Stadthallenrestaurant Burglengenfeld: Ausschuss gibt mehr Geld für Modernisierung frei

Als Imad Cheikho 2023 den Zuschlag für den Betrieb des Burglengenfelder Stadthallenrestaurants (Landkreis Schwandorf) bekam, war das ein weiterer schöner Erfolg in seiner Karriere. Doch dem „1:0“ folgte bald der unerwartete Ausgleich. Die Stadträte grätschten dazwischen und kürzten die Mittel für die Renovierung. Cheikho musste in die Verlängerung – und hat kürzlich den entscheidenden Treffer erzielt – 2:1 für ihn.
Doch der Reihe nach: Über 20Jahre hatte Roland Konopisky das Lokal neben der Stadthalle betrieben. 2020 war es jedoch wegen der Corona-Pandemie überwiegend geschlossen, und verschiedene Faktoren führten dazu, dass auch im Anschluss eine regelmäßige Öffnung in den Abendstunden nicht mehr zustande kam. Konopisky nannte dafür organisatorische Gründe. Außerdem äußerte er Zweifel an der Rentabilität. Das Vertragsverhältnis mit der Stadt wurde 2023 angeblich einvernehmlich beendet.
Hohe Erwartungen der Verwaltung
Per Ausschreibung machte sich die Kommune auf die Suche nach einem Nachfolger, der das Lokal wiederbeleben sollte. Die Verwaltung verknüpfte damit konkrete Erwartungen. So sollte das Lokal nicht nur für Großveranstaltungen in der Halle geöffnet sein, sondern fünf bis sechs Mal pro Woche auch werktags ab 16 Uhr, und die Gäste sollten Speisen aus einem A-la-carte-Angebot wählen können.
Bald stellte sich allerdings heraus, dass sich das Interesse in der Szene in Grenzen hielt. Die Rahmenbedingungen gelten auch wegen der Distanz zum Zentrum nicht als ideal. Letztlich soll es nur fünf Kandidaten gegeben haben. Einer davon war Imad Cheikho.
Die Tagesordnung der jüngsten Bauausschusssitzung war mit weiteren hoch interessanten Themen gespickt. Unter anderem ging es um die Zukunft des TV-Geländes im Herzen der Stadt. Einen aktuellen Bericht dazu finden Sie hier.
Der Inhaber der Lounge am Marktplatz machte das Rennen – doch stellte auch er vor der Vertragsunterzeichnung Bedingungen. Nach über 20 Jahren sei, trotz pfleglicher Behandlung durch den Vorgänger, eine gründliche Renovierung erforderlich, stellte er klar.
Im November 2023, also noch deutlich vor den Haushaltsberatungen für das laufende Jahr, wurde im Bauausschuss erläutert, was Cheikho alles vorschwebte. Möblierung und Ambiente sollten behutsam, aber „zeitgemäß modernisiert“ werden, in kleinen Bereichen sollten auch Umgestaltungen stattfinden. Unterm Strich ergaben sich Kosten von 78.500Euro. Weil die Stadt vorsteuerabzugsberechtigt ist, reduzierte sich der Betrag auf 63.600 Euro.
Bereits Anfang des Jahres verriet Imad Chekho erste Details aus seinem Plan für den Restaurantbetrieb. Doch der ins Auge gefasste Eröffnungstermin war nicht zu halten. Den Bericht vom Januar finden Sie hier.
Doch unter den Mandatsträgern regte sich Unmut. Angesichts der angespannten Haushaltslage drängten insbesondere Mitglieder der Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Die Linke auf eine Mittelkürzung. 50.000 Euro netto müssten auch reichen, hieß es von ihrer Seite. Hans Glatzl (BFB) sowie Josef Schießl und Andreas Beer (beide FWL) verweigerten auch dazu ihre Zustimmung. Sie hätten lieber erst den Etatentwurf für 2024 abgewartet.
Cheikho war Zeuge der Kontroverse im Ausschuss gewesen. Die Kürzung konnte er nicht nachvollziehen. Die Umgestaltung solle doch „etwas Vernünftiges“ werden, mahnte er. Es gehe quasi um ein „Wohnzimmer“, in dem man ja auch nicht auf die Couch verzichte. Daher müsse über das Thema nochmals gesprochen werden.
Das Tackling machte sich bezahlt
Um zum eingangs gewagten Exkurs in die Fußballwelt zurückzukehren: Cheikhos Tackling und Pressing war erfolgreich. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte schon im Dezember. Erst jetzt aber legte die Verwaltung dem Ausschuss einen Vorschlag vor, auf dessen Basis die Räte weitere 20.000 Euro für das Lokal bewilligen sollten.
Viele Arbeiten, so berichtete Stadtbaumeister Franz Haneder, seien erledigt. Wegen des reduzierten Budgets sei an einigen Stellen jedoch gespart worden. Der Pächter sei damit nicht zufrieden und habe gebeten, zum Beispiel für die Außenbestuhlung und bestimmte Schränke doch noch Mittel in ursprünglicher Höhe zur Verfügung zu stellen, um das Bild abzurunden und einen reibungslosen Ablauf in der Bewirtung zu gewährleisten.
Kritik der Räte ist verstummt – mit einer Ausnahme
Anders als 2023 gab es diesmal seitens der SPD keine Pfiffe, Pardon, Reklamationen, sondern nur Fragen. „Wann wird endlich eröffnet?“, wollte Bernhard Krebs (SPD) wissen. Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) sagte, der Betrieb werde starten, wenn der Umbau abgeschlossen sei. Spätestens im September wolle er mit Krebs am Freisitz die erste Halbe trinken.
Siegfried Klopp (SPD) hakte speziell wegen der Hobbykegler nach. Sie warteten sehnsüchtig darauf, die Bahnen wieder nutzen zu dürfen. Geschäftsleiter Gerhard Schneeberger versicherte, Cheikho denke auch an sie und wolle auf sie zugehen. Einzig Hans Glatzl (BFB) blieb letztlich bei seinem Nein zur Mittelaufstockung – und kritisierte die Salamitaktik des Antragstellers. Die bewilligten 20.000 Euro sollen durch Minderausgaben bei verschiedenen Haushaltsstellen gedeckt werden.
