Nur der Kuckuck nervt manchmal: Ex-Ministerin Emilia Müller liebt ihren riesigen Garten in Bruck

Als Politikerin war Emilia Müller immer viel unterwegs – und auch jetzt hat die 72-jährige Bruckerin noch einen gut gefüllten Terminkalender. Der Platz, an dem sie zur Ruhe kommt, ist ihr 5000Quadratmeter großer Garten.
„Das ist schon immer mein Rückzugsort. Bei uns stehen manchmal sogar Rehe auf der Terrasse“, schwärmt sie. Müller und ihr Mann leben im kleinen Brucker Ortsteil Hinterrandsberg, wo sich die langjährige CSU-Ministerin und gebürtige Schwandorferin tief verwurzelt fühlt: Ihre Eltern hatten dort früher einen Bauernhof und ein Fuhrunternehmen, weshalb Müller schon ihre Kindheit in Hinterrandsberg verbrachte. „Ich bin hier sehr frei aufgewachsen“, erinnert sie sich.
Hier gibt es keine Einfriedung
1983 bauten sich Müller und ihr Mann Erich in dem Örtchen schließlich auch ihr Eigenheim. Den riesigen Garten haben die beiden über die Jahre hinweg ganz nach ihren gemeinsamen Vorstellungen gestaltet. Einen Zaun rund um das Grundstück gibt es deshalb nicht. „Wir sind sehr freiheitsliebend“, sagt Müller. Tiere – außer Wühlmäuse, wie Müller schmunzelnd einräumt – seien deshalb gern gesehene Gäste und dürften sich auch immer an Bäumen und Sträuchern bedienen – weshalb die Müllers zum Beispiel selten etwas von ihren Hasel- und Walnussbäumen oder dem Weinstock ernten können. Eichhörnchen und Vögel seien in der Regel einfach schneller, sagt Müller.
Um ihr Gemüse vor hungrigen Hasen und Rehen zu schützen, hat das Ehepaar allerdings den Bereich mit den Beeten eingezäunt. Hier pflanzt Müller gern Salat, Zwiebeln, Rhabarber, Radieschen, Zucchini, Gurken, Tomaten, Rote Bete und Kartoffeln. Dem Trend zum Hochbeet sind die Müllers bislang aus Zeitmangel noch nicht gefolgt. „Die wären gut gegen Schnecken – vielleicht nehmen wir das nächstes Jahr in Angriff“, sagt die 72-Jährige.
Marmelade wird selbst eingekocht
Natürlich dürfen auf dem weitläufigen Areal auch Obstbäume nicht fehlen: In Müllers Garten wachsen Zwetschgen- Kirsch-, Birn- und Apfelbäume – und das Obst wird auch fleißig verwertet: Müllers Mann kocht sehr gern Marmelade ein. Am besten schmeckt den beiden ihre bewährte Mischung aus Erdbeere und Johannisbeere.
5000 Quadratmeter Garten machen zweifellos eine Menge Arbeit – doch die Müllers empfinden das nicht als Belastung. Einen Teil der Grünfläche pflegen sie mit Hilfe eines Rasenmähroboters, den Rest mit einem Aufsitzrasenmäher, den die Ex-Staatsministerin gern auch selbst fährt. Von einem englischen Rasen sei man aber weit entfernt, sagt Müller schmunzelnd. Auch vom Vertikutieren hält sie nicht besonders viel – das Moos komme doch sowieso immer wieder.
Viel wichtiger ist Müller, dass ihr Garten naturbelassen ist – weshalb sie und ihr Mann fast ausschließlich heimische Sträucher, Bäume und Pflanzen ausgewählt haben. „Koniferen kommen mir nicht in den Garten“, sagt Müller schmunzelnd. Dafür nimmt sie auch gern in Kauf, dass im Herbst viel Laub anfällt und entfernt werden muss.
Den ganzen Sommer über blüht es im Garten der Politikerin an allen Ecken und Enden – vor allem in blau, weiß und rosé.
Blüten sind farblich abgestimmt
„Es sollte farblich gesehen schon stimmig sein“, sagt sie. Gelbe und orange Blüten findet man nicht – das sind Farben, die sie und ihr Mann nicht besonders mögen. Auch einen kleinen Teich gibt es im Garten der Müllers – allerdings ohne Fische. Das sei tatsächlich zu zeitaufwendig gewesen.
Dafür habe sich ein sehr treues Wildentenpaar den Teich als Domizil auserkoren und komme regelmäßig zu Besuch. „Wir leben hier in und mit der Natur“, sagt Müller. So manche Pflanze, die offiziell vielleicht als Unkraut gelte, dürfe deshalb auch gerne sprießen – man könne den Garten sowieso nie unkrautfrei bekommen. Auch Pflanzen, deren Samen anfliegen, bekommen bei Müllers eine Chance.
So ist es auch kein Wunder, dass sich Vögel aller Art auf dem Grundstück in Hinterrandsberg tummeln. Müller freut sich über den Gesang – meistens jedenfalls. Nur der Kuckuck, der äußerst hartnäckig ganz in der Nähe der Terrasse ruft und ruft – der gehe ihr manchmal tatsächlich auf die Nerven, gibt Müller schmunzelnd zu.

