Ex-Freundin in Regensburg mit Obstmesser attackiert – Mann gesteht vor Gericht

Von André Baumgarten · 28. August 2023 um 19:00

27-Jähriger aus Riedenburg (Kreis Kelheim) räumt Angriff in der Ladehofstraße in Regensburg ein. Laut dem Angeklagten waren Eifersucht und ein tagelanger Drogenrausch die Gründe für die Bluttat.

Mit fünf Messerstichen in Rücken und Oberschenkel hat ein 27-Jähriger in Regensburg die junge Mutter seiner Tochter attackiert. Das hat der Angeklagte gestern zum Prozessauftakt gestanden. Weil er am 3. Januar selbst den Notruf wählte, muss er sich wegen Nötigung sowie gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Das Opfer überlebte den Angriff mit dem Obstmesser nur knapp.

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Bei drei Notrufen an jenem Dienstagnachmittag hatte der 27-Jährige laut Anklage vorgegeben, seine Ex-Freundin habe sich selbst verletzt. Noch ehe er den Rettern die Tür zur Wohnung in der Ladehofstraße öffnete, soll der Angeklagte der 20-Jährigen das Messer ein fünftes Mal ins Bein gestochen haben – damit sie den Suizidversuch auch bloß bestätige. Das sei „aus Angst vor den Folgen seiner Tat“ passiert, wie die beiden Strafverteidiger Jörg Meyer und Maximilian Keser vor Gericht betonten.

Silvester wurde noch mit Drogen in München gefeiert

Vor der Tat sollen Täter und Opfer gemeinsam Drogen genommen haben. Nach der Silvesterfeier hätte sich die junge Frau am Neujahrstag nach einem Streit von ihm getrennt. Bis zur Tat soll der 27-Jährige, der in Riedenburg im Landkreis Kelheim lebte, dann nicht mehr geschlafen haben – und weiter im Drogenrausch gewesen sein. Streit gab es in der Beziehung eigentlich immer, wie er seine Anwälte erklären ließ – unter Drogen seien sie beide aber „zwei verschiedene Menschen gewesen“.

Die Folgen der letzten Eskalation waren für die 20-Jährige drastisch: Ihr musste in einer Notoperation die Milz entfernt werden. Eine große Narbe quer über den gesamten Oberkörper wird ihr laut Anklageschrift ein Leben lang bleiben. Was für ein Martyrium sie am 3. Januar durchlebte, schilderte die junge Frau in drei Videovernehmungen bei der Kripo. Diese Aufzeichnungen will die achte Strafkammer des Regensburger Landgerichts sichten, ehe das Opfer selbst am Mittwoch im Prozess aussagen soll.

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Der Angeklagte war einst von der Polizei noch am Tatort festgenommen worden. Er kam wegen des Verdachts auf ein versuchtes Tötungsdelikt in U-Haft. Dieser Vorwurf fand wegen eines sogenannten strafbefreienden Rücktritts jedoch nicht in die Anklage. Wer seine Tat laut Gesetz freiwillig nicht vollendet oder sich ernsthaft um Hilfe bemüht und damit das Schlimmste verhindert, wird nicht bestraft.

Urteil in dem Fall soll erst am 4. Oktober fallen

Das Landgericht hat für den Prozess gegen den 27-Jährigen neun Verhandlungstage angesetzt. Der erste Kontakt mit der Justiz ist es für ihn nicht: Seit 2014 musste der Mann immer wieder wegen Körperverletzung, Bedrohung oder Nötigung vor Gericht. Bei seiner jüngsten Tat stand er zudem unter laufender Bewährung.

Der Angeklagte (re.) wurde in Fußfesseln zum Prozess vorgeführt. Foto: Baumgarten