Am Marktplatz in Rötz entstehen neue Wohnungen – Infos zu Abwassergebühr und Glasfaser

Sieben Anträge waren es, die in der Bauausschusssitzung am Mittwoch ruckzuck durchgewunken werden konnten. Besonders erfreulich: Auch dem Antrag auf Sanierung des altehrwürdigen grünen Hauses am Marktplatz 5 konnte das gemeindliche Einvernehmen erteilt werden.
Es handelt sich dabei um einen „Antrag auf Sanierung des bestehenden Wohn- und Geschäftshauses mit Errichtung von Wohnungen“. Dabei musste der Denkmalschutz „Ensemble Altstadt Rötz“ berücksichtigt werden, informierte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler.
Das Vorhaben liegt im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet „Altstadt“. Zur Herstellung des Einvernehmens wurde deshalb der städtebauliche Berater der Stadt um eine städtebauliche Würdigung gebeten.
Wie im Jubiläumsbuch zu „500 Jahre Stadterhebung“ der Stadt Rötz nachzulesen ist, trägt das Gebäude am Marktplatz 5 den Hausnamen Sieß. Die Familie Gillitzer, heißt es dort weiter, habe ihren Hausnamen „Seißn“ wohl im Haus Hussenstraße 9 erworben.
Die Besitzerin dieses Anwesens mit Metzgergerechtsame ist bis 1782 eine „Wittib des Sieß“, ihr folgt der Fleischhacker Josef Gillitzer. „Anscheinend“, so die Information laut Jubiläumsbuch, „übernehmen die Gillitzer hier den Namen der Vorbesitzer Sieß als Hausnamen und bringen ihn dann später mit zum Marktplatz, wo die Gillitzer seit 1824 nachweisbar sind“. Auch die Pfarrbücherei und ein Redaktionsbüro haben sich einmal in dem Gebäude gefunden.
Einvernehmen erteilt
Viel Geschichte also, und deshalb sei es durchaus ein harter Kampf gewesen, bis nach zweieinhalb Jahren durch das „ok“ hinsichtlich des Ensembleschutzes der Bauausschuss grünes Licht geben konnte, sagt der Gebäudeeigentümer Stefan Zisler, im Vorfeld hätten zahlreiche Termine dazu stattgefunden. „Abreißen wäre tatsächlich die einfachere Lösung gewesen“, sagt er, und bei einem Neubau wäre auch ein Geschäft oder Café im Erdgeschoss eine tolle Sache gewesen; nun wird es also eine aufwendige Sanierung.
Nichtsdestotrotz freut der gebürtige Hillstetter sich über die Aufwertung im Bereich des Rötzer Marktplatzes. Und jetzt soll alles ganz schnell gehen: Wenn alles nach Plan verläuft, ist das Ziel, die Sanierung in spätestens einem Jahr abgeschlossen zu haben.
Auch den weiteren Bauvorhaben wurde am Mittwoch das gemeindliche Einvernehmen erteilt: Dem Antrag auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in Hillstett. Die Bauvoranfrage dafür war bereits am 18. November 2020 behandelt und befürwortet worden, das Landratsamt Cham hat mit Bescheid vom 27. Oktober 2021 eine Genehmigung erteilt. Die Wasser- und Abwasserversorgung sei derzeit nicht gesichert, so Spindler, könne aber über die Bergstraße hergestellt werden. Dazu sei eine Verlängerung der bestehenden Versorgungsleitungen notwendig.
Beim Antrag auf Neubau einer landwirtschaftlichen Lager- und Maschinenhalle in Grassersdorf wurde in Zusammenhang mit dem Einvernehmen erklärt, der Bauwerber sei darauf hinzuweisen, dass seitens der Stadt auf der öffentlichen Ortsstraße „Äußerer Tradweg“ auf der betreffenden Flurnummer weiterhin kein Winterdienst geleistet wird.
