Die „Schneisen-Crew“ feierte in Cham ein Wiedersehen aus eigentlich traurigem Grund

Es ist ein fröhliches Wiedersehen unter traurigen Vorzeichen im Gasthaus Schierer in Schachendorf Ende Mai dieses Jahres. Viele der Teilnehmer stehen weit in ihren 70ern oder 80ern, und sie haben den Tod eines alten Freundes zu betrauern: Dieter Hartmann ist gestorben, eines der Mitglieder der „Schneisen-Crew“, die seit 1984 einen noch heute amtierenden Gründungs-Präsidenten hat: Bauunternehmer Max Schierer.
Früher, da verbrachten die Mitglieder dieser Crew viele der damals noch viel zahlreicheren Schnee-Tage beim Skifahren – nicht nur im Bayerischen Wald, aber auf jeden Fall an einem Ort, den es heute so gar nicht mehr gibt. Die Rede ist von der namensgebenden „Liftschneise“ auf dem Großen Arber. Die ging mit Inbetriebnahme der Seilbahn auf dem König des Bayerischen Waldes in der Weltcupstrecke auf, ist seitdem bestens präpariert und irgendwie so gar nicht mehr das, was die „Liftschneis’n“ von damals war.
Schneise gibt es nicht mehr
1984, erinnert sich Hubert Uffinger, sei es eine „sportbegeisterte Gemeinschaft“ gewesen, die sich unter dem Namen „Schneisen-Crew“ zusammengefunden hatte. Uffinger muss es wissen – er ist seit der Gründung „Sekretär“ dieser Gemeinschaft. Die hat in ihrer Zeit nicht nur einige (lange) Abende im Schutzhaus knapp unterhalb des Gipfels mit dem unvergessenen Wirt Ignaz Fischer verbracht, sondern auch dem einen oder anderen Schleichweg auf dem Berg eigene Namen gegeben.
Heutige Skifahrer müssen wohl schon über 30 Jahre alt sein, um sich an die buckelige und schmale Piste zu erinnern, die unter dem zweisitzigen Lift von der Talstation hinauf zum Schutzhaus geführt hat. In der Zeit mit Skiern, die im Vergleich zu heute so gut wie keine Taillierung kannten, dafür aber auch gerne einmal über zwei Meter lang sein konnten, war die Liftschneise sicher die anspruchvollste Variante, um sie dem Berg abzutrotzen. Diese Zeiten sind nun ebenfalls schon 25 Jahre vorbei, aber die „Crew“, die gibt es heute noch. Auch wenn nicht mehr alle so aktive Skifahrer seien wie damals, wie Hubert Uffinger sagt. Eine Gemeinschaft, die seien sie alle bis heute, auch wenn das älteste Mitglied schon über 90 Jahre alt sei.
Wolke wie ein Schneeberg
Am letzten Tag des Monats Mai – dem letzten Monat, in dem „früher“ auf dem Großen Arber Skifahren noch möglich war – trafen sich die Mitglieder nun nach langer Zeit wieder einmal, und das auch, um eines verstorbenen Mitglieds zu gedenken: Erst kurz zuvor war Dieter Hartmann aus Altrandsberg gestorben. „In memoriam“ wollte „Sekretär“ Hubert Uffinger dieses Wiedersehen nach längerer Zeit und ohne Skiern, dafür bestens bewirtet im Gasthaus Schierer in Schachendorf wissen. „Er ist in kein schwarzes Loch gefallen, sondern ist auf einer ganz tollen Wolke gelandet mit guten Radwegen, einem gepflegten Tennisplatz und einem Schneeberg, ähnlich wie der Arber, mit Schneise, so wie sie in den 1980er-Jahren unser Präsident Max eröffnen konnte. Auch langweilig ist es eurem Vater nicht, denn es haben ihn Schneisen-Crew Mitglieder, die schon eine Zeit lang diese Wolke genießen, in alles eingeweiht. Der Allescher Arthur hat ihm mit Gitarre gleich ,Mia san vom Wold dahoam‘ vorgespielt; Der Baumann Gunter, der sich wieder um die Brennstäbe kümmert,damit die Wolke gut beheizt ist, und der Baumeister Albert hat ihm ein Himmelsfahrzeug besorgt – der Fischer Ignaz schenkt wieder in einer Schutzhütte ein gutes Bier aus. Dann kümmert sich und organisiert alles der Schierer Mex. Auch darum, dass der Wundrig Manfred zum Heimfahren sein Auto mit Mutter wieder findet – und weil auch unsere Klimakrise die Schneequalität dieser Wolke verändert, haben sie da oben den Zimmermann Xaver, der die Ski richtig schleift und wachst. Ja ihr seht alle, dass man auf so einer Wolke ewig in guter Erinnerung bleiben kann.“
Damit sich die 30 Mitglieder aber nicht nur zum Wiedersehen getroffen haben, wurden auch noch Spenden für den Rotary Club und den Lions Club gesammelt. Jeweils 500 Euro gehen an die wohltätigen Vereinigungen aus den Spenden (und aufgerundet vom Präsidenten) an diesem Tag.

