine Freibad im Südwesten des Landkreises durch seine familiäre Atmosphäre. Erfahrungsgemäß kommen die Gäste aus der Gemeinde Traitsching und den angrenzenden Orten des nördlichen Landkreises Straubing-Bogen zum Schwimmen hierher.
Aber auch aus Cham oder Roding zieht es Badegäste nach Sattelbogen, berichtet Schober – Letztere nutzten die Bademöglichkeit in der Gemeinde Traitsching derzeit teilweise als Ausweichmöglichkeit zum momentan geschlossenen Freibad in Roding.
Neugierige angezogen
Im vergangenen Jahr habe das frisch fertiggestellte Freibad zusätzlich noch Neugierige von weiter her angezogen. Das habe mittlerweile wieder nachgelassen. Aufgesperrt habe das Bad in diesem Jahr zum ersten Mal in der ersten Maiwoche. „Da war das Wetter schon recht feucht“, erinnert sich Schober. Den Dauerschwimmern habe das jedoch nichts ausgemacht. Erfahrungsgemäß ziehe es die Leute erst ab Temperaturen von 30 Grad ins Freibad.
