Nach einem Jahr Vakanz: Wolfgang Seefried wird neuer Leiter am Sonderpädagogischen Förderzentrum

Lange war die Stelle des Schulleiters am Sonderpädagogischen Förderzentrum Bad Kötzting vakant, nachdem die langjährige Rektorin Veronika Nerud vergangenes Jahr in den Ruhestand verabschiedet worden ist. Übergangsweise übernahm Konrektorin Brigitte Lemberger kommissarisch die Schulleitung. Nun steht fest, dass mit Wolfgang Seefried ab dem kommenden Schuljahr die Stelle wieder dauerhaft besetzt ist.
„Wir haben also letztlich eine gute Lösung gefunden“, bestätigt Stefan Fricker vom zuständigen Sachgebiet bei der Regierung der Oberpfalz im Gespräch mit unserer Zeitung die Personalie. Sieben Ausschreibungen der Stelle seien im Zuge der Pensionierung von Veronika Nerud ergebnislos geblieben, so dass die Suche nach einer Neubesetzung zeitweise doch „ein bisschen zäh war“, wie er sagt.
Referendariat in Cham
Den Wunsch, eine Funktionsstelle, wie die eines Schulleiters, zu besetzen, hatte Seefried schon lange, wie er erzählt. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen“, sagt er mit Vorfreude auf die neue Aufgabe.
Zu seiner Berufung als Lehrer im Sonderschulbereich hat der 58-Jährige Pädagoge, der mit seiner Familie in Cham lebt, einst durch seine Tätigkeit als Zivildienstleistender an einer Schule für geistig Behinderte gefunden, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt. Hinzu kamen „familiäre Vorbelastungen“, sagt Seefried, denn bereits sein Vater sei Lehrer an einer Förderschule gewesen.
Sein Weg letztlich ins Klassenzimmer führte den zweifachen Familienvater zunächst an die Julius-Maximilian-Universität in Würzburg, wo er Lehramt Sonderpädagogik mit den Schwerpunkten Lern- und Geistigbehindertenpädagogik kombiniert mit der Didaktik der Grundschule studierte. Für das Referendariat zog es den damals angehenden Lehrer nach Cham. Wegen seiner beiden unterschiedlichen Schwerpunkte wurde er in beiden Jahren des Vorbereitungsdienstes auch an zwei Schulen unterschiedlichen Typs eingesetzt. Jeweils ein Jahr verbrachte er am Sonderpädagogischen Förderzentrum und der Bildungsstätte Sankt Gunther, bevor er sein zweites Staatsexamen ablegte.
Früher bereits in Bad Kötzting unterrichtet
Auf seine Ausbildungszeit in Cham folgten zwei Jahre in Oberviechtach, wo er unter anderem am Aufbau der dortigen Schulvorbereitenden Einrichtung mitgewirkt hat. Im Anschluss zog es ihn erneut in den Landkreis Cham: Von 1999 bis 2006 unterrichtete der heute 58-jährige Vater einer 27-jährigen Tochter und eines 25-jährigen Sohnes bereits in Bad Kötzting.
Eine weitere Verbindung zur Pfingstrittstadt ist seine Frau Barbara Hiebl, eine gebürtige Kötztingerin. Sie ist Konrektorin am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Cham. Zuletzt unterrichtete Wolfgang Seefried 16 Jahre lang an der Schule für Kranke Regensburg - Außenstelle Cham. Dort werden in zwei Klassen Kinder und Jugendliche unterrichtet, die sich teilstationär in der Tagesklinik des Zentrums für Kinder- und Jugendpsychiatrie Cham befinden.
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Wesentliche Herausforderungen sind für den künftigen Schulleiter nach wie vor die Digitalisierung und der Umgang mit Medien. Den Schultyp Förderschule sieht der Sonderpädagoge auch in Zeiten einer immer häufiger diskutierten Inklusion als durchaus berechtigt an. Zwar gebe es Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf, denen die Beschulung an einer Regelschule guttun kann, ebenso könne einigen von ihnen der Regelschulbetrieb aber auch schaden.
Kind steht im Mittelpunkt
Immerhin neigen Kinder oft dazu, sich mit anderen zu vergleichen. In jedem Fall stehe das einzelne Kind im Mittelpunkt. „Kinder, die Schwierigkeiten machen, haben welche“, gibt er zu bedenken. Sein Leitgedanke: „Erst verstehen, dann erziehen“.
Näheres zu seinen Plänen am neuen Wirkungsort möchte Seefried aber zum momentanen Zeitpunkt noch nicht verraten. Nur so viel: „Ich freue mich schon sehr auf Bad Kötzting“. Einzelheiten erfahren seine künftigen Kollegen in der ersten Lehrerkonferenz. Offiziell tritt Seefried seinen Dienst als neuer Rektor mit dem Beginn der Sommerferien am 1. August an.
