Umbau läuft: So soll das Rathaus in Bad Kötzting bürgerfreundlicher und barrierefrei werden

Schlager sind in diesen Tagen nicht aus dem Mund von Bürgermeister MarKUSS zu hören, wenn man sich auf dem Vorplatz des Bad Kötztinger Rathauses aufhält, sondern aus dem Radio der Bauarbeiter. Sie sind aktuell im Erdgeschoss am Werk. Dort wird ein Teilbereich des Gebäudes komplett umgestaltet, obwohl er denkmalgeschützt ist.
Wie Bauamtsleiter Christian Kopf erklärt, soll der Eingangsbereich des Rathauses bürgerfreundlicher und vor allem barrierefrei werden. Weil der betroffene Bereich „keinen Denkmalwert mehr hat“, wie Kopf sagt, sind die Umbaumaßnahmen in diesem Umfang möglich. Dennoch: „Wir machen das alles in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt. Denn auch für einen Bereich, der nicht mehr den Wert eines Denkmals hat, braucht man bei einem Umbau eine Genehmigung.“
Bürgerbüro als Anlaufstelle
Künftig soll man durch das „Gelenk“, das Alt- und Neubau verbindet, ins Rathaus gelangen. Durchschreitet man dann den neuen Haupteingang und biegt links ab, kommt man in das neue Bürgerbüro, das als Anlaufstelle für diejenigen dienen soll, die nicht wissen, wo sie hinmüssen, erklärt Kopf. Zusätzlich wird es in dem Bereich auch Sitzgelegenheiten und Info-Terminals geben. Biegt man im Eingangsbereich hingegen nach rechts ab, gelangt man in den Erweiterungsbau, in dem sich auch die Außenstelle (Kfz-Zulassung) des Landratsamts Cham befindet.
Im Gegensatz zum alten Eingangsbereich soll der neue nicht mehr „so finster“ sein, sagt Kopf, und fügt hinzu „Wenn man zum ersten Mal ins Rathaus kommt, soll man sich schnell zurechtfinden können“.
Die künftige Einrichtung wird sich an den dunklen Farbtönen des „Altbestandes“ orientieren, weil das ein Wunsch des Denkmalamtes war, so der Bauamtsleiter. Durch den neuen Granitboden, helle Theken sowie Glas- und Raumöffnungen werde es aber insgesamt freundlicher und „luftiger“, sagt Kopf. Der historische Parkettboden im Standesamt-Zimmer bleibe erhalten. Ebenso die Räume der verschiedenen Ämter. „Die Mitarbeiter ziehen im Oktober mit neuen Möblierungen wieder zurück in ihre alten Räume“, sagt Kopf.
Im Moment zeigen einige an Türen aufgeklebte Aushänge, wo die vom Umbau betroffenen Amtszimmer zu finden sind. Dennoch sei es für die Bürger momentan schwierig, sich zu orientieren. „Ich sehe oft Leute, die in den Gängen umherirren. Es ist gerade schon etwas unübersichtlich, das muss man schon sagen“, so Kopf.
Rollstuhl-Rampe war zu steil
Die letzte Baumaßnahme am Bad Kötztinger Rathaus war der Anbau der Außentreppe und des Aufzugs an der hinteren Seite des Gebäudes. Dieser Aufzug werde künftig als barrierefreier Zugang für Menschen mit Behinderungen dienen.
Die vorhandene Rollstuhl-Rampe beim Zugang zum Anbau und künftigem Haupteingang sei nicht zu gebrauchen. „Die ist zu steil, sie entspricht nicht den DIN-Normen“, sagt Kopf. Hätte man die Rampe damals entsprechend gebaut, hätte sie von der Länge bis zur Straße gereicht. Denn nur auf diese größere Entfernung hätte die Höhe des Gebäude-Eingangs ausgeglichen werden können. Einige Rollstuhlfahrer würden zwar auch über diese steile Rampe ins Rathaus gelangen, aber eben nicht alle. Das wird sich in Zukunft ändern.
Neugestaltung im Rathaus-Erdgeschoss
Baustelle: Die Umbauarbeiten im Erdgeschoss des Bad Kötztinger Rathauses haben Ende Juni begonnen. Im Oktober sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein und die Mitarbeiter in ihre renovierten Arbeitsräume zurückkehren können. Bis dahin sind das Einwohnermeldeamt und das Standesamt provisorisch im Obergeschoss des Anbau-Bereichs (über der Landratsamt-Außenstelle) untergebracht.
Planung: Den Umbau hat die hiesige Ideenwerkstatt SowieSo geplant.
Firmen: Für die Baumeister-Arbeiten ist die Firma Altmann aus Lederdorn zuständig. Die restlichen Arbeiten wie Rohrinstallation oder Schreinerarbeiten sollen bis August vergeben werden. Kosten: Die Umbaumaßnahmen kosten etwa 400000 Euro.


