Widerstand in Holzheim: Bauamt skizziert Pläne für den Ausbau der B299 in Neumarkt

Rund 20 Gegner des B299-Ausbaus diskutieren im Neumarkter Stadtteil Holzheim darüber, eine Bürgerinitiative zu gründen. Derweil informiert das Staatliche Bauamt, wann der erste der 14 geplanten Abschnitte gebaut werden soll.
Nach den Bürgerinitiativen (BI) in Woffenbach und Stauf regt sich auch in Teilen von Holzheim Widerstand gegen den Ausbau der B299 um Neumarkt. Doch die Gruppe aus Holzheim steckt noch in den Kinderschuhen.
Im Wesentlichen waren sich die rund 20 Bürger im Schützenhaus in Holzheim einig: Sie sind gegen den dreispurigen Ausbau der B299. Bei dem Treffen am Donnerstagabend ging es aber vielmehr darum, wie sich die Bürger engagieren können, um ihr Ziel zu erreichen.
Dazu hatten sich die Holzheimer Unterstützung ins Boot geholt: Peter Lehmeier (Aktionsbündnis B299), Alfons Greiner (Bund Naturschutz), Richard Rupp (BI Woffenbach) und Manuela Schmid (People for Future) wollten einer möglichen dritten Bürgerinitiative Starthilfe leisten.
Bürgerinitiativen nennen Gründe gegen B299-Ausbau
Zuvor hatten sie Argumente vorgebracht, die aus ihrer Sicht gegen einen dreispurigen Ausbau um Neumarkt herum sprechen. Schmid befürchtet, dass die B299 mit Brücken und Auffahrten wie in Mühlhausen „massiv ausgebaut“ werde. Dabei sprach sie von „Beton-Orgien“, die Fläche verbrauchen, und mehr Lärmbelästigung durch steigenden Verkehr.
Außerdem sehe sie die Gefahr, dass eine breitere Straße den Ortsteil Holzheim auf der einen Seite von dem Naherholungsgebiet im Wald auf der anderen Seite der B299 abtrenne. Der Wanderparkplatz an der Bundesstraße nahe Holzheim ist beliebter Startpunkt für zahlreiche Läufer, Radfahrer, Walker und Spaziergänger. Ob das Gebiet zum Erholen auch noch so attraktiv ist, wenn die B299 ausgebaut wird, hinterfragt Schmid, die gebürtig aus Holzheim stammt, nun aber in Pölling wohnt.
Deshalb kam sie auch nicht infrage, als die 20 anwesenden Holzheimer darüber diskutierten, wer sich bereiterklärt, Verantwortung für eine BI zu übernehmen. Bereits vor zwei Wochen hatte ein Informationsveranstaltung in Holzheim stattgefunden. Damals waren rund 50 Interessierte anwesend, am Donnerstag circa 20.
Gegen B299-Ausbau: 60 Unterschriften in Holzheim gesammelt
Zwischen diesen beiden Treffen haben Holzheimer rund 60Unterschriften gegen den Ausbau gesammelt. Doch was bringen diese? Und wie können sich Holzheimer engagieren, wenn sie gegen den Ausbau der B299 sind? Um diese zentrale Frage drehte sich die knapp zweistündige Diskussion am Donnerstag.
Sollen wir weitere Flugblätter verteilen? Oder medienwirksame Veranstaltungen wie Traktoren- oder Fahrrad-Demos organisieren? Zusätzliche Unterschriften sammeln? Oder Gespräche mit Stadträten, dem Oberbürgermeister und Bundestagsabgeordneten suchen?, fragten sich die Anwesenden.
B299: In Stauf und Woffenbach gibt es Bürgerinitiativen
In den Stadtteilen Woffenbach und Stauf haben die Bürgerinitiativen einen Teil dieser Aktionen bereits organisiert. Nun rieten Lehmeier, Greiner, Rupp und Schmid den Holzheimern, auch eine Bürgerinitiative zu gründen.
Doch dazu kam es am Donnerstag (noch) nicht, insbesondere weil sich kein Freiwilliger finden ließ, der sich um die Organisation kümmert. Statt eine BI ins Leben zu rufen, verblieben die Holzheimer so, dass sie vorerst eine WhatsApp-Gruppe erstellen und dort mögliche neue Treffen abstimmen. Wie einige Holzheimer am Donnerstag sagten, vermissen sie Informationen, was geplant sei.
Auf Nachfrage beim Staatlichen Bauamt teilte Stefan Feuerer mit, dass der Abschnitt bei Holzheim (zwischen den Kreisverkehren am Blomenhof und in Pölling) derzeit keine Priorität habe, auch wenn er im Gesamtkonzept der 14 Einzelmaßnahmen enthalten sei.
Aktueller Stand des Ausbaus der B299 in Neumarkt
Die Behörde priorisiere derzeit den Abschnitt zwischen Sengenthal Nord und Süd. „Es ist geplant, diesen Abschnitt Anfang 2025 baulich umzusetzen“, sagte Feuerer. Danach sei die Strecke zwischen der Ortsumgehung Mühlhausen und der St2220 kurz vor Greißelbach angedacht. Laut Feuerer sieht das Bauamt vor, die Planfeststellung dafür Anfang des dritten Quartals 2024 zu beantragen.
Danach sei der Abschnitt Woffenbach-Stauf an der Reihe. Dafür werde die Planung finalisiert. Bevor das Planfeststellungsverfahren beantrage werde, wolle man erneut grünes Licht einholen. „Wir versuchen, im Laufe des Jahres damit in den Stadtrat zu gehen.“
Und der Abschnitt bei Holzheim? Dieser werde „über kurz oder lang“ beplant, sagte Feuerer. Wie der Verlauf im Detail aussieht, sei aber noch unklar. „Sobald dazu etwas spruchreif ist, werden wir es im Stadtrat vorstellen.“
B299-Ausbau in Neumarkt
Termine: OB Markus Ochsenkühn hat sich nach eigenen Angaben mit der BI Stauf und mit der BI Woffenbach separat getroffen. „Es war ein Kennenlern-Termin“, sagt der Oberbürgermeister, der sich im Gespräch mit unserer Zeitung über den Ausbau der B299 bedeckt hält.
Stadtrat: Der OB warte auf das Staatliche Bauamt und verweist auf den Beschluss von April 2021. Mit 26:13 hatte der Stadtrat einen dreispurigen Ausbau bei Woffenbach befürwortet. Ab der Brücke in Stauf bis zum Kölbl-Ast solle die zweispurige Streckenführung bestehen bleiben.