Prozess in Regensburg: Dealte 43-Jähriger nach spektakulärer Flucht vor der Polizei weiter?

Von André Baumgarten · 18. Juli 2024 um 19:00

Im Keller des Finanzamts schoss die Polizei 2023 auf einen BMW-Fahrer, der sich den Weg frei rammte. Der Prozess um eine wilde Verfolgungsjagd quer durch Regensburg verzögert sich nun – Details aus der Telefonüberwachung ließen aufhorchen.

Im Februar 2023 flüchtet ein 43-Jähriger vor der Polizei. Im Verlauf der wilden Verfolgungsjagd mitten in Regensburg greift ein Polizist zur Waffe: Er schießt zwölfmal auf den silbernen 3er-BMW Kombi und trifft auch – dem Mann am Steuer gelingt trotzdem die Flucht. Er stellte sich zwei Wochen später und kam frei. Im Prozess wird nun klar, dass der Angeklagte die ebenfalls angeklagten Drogengeschäfte wohl unbeeindruckt weitermachte. Darauf deuten abgehörte Telefonate, die gestern vor Gericht abgespielt wurden.

Das Urteil in dem Fall verzögert sich. Neben dem 43-jährigen vielfach vorbestraften Mann muss sich auch seine Ex-Lebensgefährtin vor dem Landgericht verantworten. Sie ist wegen Beihilfe zum Drogenhandel in nicht geringer Menge angeklagt. Ein Delikt, für das der ebenfalls 43 Jahre alten Frau bei einer Verurteilung erhebliche Konsequenzen drohen: Sie könnte ihren Status als Beamtin auf Lebenszeit verlieren. Der leitende Ermittler hatte der siebten Strafkammer gestern mitgeschnittene Telefonate vorgespielt, in denen auch sie zu hören war. Ob das sowie observierte Fahrten zu möglichen Kunden als Beweis ausreicht, hat das Gericht zu entscheiden.

Bei der Telefonüberwachung fiel auf, dass kurz nachdem sich der 43-Jährige mit seinem Anwalt Werner Semmler den Behörden gestellt hatte und frei kam, Treffen mit dem mutmaßlichen Partner größerer Drogengeschäft vereinbart wurden. Beiden Angeklagten war offenbar nicht klar, dass Rauschgiftermittler längst auf ihrer Spur waren. Der Stoff, den der 43-Jährige an den Mann aus dem Raum Nürnberg liefert, war allerdings minderwertig – darauf deuten die Gespräche hin. Man wollte aber Freunde bleiben.

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Nachdem ein vorausgegangener Sitzungstag wegen der kurzfristigen Verhinderung einer Richterin ausfallen musste, geht der Prozess um Drogengeschäfte und die Schüsse in der Tiefgarage des Finanzamts in die Verlängerung. Vorsitzender Richter Alexander Guth kündigte an, dass weitere Termine nötig sind.

Ein Urteil in dem Fall soll nun erst am 29. Juli verkündet werden.