Das Weinfest wird es nie mehr geben

Von Heike Haala · 29. September 2020 um 09:03

„Man soll aufhören, wenns am Schönsten ist“, postete der Verein „Pro Stadtamhof“ in der Nacht auf Dienstag auf seiner Facebook-Seite und gab damit das Aus einer der beliebtesten Herbstveranstaltungen vieler Regensburger bekannt. Auf Nachfrage der Mittelbayerischen bestätigt der Vereinsvorsitzende Alexander Irmisch-Hergert: „Das Stadtamhofer Weinfest wird es nicht mehr geben.“ Und das, gerade weil es Erfolgsgeschichte schrieb.

So habe der Vorstand von „Pro Stadtamhof“ bei seiner Sitzung am Montagabend das Ende des Weinfestes in seiner bisherigen Form beschlossen. Bereits im Frühjahr 2020 habe der Verein coronabedingt beschlossen, das Weinfest in diesem Jahr auszusetzen, das eigentlich am dritten Septemberwochenende hätte stattfinden sollen.

Immer mehr Besucher kamen

Dass es auch in Zukunft nicht mehr stattfinden soll, liege an den Besucherrekorden der vergangenen Jahre. Dicht an dicht drängten sich die Menschen oft schon auf der Steinernen Brücke. Das Getümmel an den Ständen, Biergartentischen und vor der Bühne zog sich einmal durch Stadtamhof bis zum Walhalla-Bockerl. „Die Besucherrekorde, die zunehmenden Auflagen und die damit verbundenen Kosten und der organisatorische Aufwand brachten jedoch das ehrenamtlich agierende Organisationsteam an den Rand seiner Kapazitäten und deckten sich am Ende auch nur noch im Ansatz mit der ursprünglichen Idee des Weinfestes“, sagt Irmisch-Hergert. Mit dem eigentlichen Gedanken des Festes – etwas von Stadtamhofern für die Stadtamhofer zu machen – habe das nicht mehr viel zu tun gehabt.

Mit diesem Post gab der Verein das Aus für das Weinfest bekannt

Stadtamhofer waren nicht mehr glücklich mit dem Fest

Die ersten Stadtamhofer Weinfeste waren auf einen Tag angelegt. Von Jahr zu Jahr sei das Weinfest dann kontinuierlich gewachsen, bis es am Ende zu einem überregionalen, dreitägigem Großevent geworden ist, mit all seinen Vor- und Nachteilen für die Anwohner und Stadtamhof. Und so hätten Irmisch-Hergert auch einige Stadtamhofer in der Vergangenheit signalisiert, dass die mit demWeinfestin seiner jetzigen Form nicht mehr glücklich sind.

Der Zustrom war nicht kontrollierbar

„Wir haben das ehrenamtlich gemacht“, sagt der Chef von Pro Stadtamhof. In den vergangenen Jahren habe das Organisationsteam aber die Wochen und Monate Vollzeit für die Vorbereitung des Festes gearbeitet. Zudem habe es keine Möglichkeit gegeben, den massenhaften Zustrom zu kontrollieren. „Zuletzt hatten wir Security-Kräfte engagiert. Es ist glücklicherweise nie zu Zwischenfällen gekommen. Wir konnten uns nicht vorstellen, die Verantwortung für so etwas zu übernehmen“, sagt Irmisch-Hergert

Neue Projekte in Planung

Jetzt werde sich der Verein neuen Projekten widmen. Kleinere Aktionen, vielleicht zwei oder drei im Jahr, für die Stadtamhofer. Einen großen Rummel mit Bühne aber werde es nicht mehr geben. Zudem werde sich der Verein wieder mehr auf seine Aufgabe als Werbegemeinschaft für die Gastronomen und Händler in Stadtamhof konzentrieren. „Das ist jetzt, mit Corona, wichtiger als ein Fest. Und diese Aufgabe ist zuletzt wegen der Organisation des Festes in den Hintergrund gerückt“, sagt Irmisch-Hergert. Über diese Projekte will der Vorstand zunächst seine Mitglieder auf der kommenden Mitgliederversammlung von Pro Stadtamhof im November informieren und gemeinsam das weitere Vorgehen beschließen.