Landkreis Schwandorf plant in diesem Jahr Rekordsumme für die Schulen

Von Hubert Heinzl · 20. Februar 2024 um 19:00

Der Landkreis Schwandorf bricht in diesem Jahr bei den Investitionen in die Bildung wohl alle Rekorde. Wenn der Kreistag zustimmt, sollen heuer rund 15,1 Millionen Euro in die Schulen gesteckt werden, davon 13 Millionen Euro allein in Hochbaumaßnahmen.

Der Ausschuss für Schulen, Planung und Bau gab in seiner Sitzung am Montag schon einmal grünes Licht. Aber nicht nur beim Hochbau vermeldete Kreiskämmerer Jochen Manz ein Allzeithoch. Auch die Gesamtausgaben dürften heuer in ungeahnte Höhen klettern. Zusammen mit den laufenden Aufwendungen – von der Energie über das Personal bis zur Schülerbeförderung – lässt sich der Landkreis seine 21Schulen knapp 34Millionen Euro kosten – laut Manz etwa 1,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Hohe Zahl an Gastschülern im Landkreis

Bei der Schulfinanzierung gibt es im Detail aber durchaus gegenläufige Tendenzen. Während laut Manz die Personalausgaben von 4,1 auf knapp 4,6Millionen Euro klettern werden, spart der Landkreis bei der Schülerbeförderung in diesem Jahr mehr als 1,2 Millionen Euro ein – wegen der leicht gesunkenen Zahl an Fahrschülern, vor allem aber durch das 49-Euro-Ticket.

Dass die weiterführenden Schulen auch für andere Landkreise attraktiv sein können, belegte Manz durch die Zahl der Gastschüler: Am Gymnasium Nittenau liegt ihr Anteil bei über 50 Prozent. Am Gymnasium Burglengenfeld kommen immerhin noch 28,7 Prozent der Schüler aus einem anderen Landkreis, also knapp ein Drittel. Auch die Schülerzahlen insgesamt steigen an beiden Gymnasien deutlich an.

Schwerpunkte bei den Investitionen sind in diesem Jahr einmal mehr die Schulstandorte Nabburg, Schwandorf und Burglengenfeld. In Nabburg sind für die Erweiterung des Sonderpädagogischen Förderzentrums weitere 4,5Millionen Euro eingeplant. Laut Verwaltungsvorlage sollen im Frühjahr die tragenden Bauteile aus Beton fertiggestellt sein, anschließend wird die Gebäudehülle in Holzbauweise errichtet. Auch die Schulsportanlagen werden neu geordnet.

Vier Millionen Euro für Berufliches Schulzentrum

Das Berufliche Schulzentrum in Schwandorf bleibt ebenfalls eine Dauerbaustelle. Inzwischen ist am Standort an der Glätzlstraße bereits der sechste Bauabschnitt erreicht. Heuer stehen Investitionen von vier Millionen Euro für das Werkstattgebäude Nord auf dem Plan. Rohbau, Gebäudehülle, Dach und Fassade sowie die Rohinstallation der Technik sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. In dem dreigeschossigen Neubau soll künftig die schulische Ausbildung für Bauberufe, Maurer, Fliesenleger, Maler und Friseure erfolgen.

Dritter großer Brocken im Haushaltsentwurf ist das Gymnasium Burglengenfeld, das aus allen Nähten platzt und laut Kämmerer Manz heuer wohl die Schwelle von 1000Schülern überschreiten wird. Weil sich die geplante Erweiterung über Jahre hinziehen wird, mussten zuletzt vier Container-Klassenzimmer eingerichtet werden.

Höhere Kreisumlage ist vom Tisch

2024 sollen laut Vorlage erst einmal 500000Euro an Planungskosten in den Haushalt aufgenommen werden. Eine Million Euro sind für die Erweiterung des Hausmeisterwohnhauses für die Ganztagsbetreuung vorgesehen.

Das letzte Wort bei der Verabschiedung des Haushalts hat der Kreistag. Doch eine Zustimmung zum Entwurf zeichnet sich nach der Sitzung des Schul- und Bauausschusses ab. Denn mit der Beibehaltung des Hebesatzes von 44 Prozent für die Kreisumlage wurde ein Thema abgeräumt, das im Vorfeld für Irritationen gesorgt hatte. Noch Ende 2023 war die Kreiskämmerei von einem erforderlichen Hebesatz von 45 Prozent ausgegangen, was die Kommunen im Landkreis um mehr als 2,2Millionen Euro zusätzlich belastet hätte.

Doch nach höheren Schlüsselzuweisungen und absehbaren Einsparungen soll es beim alten Hebesatz bleiben. Nur Grünen-Kreisrat Rudi Sommer stimmte für eine Anhebung auf 45 Prozent. Mit dem frei werdenden Geld „könnten Klimaschutzmaßnahmen finanziert werden“, argumentierte er.

Das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld platzt aus allen Nähten, teilweise findet der Unterricht in Containern statt. Mittelfristig soll ein Anbau Entlastung bringen. Foto: Josef Schaller