Familie Schambeck hat sich in der Nähe von Schmidmühlen eine grüne Ruheoase erschaffen

„Am Ende der Welt ist es doch am schönsten“, sagt Bettina Schambeck. Es ist ihr Paradies am Ende der Welt: „Denn bei uns spielt sich im Sommer das Leben im Garten ab“, sagt sie und lacht.
Wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt, gehört immer auch ein Gang durch den Garten rund um ihr Wohnhaus dazu, um nach den Rechten zu sehen. Lediglich eine schmale Straße führt zum kleinen Familienparadies. Eine Allee von Birken und anderen Laubbaumen am Waldrand weisen den Weg, bis man am „Ende der Welt“ angekommen ist. Das Grundstück haben Bettina und Thomas Schambeck nach der Fertigstellung ihres Hauses in den vergangenen zehn Jahren zu einer kleinen, ganz persönlichen Oase ganz in der Nähe von Schmidmühlen gestaltet, dass sie nach eigener Aussage nicht für viel Geld hergeben möchten. „Hier haben wir unsere Ideen und Träume verwirklicht, in deren Mitte wir uns wohlfühlen“.
Bettina Schambeck ist die Fachfrau in der Familie, die nach dem Bau ihres Familiendomizils angefangen hat, das etwa 2000 Quadratmeter große Grundstück nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Die gelernte Floristin ist in einer Gärtnerei vor allem in der Gartenpflege tätig. „Dies ist ein Beruf, der täglich neu fordert, denn jeder Garten ist irgendwie ein Unikat, dessen Gestaltung immer eine Herausforderung ist“, sagt sie.
Kein Ende der Gestaltungsmöglichkeiten in Sicht
Ob die Pflanzen, Bäume und Sträucher so sind, wie ich sie gerne haben möchte, oder ob vielleicht die eine oder andere Staude einen anderen Standort bekommen soll, wird in der Familie diskutiert. „Ein Garten wird eigentlich nie fertig, denn immer wieder gehen mir neue Gestaltungswünsche durch den Kopf“, sagt Schambeck. Eines sei ihr wichtig: „Dass unser Garten so weit als möglich auch Garten sein soll“, sagt sie.
Es stört sie auch nicht, dass derzeit am Morgen schon ein paar herbstlich bunt gefärbte Blätter am Boden liegen oder eine Staude abgeknickt dasteht. „Das ist eben die Natur, wie wir sie in unserer Familie lieben.“
Mit seinem knalligen Grün ist der Buchsbaum in ihrem Garten besonders stark vertreten. Etwa achtzig Buchsbaumstämmchen und -stämme finden man naturbelassen oder in Form geschnitten. „Unser großes Problem war heuer, dass uns der Buchsbaum-Zünsler überrollt hat, nachdem wir in den vergangenen zwei Jahre fast gänzlich Ruhe hatten.“ Da kommt man ohne Eingriffe gegen die Raupen des Buchsbaumzünslers nicht herum, sagte sie. „Da hilft nur das tägliche Nachschauen, ob man die gefräßigen Raupen irgendwo entdeckt.“
Quer durch den Garten verteilt kommt man an den gängigen Obstbaumsorten vorbei.
Stolz ist Schambeck auf ihre ausgefallenen Bäumchen, wie Platanen, Zedern und Lorbeer, die fein aufeinander abgestimmt ihren Platz im Garten gefunden haben. „Manche meiner Stauden und Bäumchen habe ich schon mehrfach wieder ausgegraben und versetzt, weil das besser zusammenpasste“, sagt sie. Als gelernte Floristin ist Schambeck auch immer auf der Suche nach Raritäten, für die sie in ihrem Garten immer wieder ein Plätzchen findet.
Ein Blickfang am Aufgang zur Terrasse am Haus sind die Wasserspiele. Die Grundidee, so erzählt sie, gleicht der eines römischen Aquädukts, dessen Wasser in einer sorgsam angelegten Rinne quer über den Freisitz einen Wasserspeier füttert. „Da habe ich lange darüber gebrütet, wie ich das gestalten könnte, denn diese Anlage ist eines unserer Schmuckstücke in unserem Garten am Ende der Welt“, wie sie lachend sagt. Es ist ein Ausdruck, den einmal eine Freundin gewählt hatte. Sie meinte: „Ich war heute wieder bei Bettina im Paradiesgarten am Ende der Welt.“
„Mein ganzer Stolz sind meine Bauernrosen, eine alte Sorte, denen meine besondere Zuneigung gilt. Ihr Duft und ihre Blütenpracht ist schon etwas Besonderes“, schwärmt sie.
Eingebunden in die Gartenarbeit sind auch ihre vier Kinder und ihr Mann Thomas. „Sie machen das gerne und wir beratschlagen auch immer wieder, was wir ändern oder nicht.“ Zum Gießen wird ausschließlich Regenwasser verwendet „Gelingt nicht immer, aber wir hatten heuer nur während der beiden Hitzeperioden mit Gießwasserknappheit zu tun“, so Schambeck. Etwas besonderes ist auch die Ausgestaltung ihres großen Gartens mit Sitzgelegenheiten. Gut 30Personen finden einen Sitzplatz, ohne dass man einen Stuhl dazu stellen muss.
Grillstation mit Pizzaofen gehören auch dazu
Apropos Leben im Garten: Dazu gehört bei den Schambecks eine Grillstation samt Pizzaofen, Pavillon zum Essen und natürlich eine Lounge zum Ausruhen und schattige Bäumen. Ein Stückchen weiter kann der Nachmittagskaffee serviert werden. Rückzugsort ist auch ein stilvoll eingerichteter Raum in einem Gartenhaus für einen ruhigen Fernsehnachmittag. Dieser wird manchmal auch bis in die Nacht hinein genutzt, wenn die Fußballfreunde der Familie zusammensitzen. „Dieses Familien-Stadion im Garten ist für uns alle die Erinnerung an das deutsche Sommermärchen bei der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006.“
Damit auch nichts passiert und kein ungebetener Gast in die parkähnliche Anlage der Schambecks kommt, wachen hier ihre beiden Hunde Lola und Toni. Letzteren hat sie übrigens nach dem Namen ihres Lieblingsfußballers Toni Kroos benannt haben.
Gartengeschichten
Leidenschaft: 29 Prozent der Deutschen zählen laut einer Statista-Umfrage Gärtnern zur ihren Hobbys. Von der Tomatenpflanze im Topf auf dem Balkon bis hin zur parkähnlichen Anlage – die Bandbreite der grünen Oasen ist riesengroß.
Serie: Die MZ erzählt immer wieder Geschichten über Menschen und ihre Gärten im Landkreis Schwandorf. Wollen Sie uns Ihren Garten zeigen? Dann schreiben Sie uns eine Mail an: schwandorf@mittelbayerische.de.


