Spatenstich: Das Berufliches Schulzentrum in Schwandorf wächst weiter

Für den Landkreis Schwandorf ist es die größte Investition in seiner Geschichte: Bereits seit gut zehn Jahren wird das Berufliche Schulzentrum (BSZ) in Schwandorf umgebaut und erweitert – für eine gewaltige Summe. Gestern fiel der Spatenstich für den sechsten Bauabschnitt.
Klar, ohne Symbolik geht bei so einem Termin nichts. Links und rechts von zwei großen Baggern eingerahmt, waren die Spaten bereits fein säuberlich in die Erde gesteckt, einer neben dem anderen. Es war die traditionelle Fotokulisse, bevor es richtig ernst wird mit dem sechsten Bauabschnitt.
Drei Jahre Bauzeit für den Neubau der Werkstätten in Schwandorf
Dabei geht es um den Neubau des Werkstätten-Gebäudes, der auf gut 13,1 Millionen Euro beziffert wird. Für die Bauzeit sind voraussichtlich drei Jahre veranschlagt. Laut Thomas Kubsa, Architekt beim Büro Krug-Grossmann, werden in dem Werkstatt-Gebäude Fach- und Unterrichtsräume für den Bereich Körperpflege und Bau entstehen.
So werde es im Erdgeschoss eine große Halle und Fachräume für die Maurer und Fliesenleger geben. Das erste Obergeschoss soll für die Maler sein – inklusive einer Absauganlage für die Lackierer –, während das zweite Obergeschoss dem Bereich Körperpflege Platz bieten wird. Im Dachgeschoss wiederum werde die Technik unterkommen – so die Lüftungs- und Absauganlage. Das Flachdach soll zudem mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden.
Rings um die Baustelle sind noch vereinzelt alte Gebäudeteile der Berufsschule zu sehen, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Deshalb war für Landrat Thomas Ebeling (CSU) klar, dass der Spatenstich „zu recht“ erfolge. Gut 25 Millionen Euro habe man nach seinen Worten in den kommenden Jahren noch zu verbauen.
Ebeling freute sich auch darüber, dass der Landkreis bereits vor einiger Zeit ein Grundstück dazubekommen habe, das oben am Kreuzbergring liegt. Das dortige Haus konnte abgerissen werden, um das Areal für die Schule zu nutzen. Bislang sind die Arbeiten laut Ebeling „sehr gut gelaufen“. Denn nach außen, zur Glätzlstraße hin, erstrahle die Berufsschule zu großen Teilen bereits in neuem Glanz.
Fünf Bauabschnitte sind bereits abgearbeitet
„Jeder Euro, der in Bildung investiert wird, ist richtig investiert“, sagte Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU). Er sei stolz, dass der Standort des BSZ in der Stadt weiter gestärkt werde.
Tatsächlich wird der Landkreis nach Abschluss aller Arbeiten eine gewaltige Summe investiert haben. Nach derzeitigen Schätzungen sind circa 54Millionen Euro kalkuliert. Der Umbau und die Erweiterung des BSZ sind in drei große Maßnahmenblöcke eingeteilt. Der erste umfasste den Erweiterungsneubau für die FOSBOS mit der neuen, zentralen Aula. Diese Arbeiten fielen in die Jahre 2013 bis 2017. Direkt im Anschluss, von 2018 bis 2021, folgte die Sanierung des Hauptbaus und der Teilneubau des Verbindungsbaus. Auch der Pausenhof zwischen der FOSBOS und dem Hauptbau wurde dabei komplett erneuert.
Die ersten fünf Bauabschnitte sind damit abgearbeitet. Nun beginnt also der dritte – und letzte – große Maßnahmenblock. Nach dem Neubau des Werkstätten-Gebäudes folgt im siebten Bauabschnitt die Sanierung des bestehenden viergeschossigen Werkstätten-Baus mit den Räumen für den Metall- und Schreinerbereich. Dafür sind dann noch 12,4 Millionen Euro einkalkuliert.
Auch das vierte Obergeschoss des Hauptbaus muss noch saniert werden, denn in diesem Teil soll künftig die gesamte Wirtschaftsschule unterkommen. Den Abschluss werde der Abbruch der jetzigen Bauhallen und die Neugestaltung der Freianlagen bilden, die zwischen den neuen Werkstätten und dem Hauptbau liegen.
Auch der künftiger Rektor des BSZ Schwandorf war dabei
„Was gibt es Schöneres, als sein Amt mit einem Spatenstich zu beginnen“, sagte Martin Abt. Der Oberstudiendirektor wird künftig die Leitung der Berufsschule übernehmen, nachdem derbisherige Leiter Josef MostAnfang des Jahres verabschiedet wurde.
Jetzt nutzte der Schulleiter in spe die Gelegenheit, um beim Spatenstich dabei zu sein. Abt sprach von einer „tollen Angelegenheit“ und freute sich, dass die Schule erneuert wird. Er hoffe auf einen zügigen Bau.
Dann war es so weit. Die Anwesenden, darunter auch die Bundestagsabgeordneten Martina Englhardt-Kopf (CSU) und Tina Winklmann (Grüne) sowie mehrere Kreisräte, schritten zur Tat. Oder besser gesagt: zum Spaten. Alle fein säuberlich aufgestellt, dann konnte der Sand fliegen – und die Baumaßnahme offiziell eröffnet werden.
