Läufer kollabieren, Strecke verstopft: Rewag nimmt Firmenlauf-Kritik „sehr ernst“

Für „imposant“ befand Rewag-Chef Robert Greb den Pulk, der sich vergangenen Mittwoch um 19.15 Uhr am Jahnstadion Regensburg in Bewegung setzte. 3000 Läufer gingen dieses Jahr beim Rewag-Firmenlauf auf die Strecke. Eine neue Strecke. Eine gute Strecke? Kritik wurde laut.
Nach dem Lauf wandten sich mehrere Läufer – sie wollen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen – mit Kritik an die MZ. „Unglaublich hügelig“ und „viel zu eng“ sei die Strecke zeitweise gewesen. „Viele“ Läufer seien kollabiert oder hätten sich übergeben müssen, Trinkwasser sei Mangelware gewesen, so der Tenor aus Gesprächen mit mehreren Teilnehmern. Was ist dran?
„Es ist richtig, dass es mehrere Einsätze des Rettungsdienstes vor Ort gegeben hat“, sagt Rewag-Pressesprecher Martin Gottschalk auf Nachfrage. Die Anzahl der medizinischen Vorfälle, allesamt Kreislaufbeschwerden, ordnete er im einstelligen Bereich ein. „ Ein Läufer musste mit dem Rettungswagen aus dem Zielbereich wegen eines akuten Schwächeanfalls ins Krankenhaus gefahren werden“, schildert Gottschalk. Derartige Vorfälle habe es in den vergangenen Jahren „immer wieder einmal“ gegeben – vor allem, wenn es heiß und schwül war. Vergangenen Mittwoch hatte es um die 25 Grad in Regensburg.
Rewag-Firmenlauf in Regensburg: Neue Strecke anspruchsvoller
Dass die Strecke in diesem Jahr anspruchsvoller sei, hatte Greb am Lauftag schon gesagt. War sie zu anspruchsvoll? Nein, meint Gottschalk. Die Streckenführung sei von vielen sehr gelobt worden. Jedoch sei die Route aufgrund mehrerer Steigungen für ungeübte Läufer besonders anspruchsvoll gewesen.
Nachvollziehen kann Gottschalk die Kritik, dass Engstellen die Läufer kurzzeitig zum Stehenbleiben gezwungen hätten. „Das bedauern wir.“ Die knapp sieben Kilometer lange Strecke führte vom Jahnstadion aus an den Parkplätzen der Arena vorbei. Anschließend ging es über einen Feldweg in Richtung Oberisling und Leoprechting, dann über denselben Feldweg zurück zum Jahnstadion und einmal durch die Arena. Insbesondere nach dem Start habe sich auf dem Feldweg ein Stau gebildet, sagt Gottschalk.
Zudem gab es Begegnungsverkehr zwischen den Schnelleren und Langsameren. Die vier Zweitplatzierten konnten davon ein Lied singen. „Uns kamen so viele Läufer entgegen, dass an ein Rennen nicht zu denken war, deshalb haben wir gesagt: Wir laufen zusammen als vier Zweite ins Ziel“, erklärte Josef Fischer der MZ, nachdem er Hand in Hand mit Simon Baumann, Michele Salvi und Martin Kodewitz die Ziellinie durchlaufen hatte. „Die Kritik an der Streckenführung ist mit Blick auf etwaige Engstellen für uns nachvollziehbar“, sagt Gottschalk.
Regensburg: Rewag nimmt Firmenlauf-Kritik „sehr ernst“
Ein Teilnehmer hatte gegenüber der MZ moniert, dass die zwei Getränkestände im Ziel zu wenig für 3000 Läufer gewesen seien. Läufer seien sogar „angeranzt“ worden, sich nur einen Becher zu nehmen, weil es zu wenig gebe. Gottschalk widerspricht entschieden. „Zur Versorgung mit Trinkwasser kann ich versichern, dass es hier keinerlei Limitierung gegeben hat.“ Die Rewag habe versucht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Daher habe man die Läufer darauf hingewiesen, dass man sich die Becher immer wieder auffüllen lassen könne. Auch eigene Flaschen habe man sich wieder voll machen lassen können. Da die Strecke anspruchsvoller war, habe es in diesem Jahr sogar zwei Verpflegungsstellen gegeben. Dennoch lief in Sachen Getränke nicht alles glatt: Was die Verkaufsstände angeht, habe die Rewag „leider vergleichsweise viel Kritik“ erreicht. Das nehme man ernst, versichert Gottschalk.
Auch die Strecke kommt in einer Nachbesprechung auf den Prüfstand. „Die geäußerte Kritik nehmen wir dabei sehr ernst und dementsprechend ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass wir im kommenden Jahr die exakt gleiche Strecke laufen werden.“ Da es sich um eine Premiere gehandelt habe, habe es an Erfahrungswerten gemangelt, erklärt Gottschalk. „Wir werden die Veranstaltung in allen Aspekten weiter optimieren.“