In die kreiseigenen Schulen in Schwandorf und Nabburg fließen Millionen

Von Jan Lange · 10. Juli 2024 um 19:12

Die steigenden Schülerzahlen in vielen Schulen machen auch vor dem Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) Schwandorf nicht halt. Das hat Folgen, wie jetzt im Kreisausschuss für Schulen, Planung und Bau informiert wurde. Und auch in andere Einrichtungen fließt reichlich Geld.

Dachgeschoss des Förderzentrums Schwandorf wird ausgebaut

Schon seit längerem steigen die Schülerzahlen am SFZ: Besuchten 2021 noch 119Jugendliche die Einrichtung, waren es in diesem Frühjahr bereits 125. Auch im nächsten Schuljahr wird es mehr Schüler geben. Die Regierung der Oberpfalz stimmte der Bildung einer zusätzlichen Klasse im Schuljahr 2024/25 zu. Damit werden dann elf statt zehn Klassen unterrichtet. Dies bedeutet in der Konsequenz die vorübergehende Umnutzung eines Fachraums zu einem Klassenzimmer.

Nun sollen im Dachgeschoss zusätzliche Räume geschaffen werden, um bereits vor dem geplanten Neubau der Sporthalle die schulische Organisation zu verbessern. Es ist angedacht, im Bereich der jetzigen Gauben auf der Ostseite drei einzelne Räume für Beratung und Sprechzimmer zu schaffen, zudem mit einem Flur eine Abtrennung der Dachlagerräume herzustellen und für den Technikbereich einen eigenen kleinen Raum zu bauen.

Da im Bereich der bestehenden drei Gauben bei einem Ausbau keine ausreichende Raumhöhe erzielt werden kann, soll eine größere Schleppgaube gebaut und so für die geplanten kleinen Räume eine vernünftige Höhe erreicht werden.

Unterrichtsräume können laut der Kreisverwaltung aber nicht im Dachgeschoss entstehen. Für den Teilausbau der obersten Etage sollen nun ein entsprechender Bauantrag gestellt und die weiteren Planungen vorbereitet werden. Das hat der Kreisausschuss einstimmig abgenickt.

55 Millionen Euro fürs Berufliche Schulzentrum Schwandorf

Der Umbau und die Erweiterung des Beruflichen Schulzentrums Oskar-von-Miller in Schwandorf gehört zu den größten und kostenintensivsten Baumaßnahmen des Landkreises. Auch deshalb sind die Kreisräte sehr an der Kostenentwicklung interessiert. Im April hatten sie einen Überblick über die Ausgaben von der Verwaltung gefordert. Am Montag wurden sie nun darüber informiert. Demnach werden sich die Gesamtkosten für die sieben Bauabschnitte auf rund 55,3 Millionen Euro summieren. Davon entfallen knapp 13,2 Millionen Euro auf den Erweiterungsbau für die FOSBOS einschließlich zentraler Aula und Räumen für die Verwaltung, der im Zeitraum 2013 bis 2016 baulich umgesetzt wurde. Für 15,3 Millionen Euro wurden bis 2022 der Hauptbau saniert und der Verbindungsbau teilweise neu errichtet.

Aktuell wächst der Erweiterungsbau für die Werkstätten der Bauberufe wie Maurer, Fliesenleger und Maler sowie der Friseure in die Höhe. Für den sechsten Bauabschnitt wurden bislang circa 60 Prozent der Aufträge vergeben. Der Gesamtumfang der vergebenen Bauleistungen beläuft sich auf etwas mehr als 12,1 MillionenEuro. Die Kreisverwaltung erwartet deshalb Mehrkosten für diesen Bauabschnitt von circa 1,2 Millionen Euro, so dass sich die Gesamtkosten auf voraussichtlich 14,4 Millionen Euro summieren werden.

Für die Sanierung der bestehenden Werkstätten – siebter Bauabschnitt – rechnet der Landkreis mit Kosten von 12,4Millionen Euro.

In den weiteren Planungen beim Beruflichen Schulzentrum müsse künftig auch die Wirtschaftsschule berücksichtigt werden, die sukzessive von Wackersdorf nach Schwandorf verlagert wurde, informierte die Kreisverwaltung. Sie ist derzeit zum Großteil vorübergehend im vierten Obergeschoss untergebracht. Im Herbst soll in den Ausschusssitzungen dazu weiter beraten werden, kündigte die Verwaltung an. Derzeit erarbeiten die Architekten verschiedene Lösungsvarianten einschließlich einer Kostenschätzung. Gerechnet wird mit weiteren Ausgaben von mindestens fünf Millionen Euro.

Die Entscheidung, das Berufliche Schulzentrum um- und auszubauen, sei richtig gewesen, meinte Landrat Thomas Ebeling (CSU) im Ausschuss.

Heizzentrale der Berufsschule Nabburg soll erneuert werden

Die Heizzentrale im Gebäude der Berufsschule Nabburg versorgt bisher neben der Berufsschule auch die Real- und die Förderschule. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Heizzentrale ist seit September 2014 in Betrieb. Nachdem die Förderung für das BHKW nach zehn Jahren ausläuft, sollte eine Wirtschaftlichkeits- und Potenzialanalyse aufzeigen, wie mit dem BHKW weiter umgegangen werden soll. Die Ergebnisse wurden nun von Josef Beyer vom Institut für Energietechnik IfE GmbH präsentiert. Verglichen wurden bei der Untersuchung der Ist-Zustand, eine Optimierung des BHKW sowie die Investition in ein neues BHKW.

Bei den ersten beiden Varianten wäre eine Einmalzahlung für den Wartungsvertrag in Höhe von 20.000 Euro erforderlich, bei der Optimierung der hydraulischen Einbindung (zweite Variante) kämen zudem noch 50.000 Euro hinzu. Für ein neues BHKW würden Anschaffungskosten von 91.000 Euro, 50.000Euro für die Optimierung der hydraulischen Einbindung sowie 15.000Euro für die De- und Neuinstallation der Anlage entstehen.

Trotz der höheren Kosten stimmten die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich für ein neues BHKW samt Optimierung der hydraulischen Einbindung. Die einzige Gegenstimme kam von Grünen-Kreisrat Rudi Sommer, der für eine Sanierung der alten Anlage warb.

Das Dachgeschoss des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Ettmannsdorf soll teilweise ausgebaut werden. Foto: Jan Lange
Das bisherige BHKW in der Berufsschule Nabburg soll durch eine moderne Anlage ersetzt werden. Foto: Jan Lange