Rochade in Regensburger Brauerei-Szene: Kneitinger-Chef geht zu Bischofshof

Bischofshof statt Kneitinger: Martin Sperger, Geschäftsführer der Regensburger Brauerei mit dem Bock, orientiert sich beruflich neu.
Prominente Rochade in der Regensburger Brauerei-Szene: Kneitinger-Geschäftsführer Martin Sperger verlässt Ende August die Kreuzgasse und zieht einige hundert Meter weiter westwärts in die Heitzerstraße. Bei der dort beheimateten Brauerei Bischofshof heuert der 48-Jährige am 1. September als Leiter Gastronomie an.
Für Sperger schließt sich damit gewissermaßen ein Kreis. „Ich bin ja in einem Wirtshaus in Thalmassing aufgewachsen – und mein Vater hat dort Bischofshof-Bier ausgeschenkt“, betont er seinen fest verwurzelten Bezug zum künftigen Arbeitgeber. Sein Weggang von Kneitinger stellt dennoch eine Zäsur dar, schließlich war Sperger in seinen 14 Jahren als Geschäftsführer zusammen mit Braumeister-Ikone Albert Kellner zum Gesicht der Brauerei mit dem Bock geworden.
Neue berufliche Herausforderung gesucht
In einer am Freitag von Bischofshof veröffentlichten Stellungnahme begründet er seinen Wechsel damit, dass er sich noch einmal einer neuen beruflichen Herausforderung stellen wolle. Im persönlichen Gespräch räumt Sperger ein, schon jetzt Bammel vor dem letzten Arbeitstag bei Kneitinger zu haben: „Ich bin emotional und nah am Wasser gebaut. Das wird hart, zumal ich überzeugt bin, einen guten Stand bei der Belegschaft zu haben.“
Als Abgang zur Konkurrenz sieht er seine Veränderung übrigens nicht, dafür seien die Verhältnisse in der überschaubaren Regensburger Brauer-Branche viel zu familiär. „Ich habe schon immer einen guten Kontakt zum Geschäftsführer von Bischofshof gehabt, genauso wie zum Spitalmeister. Man kennt sich, man schätzt sich“, beschreibt es Sperger.
Till Hedrich, Chef der Brauerei Bischofshof, freut sich auf den namhaften Neuzugang. „Martin Sperger hat mich damals an die Hand genommen, als ich neu war in Regensburg“, sagt er. Sperger habe sich an Bischofshof gewandt. „Für uns war dann wichtig, dass ein so guter Mann nicht abwandert aus Regensburg und uns von außen Konkurrenz macht.“
Restaurants und Gaststätten „extrem wichtig“
Bischofshof mache 40 Prozent des Bierabsatzes mit der Gastronomie, die Restaurants und Gaststätten seien extrem wichtig. „Auch, weil der Bierkonsument hier emotional mit unseren beiden Marken Bischofshof und Weltenburger in Kontakt kommt“, so Hedrich.
Auch für Kneitinger spielen die Brauereigaststätten eine bedeutende Rolle. Spergers letzte große Aufgabe in der Kreuzgasse ist es daher, einen neuen Wirt für den Kneitinger Keller zu finden. „Das will ich unbedingt noch in trockene Tücher bringen.“
Bei Bischofshof warten dann ganz ähnliche Aufgaben, unter anderem ist das seit Ende 2021 leerstehende Renommierobjekt Ratskeller neu zu beleben. „Ich mag solche Herausforderungen, daran wächst man“, sagt Sperger.