Stadthallenrestaurant: Cheikho macht in Burglengenfeld das Rennen

Seit Mittwochvormittag ist es sozusagen amtlich: Das Stadthallen-Restaurant hat einen neuen Pächter. Mit Imad Cheikho übernimmt am 1. Januar ein erfahrener stadtbekannter Gastronom – der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsforums (Wifo) ist.
Der Vertragsunterzeichnung im Rathaus war eine Woche zuvor im Bau- und Umweltausschuss eine spannende Debatte vorausgegangen. Damit sich der Wirt im Naabtalpark auch etablieren kann, ist vorgesehen, die Möblierung und das Ambiente „zeitgemäß“ zu modernisieren und in kleinen Bereichen umzubauen. Nach über 23-jähriger Nutzung sei das „selbstredend angebracht und sinnvoll“, hieß es in der Beschlussvorlage.
Die Kosten für die Maßnahmen, die in enger Absprache mit dem künftigen Lokal-Betreiber ins Auge gefasst wurden, summierten sich brutto auf 78500Euro. Weil die Stadt aber berechtigt sei, die Vorsteuer abzuziehen, wären laut Verwaltung reale Kosten von „nur“ rund 63600 Euro entstanden.
Krebs (SPD) wollte Zeichen für Sparwillen setzen
Doch aus den Reihen der Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Die Linke kam Widerspruch. „Eine kleine Renovierung ist sicher angebracht. Aber wir sollten den Betrag auf 50000 Euro netto deckeln“, sagte Michael Hitzek und brachte diesen Vorschlag sogleich als Antrag aufs Tapet.
Bernhard Krebs (ebenfalls SPD) ergänzte, er begrüße es zwar ausdrücklich, dass das Stadthallen-Restaurant wiederbelebt werde, und auch viele Bewohner im Hussitenweg würden sich gewiss freuen, wenn sie vor ihrer Tür wieder eine Möglichkeit hätten, gut Essen zu gehen. Aber die Verwaltung solle doch schauen, „ob’s nicht etwas günstiger geht“ – und damit ein „Zeichen des Sparwillens“ setzen.
Im März dieses Jahres wurde bekannt, dass die Tage von Roland Konopisky als Pächter des Stadthallen-Restaurants gezählt sind. Die Verwaltung machte sich auf die Suche nach einem Nachfolger. Mehr dazu lesen Sie hier.
Peter Singerer (CSU) hielt dagegen: Wegen rund 14000 Euro solle man keine „halbe Sache“ machen und riskieren, dass der Pächter wieder abspringe. Am Ende stand jedoch ein 7:6-Ergebnis für den Antrag Hitzeks. Diese Empfehlung wurde an den Stadtrat gegeben, der diese Woche das letzte Wort haben sollte.
Der rechte Daumen von Imad Cheikho, der die Debatte im Ausschuss mitverfolgt hatte, ging in einer ersten Reaktion eher nach unten als nach oben. Und tags darauf machte der Gastronom aus seiner Enttäuschung auch verbal keinen Hehl. „Es soll doch was Vernünftiges werden“, sagte er dem MZ-Reporter. Es gehe quasi um ein „Wohnzimmer“, in dem man ja auch nicht ohne Not auf die Couch verzichte. Daher müsse über das Thema noch einmal gesprochen werden, meinte er. Eine Garantie für eine Unterschrift wollte er noch nicht abgeben.
Am Dienstag dieser Woche äußerte sich Cheikho so, als habe er hinter den Kulissen doch noch einen Kompromiss erzielt. Auch wenn von der Stadt nicht so viel Geld zur Verfügung gestellt werde, wie erhofft, so ließen sich die Pläne dennoch realisieren. Man müsse dann eben für die Leistungen nach günstigeren Angeboten Ausschau halten.
Am Mittwochvormittag ging es also, wie ursprünglich geplant, zur Unterschrift des Pachtvertrags ins Rathaus – obwohl das Thema am Abend noch einmal auf der Tagesordnung des Stadtrats stand.
Drei Gegenstimmen von BFB und FWL
Alles war offenbar in trockene Tücher gebracht worden, so dass sich keine Debatte mit neuen Gesichtspunkten mehr entwickelte. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, für Anschaffungen und Umbauten 50000 Euro netto bereitzustellen. Aber es gab auch drei Gegenstimmen. Hans-Edmund Glatzl (BFB) sowie Josef Schießl und Andreas Beer (beide Freie Wähler Land) vertraten die Ansicht, das Gremium hätte erst den Haushalt für das kommende Jahr abwarten müssen, bevor es solche Ausgaben bewilligte.
Die Bewirtschaftung des Stadthallenrestaurants war laut Gesche öffentlich ausgeschrieben worden. Es habe fünf Bewerber gegeben, von denen am Ende aber nur Imad Cheikho übrig geblieben sei. Vorgabe war gewesen, das Lokal im Naabtalpark wieder fünf bis sechs Tage die Woche zu öffnen. Cheikho werde ab 1. Januar die Halle betreiben und nach der Renovierung das Lokal.