Im Einklang mit Natur und Tieren: Fünf Gartler aus Bubach und Waltenhof öffnen ihre Gartentür für Besucher

Am Sonntag lotste der Tag der offenen Gartentür viele Besucher aus dem Landkreis Schwandorf nach Bubach und Waltenhof. Von einer speziellen Wasserversickeranlage, hin zu einem Garten der nahezu nur auf den Komfort der Tiere ausgerichtet ist bis hin zu den verschiedensten Obststräuchern, für jeden war etwas geboten.
Die Veranstaltung begann mit einem Gottesdienst mit Pfarrer Markus Meier. Zur Stärkung gab es Kaffee und Kuchen im Vereinsheim in der Schmidmühlener Straße.
Petra Zornek aus Waltenhof hat ein Herz für Tiere, und das spiegelt sich vor allem in ihrem Garten wieder. Eins ist ihr bei der Gestaltung im Grünen wichtig gewesen: viel Platz für die tierischen Gartenbewohner zu lassen. Seit gut sechs Jahren gartelt die leidenschaftliche Tierschützerin nun schon.
„Ich habe das Elend bei den Tieren gesehen“, erzählt sie im Gespräch. Das sei der Ausgangspunkt für ihre Leidenschaft. In ihrem Garten fühlen sich vor allem Igel wohl. Diese verkriechen sich in den dafür vorgesehenen Holzkästen und genießen den Schatten. Die Hauptsaison der Igel ist vor allem im September und Oktober.
Eidechsen und Spinnen fühlen sich in den aufgestapelten Steinen wohl. Auch für Hermeline, eine Marderart, hat Zornek Platz gemacht. Antonius Broszukat, Zorneks bester Freund, unterstütze sie bei den verschiedenen Aufgaben, wie bei dem Bau eines Insektenhotels, den bunten Vogelhäusern oder auch einem Vogelsandbad. Die drei Katzen der Tierschützerin gehen diesen Besuchern weitestgehend aus dem Weg.
Wasser naturnah sammeln
Über eine Besonderheit konnten sich die Besucher bei Monika Schneid und Helmut Nübler, auch aus Waltenhof, freuen. Diese haben eine spezielle Regenwasser-Sickeranlage in ihren Garten gebaut. Diese funktioniert wie folgt: Fallrohre leiten das Wasser in einen Graben, wo es später zusammenlaufen kann und nach kurzer Zeit wieder absickert.
Der Weg ist mit Sand und Schotter ausgestattet, so verschlammt das Wasser nicht mit der Erde und läuft besser durch. Für beide war es besser, das Wasser natürlich zu sammeln als in einem Kanal. Zusätzlich wird Wasser aus der Regentonne in einer Zysterne gesammelt und für eine Trockenperiode gelagert.
Monika Schneid und ihr Lebenspartner haben ihr Haus 1993 gebaut und somit mit dem Garteln begonnen. Schneids Lieblinge, Tomaten und Kräuter, finden sich in dem selbst angelegten Kräutergarten. Gartenabfälle landen bei den fünf Hühnern im Freilaufgehege. Machen Kräuter aus dem Garten werden gegen Ungeziefer gefüttert und Häckselgut wird später als Einstreu verwendet.
Ein paar Häuser weiter wartete der Garten von Alexandra Raith. Bei ihr fing die Liebe zum Garteln schleichend an, wie sie erzählt. Schon früher hatte sie ihrer Oma im Garten geholfen, doch so richtig fing sie damit vor gut zehn Jahren an. Damals habe ihr eine Freundin ein Heft über Pflanzen und das Hobby Gärtnern geschenkt, was den Stein ins Rollen brachte.
„Hier ist es nicht so aufgeräumt, und es darf viel wachsen. Mir gefällt das sehr gut“, erklärt Raith. In dem wilden Spektrum aus Blumen, Bäumen und Sträuchern fühlen sich auf den 935 Quadratmetern vor allem Hummeln, Wildbienen und Holzbienen wohl.
Gunda und Ludwig Mauerer aus Bubach ziehen alle Blumen und Kräuter selbst. Auf dem ehemaligen Bauernhof, den sie ihr Zuhause nennen, sind es besonders die rosanen Geranien, die alle Blicke auf sich ziehen. Mehrere Meter ranken diese an den Scheunenwänden in die Höhe. Gunda Mauerer hat auch ein Geheimnis, wie ihr das gelingt. „Ich verwende einen Rankenschutz. Von alleine würden die Blumen nicht so hoch kommen und abbrechen. Ich bin schon seit Ewigkeiten im Garten unterwegs, ich habe das Hobby von meiner Mutter übernommen“, berichtet Gunda Mauerer, die ihre Pflanzen selbst zieht. Die Geranien beispielsweise sind Ableger von einer Bekannten. Auch der Salat, die Tomaten und die Zucchini wurden selbst gesät. Keine einzige Pflanze in ihrem Garten ist gekauft.
Insgesamt verbringt Mauerer gut zwei Stunden pro Tag im Garten. Einen Liebling hat sie jedoch nicht. „Ich liebe alle meine Pflanzen“, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht.
Auch das Ehepaar Barbara und Christoph Beck haben am Sonntag in ihren Garten in Bubach geladen. Auf gut 1500Quadratmetern konnten die Besucher verschiedenste Obstbäume betrachten. Christoph Becks Lieblinge sind vor allem die Äpfelbaume und die Kornelkirsche „Kasalanka“. Da die Kirsche veredelt ist, sind ihre Früchte größer als bei denen in freier Wildbahn. „Besonders gut lässt sich aus dieser Kirsche Marmelade kochen“, meint Beck.
Zwei Teilnehmer verhindert
Seine Frau Barabara Beck hat besonderen Gefallen an Wildpflanzen gefunden. Ihr Interesse dafür wurde beim Wandern und Radfahren geweckt. „Wie lange ich pro Tag im Garten bin variiert, aber ich sehe das Garteln nicht als Arbeit. Ich mache das gerne“, freut sie sich.
Seit 1994 betreibt sie nun schon dieses Hobby und experimentiert gerne mit den verschiedenen Pflanzen. Ihre Lieblinge im Garten sind Malven, Natternkopf, Oregano und jegliche Formen von Nelken. Auch Insektenfreundlichkeit liegt ihr am Herzen. Bei dem Ehepaar finden die Tiere viele offene Blüten und Unterschlupf.
Auf das Staudenbeet mit Blick aufs Naabtal von Magarete Vogl und die Pflanzen von Maria und Johann Fischer aus Waltenhof mussten die Besucher leider verzichten. Beide Teilnehmer der Gartentage mussten aufgrund von Verletzung und Krankheit kurzfristig ausfallen. Von außen konnten die Besucher trotzdem ein paar Blicke auf deren Gärten werfen.



