Gema-Gebühren gestiegen? Bürgermeister im Landkreis Regensburg bleiben noch cool

Von Heike Haala · 9. November 2023 um 05:00

Während die Stadt Regensburg dieses Jahr keine Musikbühne auf dem Christkindlmarkt am Neupfarrplatz aufbauen will, weil die Gebühren für die Musik zu teuer wären, scheint der Landkreis vor solchen Szenarien verschont zu bleiben – bis jetzt.

Denn manche Bürgermeister wissen noch gar nicht, wie hoch die Rechnung sein wird, die sie für die Weihnachtsmusik auf den Christkindlmärkten bezahlen müssen. Diese Gebühren müssen Veranstalter an die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) entrichten, weil die das Urheberrecht ihrer Mitglieder vertritt. Dieses Recht sieht vor, dass Personen, die Musik komponiert und getextet haben, dafür eine angemessene Vergütung erhalten, erklärt die Gema. Wenn auf Weihnachtsmärkten Musik erklingt, sei das laut der Gesellschaft eine öffentliche Wiedergabe urheberrechtlich geschützter Musikwerke.

Etwa an die Stadt Regensburg als Veranstalter des Christkindlmarktes am Neupfarrplatz oder die Organisatoren des Lucreziamarkts auf dem Kohlenmarkt und dem Haidplatz in der Altstadt versandte die Gema zuletzt aber so hohe Rechnungen, dass es Ärger gab. Während die Stadt das Musikprogramm nun strich, um den Gebühren zu entgehen, konnte für den Lucreziamarkt eine Kulanzregelung gefunden werden. Wie aber sieht es bei dem Thema in den Landkreisgemeinden aus, die einen Budenzauber organisieren?

Es wird teurer

„Es wird sicher teurer, aber wir wissen noch nicht, in welchem Umfang“, sagt Lappersdorfs Bürgermeister Christian Hauner (FW), wo am 2. Dezember der Adventszauber geplant ist. Dabei gebe es stets auch ein musikalisches Rahmenprogramm, etwa mit Kindern oder Bläsern. Im vergangenen Jahr habe die Gemeinde dafür insgesamt 500 Euro an die Gema zahlen müssen. Derzeit versuche Hauner, einen Mitarbeiter der Gesellschaft an die Strippe zu bekommen, um herauszufinden, was ihn erwartet. So lange hoffe er, glimpflich davonzukommen.

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Auch Rudi Graß (FW), Bürgermeister von Obertraubling, kennt die Größenordnung der Gebühren noch nicht, die beim Christkindlmarkt am Rathausplatz der Gemeinde fällig werden, der am 16. und 17. Dezember steigen soll. Während der Festwoche aber sei es seiner Auskunft zufolge zu einem größeren Anstieg der Gebühren für die Gema gekommen.

In Hemau ist die Frage nach den Gema-Gebühren für den anstehenden Christkindlmarkt ebenfalls offen und deswegen auch, inwiefern es eine Steigerung dabei geben wird. Die städtische Pressesprecherin Doris Wirth erklärt, dass die Rechnung meist erst im auf den Christkindlmarkt folgenden Frühjahr gestellt wird. „Wir haben aber bislang keine Information von der Gema hinsichtlich Preissteigerungen erhalten“ sagt sie. Bürgermeister Herbert Tischhöfer (CSU) kündigt an, dass der Hemauer Christkindlmarkt am 21. Dezember in Umfang und Ablauf wie immer stattfinden soll. Deswegen geht er davon aus, dass er von den Preissteigerungen bei der Gema nicht so stark betroffen sein wird. Vergangenes Jahr habe die Gemeinde für den Christkindlmarkt 423 Euro an Gema-Gebühren entrichten müssen, 2019 habe dieser Betrag noch bei 396 Euro gelegen.

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Josef Schindler (CSU), Bürgermeister von Regenstauf, sagt, dass sich der Betrag für das musikalische Rahmenprogramm des Weihnachtsmarkt dieser Gemeinde von 8. bis 10. Dezember um 165 Euro und damit gut 14 Prozent erhöhen wird. Das sei bei der Vorabberechnung auf dem Portal der Gema herausgekommen. Weil die Marktgemeinde Künstlern eine Bühne geben möchte, werde sie die Gebühren übernehmen.

Märkte mit Musikprogramm

Auch in Neutraubling soll es einen Christkindlmarkt wie immer geben, gibt Petra Aichinger aus dem Rathaus Auskunft. Dabei soll täglich Musik gespielt werden. Zwischen drei und sieben Programmpunkte sind jeden Tag geplant, steht in dem Programm. Pro Tag rechne Aichinger von 30. November bis 3. Dezember dafür mit Gema-Gebühren von 240,10 Euro. Im Jahr zuvor seien das noch 216 Euro pro Tag gewesen. Für die Besucher habe die Steigerung aber keine Auswirkungen.

Am 9. und 10. Dezember wird es zudem den Romantischen Weihnachtsmarkt in Beratzhausen geben, den die Gemeinde beim Zehentstadel mit etwa zehn Buden organisiert. Laut Bürgermeister Mathias Beer (CSU) werde dabei auch Weihnachtsmusik aus Lautsprechern kommen. Dafür rechne er mit Kosten von 180 Euro, das habe eine Probeberechnung ergeben und das mache auch keinen Unterschied zu den Gebühren im Vorjahr.