Verkehr beschäftigt Lappersdorf und Hainsacker: „Unechte“ Einbahnstraße ist Dauerthema

Nach dem knapp einstündigen Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Christian Hauner hatten Bürger erst in Lappersdorf, dann in Hainsacker das Wort.
Große Probleme scheinen den Lappersdorfer Bürgerinnen und Bürgern nicht auf den Nägeln zu brennen. So zumindest war es den Anfragen bei der Bürgerversammlung im Aurelium zu entnehmen, die sich in erster Linie auf die üblichen Themen wie Verkehr und allgemeine Hinweise beschränkten.
Nach dem Bericht des Bürgermeisters zur aktuellen Lage des Marktes Lappersdorf hatten die gut 50 Teilnehmer der Bürgerversammlung Gelegenheit, Fragen, Anliegen, aber auch Kritik an das Marktoberhaupt und seine Verwaltungsleute zu richten.
Mehr Kontrollen
Für Evi Hastreiter wird in der Lappersdorfer Ortsdurchfahrt trotz Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 Stundenkilometer nach wie vor zu schnell gefahren, weshalb sie mehr Geschwindigkeitskontrollen forderte. Auch für die „provisorische“ Einbahnstraße sollte eine passende Lösung herbeigeführt werden, so ihre Meinung. Bürgermeister Hauner wird die Anregung zu mehr Kontrollen an den Verkehrsüberwachungsdienst weiterleiten.
Eine Lösung für die „unechte“ Einbahnstraße werde im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs gesucht, der für die Ortsdurchfahrt in Auftrag gegeben wurde. Bei den Baustellen im Markt war sich Evi Hastreiter mit Josef Gintner einig, dass es dafür zu wenig Informationen gibt. So hielt Gintner die Sperrung der Oppersdorfer Straße wegen einer Baustelle in der darüber liegenden Schillerstraße für übertrieben lange und teilweise unnötig. Laut Bürgermeister Hauner, der Verständnis für den Unmut in dieser Sache äußerte, habe dieses Durchfahrtsverbot das wegen der Kreisstraße zuständige Landratsamt aus Sicherheitsgründen angeordnet. Evi Hastreiter zeigte sich weiter überrascht, dass am Talblick jetzt kurzfristig schon wieder eine Sperre mit Umleitung angeordnet wurde, die ebenso völlig überraschend kam.
Christiane Doblinger appellierte an den Bürgermeister und das Marktratsgremium, für den Integrationskindergarten Lappersdorf keinen neuen Standort zu suchen, „vor allem nicht den im Gewerbegebiet zwischen Baywa und Steinmetzbetrieb“. Vielmehr sollte der alte Standort erhalten und für die Umbauzeit eine kostengünstigere Lösung als die Module für drei Millionen Euro gefunden werden.
Doblinger fragte auch an, wie es in Lappersdorf mit der Planung für ein kommunales Wärmenetz ausschaut. Nach Angaben des Bürgermeisters ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit der „Kerl“ in Hainsacker bereits in der Planung. Derzeit werde das Interesse an einem Fernwärmenetz im Umgriff des Rathauses bei den Anliegern abgefragt. Eine konkrete Planung dafür gebe es jedoch noch nicht. Die Fernwärmemöglichkeiten blieben aber für ihn und den Marktrat ein wichtiges Thema, versprach Hauner.
Bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Prößl in Hainsacker mit knapp 60 Teilnehmern war das geplante Glasfasernetz und das Baugebiet Hönighausen Nord unter anderem Themen. Hans Armbruster wollte wissen, wer jetzt einen Glasfaseranschluss in Lappersdorf bekommt. Hierauf gab der IT-Sachbearbeiter Marco Merl aus dem Rathaus Auskunft. Laut seiner Info ist der Markt Lappersdorf bestrebt, das Glasfasernetz flächendeckend im gesamten Markt auszubauen.
Derzeit würden von der Telekom beauftragte Firmen in Lappersdorf oftmals Glauben machen wollen, dass ein Hausanschluss mit Glasfaser nur in Verbindung mit einem Anbietervertrag bei der Telekom möglich wäre. Dies sei nicht zutreffend, stellte Merl klar.
Die weitere Anfrage von Armbruster zum sozialen Wohnungsbau im Baugebiet „Lorenzen West“ beantwortete Bürgermeister Hauner mit dem Hinweis, dass wegen eines „komplizierten Verfahrens“ es bisher zu keiner Vergabe für dieses Projekt gekommen sei. „Es ist aber weiter im Laufen“, sagte Hauner, und auch die geplante Vergabe nach dem Einheimischenmodell sei weiterhin aktuell.
Johannes Mirwald bemängelte zum wiederholten Male die mangelhafte Lautsprecheranlage am Karether Friedhof und wollte wissen, ob eine Erhöhung der Grundsteuer auch in Lappersdorf geplant sei. Dazu müssten erst die Erhebungen des Freistaats Bayern abgewartet werden, um eine Aussage machen zu können. Der Marktrat plane derzeit aus eigenem Antrieb keine Erhöhung der Grundsteuer, sagte Bürgermeister Hauner.
Junge Leute am Ort halten
Georg Schmid wollte es zunächst nicht versäumen, dem Bauhof sein Lob auszusprechen, um dann nach der aktuellen Prokopf-Verschuldung für den Markt Lappersdorf zu fragen. Zum Stand Anfang des Jahres lag diese bei 629 Euro, wusste Marktrat Robert Wachtveitl auf Anhieb. Schmid schlug den Verantwortlichen im Rathaus ebenso vor, in Sachen Photovoltaikanlagen erst die Dachkapazitäten vollständig auszunutzen und dann erst auf Freiflächen zurückzugreifen.
Obwohl er das geplante Baugebiet Hönighausen Nord wegen seiner Lage im Außenbereich kritisch betrachtete, konnte Schmid der Planung wegen des für Lappersdorf einigermaßen günstigen Baulandes etwas Positives abgewinnen, um einheimische junge Menschen am Ort halten zu können. Dem stimmte auch Bürgermeister Hauner zu, für den dieses Baugebiet „eines der schönsten in ganz Lappersdorf werden kann“.