Drogen-Labor in Regensburg: Anklage fordert hohe Haftstrafen für zwei Männer

Prozess um internationalen Drogenschmuggel in Regensburg endet: Elf und sechs Jahre beantragte die Anklage für zwei Männer, die das BKA im Drogen-Labor in einer Autowerkstatt verhaftet hatte. Der wahre Pate aus dem Landkreis Schwandorf entwischte wohl.
Mehr als 300 Kilo Captagon und Grundstoffe für noch drei Tonnen der Amphetamin-Tabletten – zwei Männer stehen dafür vor Gericht. Sie waren bei einer Razzia aufgeflogen, als das Bundeskriminalamt (BKA) im Juli 2023 in Regensburg zugriff. In einer Autowerkstatt im Stadtnorden lief damals die Produktion der als Terror-Droge bezeichneten Pillen. Heute fällt das Urteil für einen 31-jährigen Regensburger und seinen mutmaßlichen Komplizen. Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess in Ellwangen am Freitag sechs und elf Jahre Gefängnis beantragt.
Was das BKA in der Hinterhofwerkstatt fand, sprengte alles: Vom ersten und „bislang größten Drogenlabor für Captagon in Deutschland“ war die Rede. Die Droge ist hierzulande kaum bekannt, wird überwiegend in Nahen Osten verkauft. Vor allem in Saudi-Arabien ist das einst gefeierte und in den 90ern verbotene Medikament gegen ADHS ein Riesenproblem. Für bis zu 20 Dollar werden die gelblich-weißen Pillen da gehandelt. Auch der IS und die Hamas sollen sie nutzen.
BKA hebt im Juli 2023 in Regensburg „größtes Drogen-Labor Deutschlands“ aus
Was bei der Razzia in Regensburg, Bruck (Lkr. Schwandorf)), in Baden-Württemberg und Niedersachsen gefunden wurde, wäre fertig produziert mehrere Hundert Millionen Euro wert gewesen, sagen Experten. Das ergaben Recherchen der Mediengruppe Bayern mit der F.A.Z. und mehreren Sendern der ARD. Zur ersten und bisher einzigen je in Deutschland entdeckten Produktionsstätte für Captagon, die das BKA in Regensburg aushob, wird der Prozess in Ellwangen nun abgeschlossen.
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Die Anklage hatte für den 52-Jährigen aus Heidenheim am Freitag elf Jahre Haft beantragt. Er habe als Mittäter auf Augenhöhe mit dem vermutlich wahren Boss gearbeitet. Der Angeklagte aus Regensburg, der für seinen Vater aus Bruck arbeitete, soll laut Staatsanwalt wegen Beihilfe für sechs Jahre ins Gefängnis. Der 31-Jährige hatte seinen Vater (48), den mutmaßlichen Paten hinter dem Drogen-Labor in Regensburg, der wegen des zu frühen Zugriffs seither auf der Flucht ist, in seinem Geständnis vor Gericht sehr belastet.
Anwälte sehen Beihilfe – der wahre Pate ist seit der Razzia wohl auf der Flucht
Im Prozess waren am Freitag nicht alle Plädoyers gehalten worden: Anwalt Markus Bessler, der den 52-Jährigen vertritt, hatte nur eine Beihilfe zum Drogenhandel gesehen und unter drei Jahre beantragt. Rechtsanwältin Levinia Stevens, die gemeinsam mit Strafverteidiger Burkhard Benecken den Angeklagten aus Regensburg vertritt, wird ihren Schlussantrag am Montag (18. März) halten. Am Nachmittag soll in dem Fall dann das Urteil der Ellwangener Richter gesprochen werden.