Das Einvernehmen wurde auch dem Antrag auf Sanierung eins bestehenden Wohnhauses mit drei Wohnungen, Teilabbruch, Anbau eines Treppenhauses und eines Balkons in Diepoltsried erteilt. Es gilt die Ortsabrundungssatzung Diepoltsried. Ebenso dem Antrag auf Erweiterung einer landwirtschaftlichen Unterstell- und Gerätehalle auf
Grundstücken in Bernried, die im Landschaftsschutzgebiet liegen. Auch dem Antrag auf Errichtung eines Geräteschuppens mit Freisitz in Rötz wurde das Einvernehmen erteilt, es gilt der Bebauungsplan „Am Birket“, und ebenso dem Antrag auf Errichtung eines Carports im Außenbereich in Rötz, letzterer liegt im Wasserschutzgebiet Tiefbrunnen, Schutzzone III. Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ gab es Informationen zu verschiedenen Baustellen. Die Bauarbeiten am Gehweg in der Neunburger Straße durch die Firma Rappl sind abgeschlossen und wurden am 21. Juni abgenommen, so der Bürgermeister. Die Abnahme des Gewerbegebiets „An der Regensburger Straße“ sei am 13. Juni erfolgt, die Erschließungsarbeiten seien weitgehend abgeschlossen.
Weiter informierte Spindler darüber, dass der Spatenstich zur Neufassung der Quelle 5 für die Wasserversorgung Heinrichskirchen am 19. Juni stattgefunden habe und die Bauarbeiten gestartet seien. Beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses Rötz sind die Dacharbeiten fertiggestellt und die Gewerke Sanitär, Heizung und Elektro am Laufen. In Sachen „Einfache Dorferneuerung Bernried“ war der Einbau der Tragschicht des zweiten Bauabschnittes für den 3. und 4. Juli vorgesehen, so Spindler. Des Weiteren haben die Bauarbeiten für den Anschluss der Kläranlage Bernried an Rötz mit dem Bau des Pumphauses begonnen.
Informationen gab es auch zur Einführung der gesplitteten Abwassergebühr im Satzungsgebiet der Kläranlage Rötz. Die für die Erhebung der Gebühr erforderlichen Vorarbeiten, insbesondere die Ermittlung der „befestigten“ Flächen aller angeschlossenen Grundstücke mittels der sog. Grundstücksabflussbeiwert-Methode seien nun von dem beauftragten Fachbüro Kommunalberatung + Vermessung Stefan Bieramperl & Birgit Mühlbauer aus Laberweinting soweit vorbereitet worden, dass den betroffenen Eigentümern das Ergebnis der Erhebungen bezogen auf ihr Grundstück mitgeteilt werden könne, informierte Spindler.
Zwei Anhörungstermine
Dies wird ab Montag postalisch geschehen. Alle Grundstücksbesitzer im Satzungsgebiet der Abwasseranlage Rötz erhalten dann zur Überprüfung von der Stadt einen Brief mit ihrem „Erfassungsblatt Bebaute und Befestigte Fläche“ und den entsprechenden Erläuterungen dazu. An zwei Anhörungsterminen im Sitzungssaal des Rathauses am Donnerstag, 25. Juli und am Dienstag, 6. August haben die betroffenen Eigentümer dann jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 Uhr bis 17 Uhr Gelegenheit dazu, ihre Änderungswünsche vorzubringen bzw. sich über die gesplittete Abwassergebühr zu informieren und Fragen zu stellen. Das beauftragte Fachbüro wird dabei anwesend sein und Rede und Antwort stehen.
Stadtrat Benedikt Christoph brachte die Frage von Bürgern vor, wann die Pumptrack-Anlage gemäht wird. Wie der Bürgermeister bei stv. Stadtbauhofleiter Manfred Leopold in Erfahrung brachte, ist die Anlage vor zwei Wochen gemäht worden, offenbar ist das Gras schon wieder nachgewachsen, das wird vom Stadtbauhof nochmals angeschaut.
Informationen zum Breitbandausbau
Ausbau: Der eigenwirtschaftliche Breitbandausbau durch die Firma Leonet im Stadtgebiet ist weitgehend abgeschlossen. Die von der Firma Streicher ausgeführten Arbeiten in Rötz-Nord wurden am 27. Juni abgenommen. Die Inbetriebnahme des schnellen Internets erfolgt nach und nach.
Nachbesserungen: Für die Mängelbereinigung der von der Firma vitronet ausgeführten Glasfaserverlegung in Rötz-Süd wurde ein neuer Nachunternehmer, die HFC GmbH, Bayerbach bei Ergoldsbach, beauftragt. Angabegemäß sollen die Nachbesserungen bis Ende Juli abgeschlossen werden.