Spatenstich zur Fassung der Quelle 5 –– Große Bedeutung für das Rötzer Oberland

Lange hatten Stadtrat Georg Reitinger und Bürgermeister Dr. Stefan Spindler für die Erschließung der Quelle 5 Am Frauenstein gekämpft. Es war ein wahrer „Behördenmarathon“ gewesen, und letztlich zog das Verfahren sich bis zur Genehmigung rund drei Jahre hin.
Umso größer die Freude, dass am Mittwoch nun der Spatenstich für das Projekt stattfand. Der Bürgermeister begrüßte zu diesem Anlass unter anderem die Vertreter der bauausführenden Firma Wutz Hoch- und Tiefbau und der Ingenieurbüros Krämer sowie Weindl & Heut.
Neue Quelle anschließen
Albert Krämer, der bauausführende Ingenieur, stellte die Eckdaten für die Baumaßnahme vor: Ein Stück weiter unten wird, wo der Waldweg eine S-Kurve macht, die neue Quelle an die bestehende Wasserversorgung angeschlossen. Etwas seitlich der neuen Quelle 5 liegt die bestehende Quelle 3, von der aus bereits eine Leitung zum Hochbehälter in Heinrichskirchen führt.
Alle Quellen Am Frauenstein liegen höher als der Hochbehälter, weshalb man ohne Pumpen und somit ohne Strom auskommt – ein geniales System, das schon für die Quellen 1 bis 3, die vor gut 70 Jahren erschlossen wurden, genutzt wurde und noch immer wird.
Etwa 270 Meter Leitung müssen zum Quellgebiet neu gebaut werden. Der Quellschacht selbst ist im vorderen Bereich 6,50 Meter tief und 8 Meter im hinteren Bereich. „Es wird also ein sehr tiefer Erschließungsgraben werden“, beschrieb es Krämer. Die Quelle 2 befinde sich direkt unterhalb der neu zu erschließenden Quelle 5.
Zusätzlich zur Erschließung eines neuen Wasservorkommens wird versucht, das Wasser der Quellen 1 und 2 ebenfalls hier oben zu fassen, da dies für die Druckverhältnisse sinnvoller wäre. In den Graben wird oberhalb der neuen Sauger Kies mit eingebaut. Dieser Kies muss desinfiziert werden, um keine Verschmutzungen in die Fassung zu bekommen. Auf der Baustelle müsse man beim Umgang mit dem Desinfektionsmittel – in seiner konzentrierten Form – bestimmte Vorkehrungen zum Arbeitsschutz treffen. Abschließend wünschte Krämer einen unfallfreien Verlauf der aus den genannten Gründen anspruchsvollen Baumaßnahme und dass die neue Quelle 5 die Menschen eine lange Zeit mit Trinkwasser versorgen möge.
In der Firma Wutz, erklärte der Bürgermeister, habe man eine kompetente Firma vor Ort, die schon mehrere Quellen erschlossen habe.
Nur einseitiger Notverbund
Die Erschließung der Quelle 5 hat große Bedeutung, da dem Oberland von keiner anderen Gemeinde, auch nicht von Rötz, mit Trinkwasser ausgeholfen werden könnte. Nur bei den Ortsteilen Voitsried und Pillmersried wäre es möglich, im Notfall vom Stadtgebiet aus versorgt zu werden, weil die Leitungen auf Höhe Grassersdorf mit Rötz zusammenhängen, hatte Reitinger bei einem früheren Ortstermin erklärt.
Wegen seiner hohen Lage muss das Oberland sich stets selbst mit Wasser versorgen. Einen Notverbund gibt es nicht, außer mit dem tiefer liegenden Winklarn. Dieser ist jedoch einseitig, da das Wasser ohne Pumpen nicht bergauf fließen kann. Auch Rötz kann mit dem Wasser aus dem Heinrichskirchener Hochbehälter versorgt werden.
Konkrete Planungen starteten bereits 2020
Erschließung: Die Vorstandschaft der Wasserversorger „Heinrichskirchener Gruppe“ war schon 2015, als es einen Engpass gegeben hatte, zu dem Schluss gekommen, dass die Quelle 5 erschlossen werden muss. Nach den Planungen ab 2020 folgte 2021 die erste Antragstellung.
Einsatz: In den letzten Jahren hatte sich vor allem Stadtrat Georg Reitinger als Wasserbeauftragter für das Oberland für eine weitere Quellerschließung zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung eingesetzt.
