Das Weinfest kehrt nach Stadtamhof zurück: Gastronom hofft auf rentable Standgebühren

Von Heike Haala · 17. April 2024 um 17:00

Es ist ein kleiner Paukenschlag, für den Jürgen Schützenmeier und Elisabeth Männer von der Bayern Event GmbH jetzt in Regensburgs Festkalender sorgen: Im September wollen sie das Stadtamhofer Weinfest nach fünf Jahren Pause aufleben lassen.

Zuletzt fand es 2019 statt. Ein Jahr später – mitten in der Pandemie – verkündeten die Mitglieder des veranstaltenden Vereins Pro Stadtamhof das endgültige Aus dieser Party. Als Grund nannten die Mitglieder damals die Besucherrekorde, die zunehmenden Auflagen und die damit verbundenen Kosten sowie den organisatorischen Aufwand, was die Kapazitäten der Ehrenamtlichen zu sehr strapazierte. Seither sah es danach aus, als wäre es das mit dem Weinfest gewesen.

GmbH statt Verein

Mit der Bayern Event GmbH wagt sich nun aber ein Veranstaltungsunternehmen daran, Stadtamhof seine legendäre Fete zurückzugeben – und damit auch in große Fußstapfen. Immerhin war die Veranstaltung so beliebt, dass sich das Menschengetümmel am dritten Septemberwochenende zuletzt schon ab der Brückstraße auf der anderen Seite der Steinernen Brücke, vorbei an den Ständen, Bierbänken und der Bühne, bis zum Walhalla-Bockerl zog.

Die Neuen sind keine Unbekannten in Stadtamhof: Elisabeth Männer betrieb mit ihrer Familie lange Zeit den Spitalgarten. Die Wirtsleute brachten es in den 33 Jahren Pacht zum Titel einer Stadtamhofer Institution. Zudem hat sich das Unternehmen auf große Feiern spezialisiert. Alleine in diesem Jahr werden zum Beispiel die Jubiläen der Freiwilligen Feuerwehren in Dinau, Bodenwöhr oder Oberndorf sowie das des Burschenvereins Illkofen oder das Volksfest in Cham unter der Ägide dieser GmbH steigen, erklärt Schützenmeier. Auch Messen und Firmenfeste oder das Volksfest in Neutraubling richtete er zusammen mit Männer aus.

Die mündliche Zusage der Stadt für das Weinfest habe Schützenmeier bereits bekommen. Die schriftliche stehe zwar noch aus, allerdings kann er sich der Unterstützung aus dem Rathaus sicher sein. Schließlich sei es Bürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) gewesen, die ihn davon überzeugte, der Veranstaltung neues Leben einzuhauchen – was diese bestätigt.

Schützenmeier habe es immer als schade empfunden, dass das Weinfest nicht mehr stattfand. Wein, Bühne, Verpflegung – ihm und Männer sei es wichtig, den Charme des Festes so zu erhalten, wie ihn die Besucher gewohnt waren. Und so stehe der traditionelle Termin am dritten Septemberwochenende nun fest. „Jetzt müssen wir Beschicker finden“, sagt er. Auch dabei wolle er das Rad nicht neu erfinden und die Gastronomen aus dem Stadtteil einbinden. „Ortsansässige haben Vorrang. Die Ausschreibung werden wir erst danach machen“, sagt Schützenmeier.

„Das freut uns zu hören“, sagt Alexander Irmisch, Vorsitzender des Vereins Pro Stadtamhof und Wirt im Café Schierstadt, der auch für die SPD im Regensburger Stadtrat sitzt. Gesprochen habe mit ihm zwar noch niemand und vom Wiederaufleben der Veranstaltung habe er auf Facebook erfahren, aber er empfinde es als schön, dass es mit dem Fest weitergehen kann. Für ihn komme es nun auf die Standgebühren an, die aufgerufen werden. „Wenn die zu hoch sind, lohnt sich das für uns nicht“, beschreibt er das Anliegen für ihn als Gastronomen.

Letztes Event vor dem Winter

Voller Vorfreude ist Bürgermeisterin Freudenstein: „Beim Weinfest feiern die Stadtamhofer traditionell das Ende des Festsommers“, sagt sie. Wenn die Touristen-Saison und die Herbstdult vorbei sind, komme nur noch das Weinfest, bevor es endgültig Herbst wird. „Bei einem guten Glas Wein trifft man nette Leute, sitzt mit Freunden zusammen und lässt es sich nochmal gutgehen“, beschreibt sie die Stimmung und bezeichnet die Veranstaltung als heiteres, gelassenes Fest mit ganz eigenen Charme, das ihr in den vergangenen Jahren richtig gefehlt habe. „Dass wir jetzt auch noch Veranstalter haben, die Stadtamhof kennen und lieben, ist wirklich schön“, sagt sie.

Schützenmeier und Männer haben derweil schon ganz andere Themen im Kopf, die sie nun bald klären wollen: die Auflagen der Stadt, den notwendigen Security-Dienst, die Elektrik, die Bühne, die Bands. Es ist noch viel zu tun vor einer Rückkehr des Weinfestes nach Stadtamhof.

In Stadtamhof keine Unbekannten: Jürgen Schützenmeier und Elisabeth Männer von der Bayern Event GmbH Foto: Haala