27-Jähriger soll im Januar auf Partnerin eingestochen haben – Angriff kommt vor Gericht

Ein 27-Jähriger soll in Regensburg mehrfach auf seine Partnerin eingestochen haben. Der Vorwurf einer versuchten Tötung ist aber vom Tisch – wegen strafbefreienden Rücktritts. Ende August soll der Prozess am Landgericht starten.
Zwei brutale Angriffe auf Frauen haben zu Jahresbeginn die Domstadt erschüttert. Knapp 16 Stunden nachdem mehrere Polizeistreifen am 2. Januar in die Obermünsterstraße gerast sind, ist auch eine Wohnung in der Ladehofstraße zum Tatort geworden. Ein 26-Jähriger steht im ersten Fall wegen Mordversuchs bereits vor Gericht – nun liegt die zweite Anklageschrift vor.
Der Vorwurf eines versuchten Tötungsdelikts ist im Fall in der Ladehofstraße aber vom Tisch: In dem Prozess, der bereits Ende August startet, soll sich ein 27-Jähriger wegen Nötigung und mehreren Körperverletzung verantworten.
Der Beschuldigte soll nach dem Angriff am 3. Januar selbst den Notruf gewählt haben: Er meldete wohl zunächst einen Suizidversuch seiner Lebensgefährtin. Dass sich die damals 20-Jährige selbst verletzt hatte, schied jedoch früh aus – die junge Frau hatte Stichverletzungen im Rücken. Während der 27-Jährige mit Handschellen in einen der Streifenwagen gesetzt wurde, belastete die Frau ihren Partner massiv.
Vorwürfe: Messerstiche in Rücken und Beine
Im Streit habe der zu einem Messer gegriffen und zweimal von hinten auf sie eingestochen. Als er offenbar erkannt habe, was er angerichtet hatte, habe er den Notruf gewählt. Der 27-Jährige soll die Frau außerdem zu einer Falschaussage aufgefordert haben. Sie sollte angeben, dass sie sich selbst verletzt habe. Um dieser Nötigung Nachdruck zu verleihen, soll er der 20-Jährigen das blutverschmierte Messer auch noch einmal in den Oberschenkel gerammt haben.
Nachdem Notarzt und Rettungssanitäter die Frau am Tatort stabilisiert hatten, kam sie umgehend in ein Regensburger Klinik. Ihre tiefen Stich- und auch Schnittverletzungen mussten in einer Notoperation versorgt werden. Das gemeinsame Kind des Paares, das zur Tatzeit gegen 16.30 Uhr ebenfalls in der Wohnung war, kam bei Angehörigen der Frau unter. Polizisten hatten das Kleinkind bei ihrem Eintreffen in der Ladehofstraße sofort in Sicherheit gebracht.
Nach Abschluss der Ermittlungen der Regensburger Kripo hat die Staatsanwaltschaft bereits Ende Mai Anklage wegen Nötigung, schwerer sowie gefährlicher Körperverletzung erhoben. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher auf Nachfrage. Ein versuchtes Tötungsdelikt, wegen dem der 27-Jährige einst in U-Haft kam, werde ihm nicht mehr zur Last gelegt: „Wir gehen dahingehend von einem sogenannten strafbefreiendem Rücktritt aus.“ Der Mann habe damals selbst den Notruf gewählt.
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Für den unmittelbar bevorstehenden Prozess am Landgericht in Regensburg wurde der Angeklagte von einem psychiatrischen Sachverständigen begutachtet. Der Mann ist einschlägig vorbestraft, wie zu erfahren war. Immer wieder geriet er in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt – wiederholt beging der 27-Jährige auch Körperverletzungen und machte sich der Nötigung und auch Bedrohung schuldig. Zuletzt soll der Angeklagte im August 2018 aus der Haft entlassen worden sein.
Angeklagtem drohen bis zu zehn Jahre Haft
Wenig später dürfte er wohl die neue Partnerin kennengelernt haben, mit der er ein Kind hat. Ob es Augenzeuge des Angriffs auf seine eigene Mutter wurde, ist unklar. Dem Vater des Kleinkindes drohen bei einem Schuldspruch durch die zuständige achte Strafkammer bis zu zehn Jahre Haft. Ob der 27-Jährige sich vor Gericht zu Einzelheiten einlässt oder sogar gesteht, wollte Strafverteidiger Jörg Meyer vorerst nicht sagen. Er verwies auf den Prozessauftakt am 28. August.
Das Landgericht plant dazu laut einer Sprecherin mit Terminen bis Mitte September.