Bluttat in Regensburg: Fünf Messerstiche und 18 quälende Minuten in Todesangst

Bei der Bluttat in Regensburg saß die Tochter neben der 21-Jährigen, als ihr Ex-Freund zustach. So schilderte es die junge Mutter vor Gericht. Und: Es war nicht das erste Mal, dass es zu Gewalt zwischen dem Paar kam.
Im Prozess um eine Messerattacke in der Ladehofstraße hat das Opfer die dramatischsten Minuten geschildert. Die heute 21-Jährige gab an, dass es in der Beziehung häufig Streit und Gewalt gegeben habe – von beiden Partnern. Die Hoffnung, „dass alles wieder gut wird, war immer da“. An jenem Nachmittag habe der Angeklagte im Streit jedoch wortlos auf sie eingestochen. Rund 18 Minuten habe sie in Todesangst gewartet, bis endlich Hilfe eintraf – das gemeinsame Kind saß da neben ihr.
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Laut Anklage rammte der 27-Jährige das Messer fünfmal in den Rücken und die Beine der Mutter seines Kindes. So gestand es der Angeklagte zum Prozessauftakt auch. Den letzten Stich in den Oberschenkel fügte der Angeklagte der Frau zu, als die Sanitäter bereits vor der Tür standen. Das Kleinkind wurde demnach Augenzeuge des finalen Akts – die Frau sollte nämlich angeben, sich selbst verletzt zu haben. Das habe er aus Angst vor einer Strafe verlangt, so Strafverteidiger Jörg Meyer bei Prozessbeginn.
Vor der achten Strafkammer des Regensburger Landgericht steht der Mann seit Montag wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung. Ein versuchtes Tötungsdelikt wurde von der Staatsanwaltschaft nicht angeklagt, weil der 27-Jährige selbst dreimal den Notruf gewählt hatte. Laut dem Strafgesetzbuch gilt das als strafbefreiender Rücktritt. Ihm hätten sonst womöglich lebenslänglich gedroht.
Eifersucht und Alltag waren Gründe für viel Streit
Die 21-Jährige räumte ein, selbst Drogen konsumiert zu haben. Auslöser von Streits in der On-Off-Beziehung mit dem Angeklagten seien oftmals „ganz alltägliche Sachen“ oder Eifersucht gewesen. Auch ihr sei dabei mal die Hand ausgerutscht. Eine Eskalation wie an jenem 3. Januar habe es zuvor aber nie gegeben.
Der 27-Jährige habe seit der gemeinsamen Silvesterfeier in München einen „Film geschoben“, dass er nicht der Vater des Kindes sein könnte. Vermutlich wegen der Drogen, die er auch nach dem Jahreswechsel nahm. Und damit bestätigte Die junge Frau die Angaben des Mannes, der seinen Strafverteidiger Jörg Meyer alles einräumen ließ.
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Unter den Folgen der Tat leide sie bis heute – nicht nur wegen der großen Narbe über den gesamten Oberkörper, so die 21-Jährige. Auch Albträume und Angstzustände würden ihr sehr zusetzen. Sie traue sich allein kaum mehr in die Öffentlichkeit. Daher sei ab November eine Therapie geplant. Dauerhaft bleibe ihr aber das geschwächte Immunsystem, nachdem in einer Not-OP die Milz entfernt werden muss.
Opfer will ihr Trauma bei Therapie verarbeiten
Bis die 21-Jährige ihr Trauma und die psychischen Folgen behandeln lassen kann, dürfte das Urteil gegen ihren Peiniger längst gefallen sein. Die achte Strafkammer am Regensburger Landgericht hat in dem Prozess bis zum 4. Oktober terminiert. Dann soll das Urteil fallen.