Sie kennt den Gillamoos-Style: Seraphina Krause will Dirndlkönigin 2023 werden

Sie ist für das Amt quasi geboren: Seraphina Krause kam am Gillamoos-Sonntag 2004 auf die Welt, inzwischen stylt sie als Friseurin die amtierende Dirndlkönigin. Nun will sie in ihre Fußstapfen treten und selbst die Wahl am Gillamoos in Abensberg (Landkreis Kelheim) gewinnen.
Es scheint fast, als hätte das Schicksal ihr die Krone schon in die Wiege gelegt: Seraphina Krause kam am Gillamoos-Sonntag 2004 auf die Welt. Seit sie ein kleines Mädchen ist, besucht sie den traditionsreichen Abensberger Jahrmarkt. Stets blickte sie ehrfürchtig zu den Dirndlköniginnen herauf, mit ihrem makellosen Äußeren, dem strahlenden Lächeln und der glitzernden Krone. Schon immer träumte sie davon, einmal eine von ihnen zu sein. Nun ist sie ganz nah dran. Als eine von fünf Kandidatinnen steht sie in der Endauswahl 2023.
„Es wäre mein totaler Traum“, sagt Krause und blickt aus dem Fenster auf den Abensberger Aventinusplatz. So ein bisschen adlig wirkt Seraphina Krause schon heute, wenn sie von hoch oben liebevoll auf die Menschen im Herzen Abensbergs blickt. „Es ist toll, von hier sehe ich alles, was in der Stadt los ist,“ sagt die 19-Jährige. Ihr Arbeitsplatz ist der Friseursalon Wurmdobler, mitten in der Innenstadt. Seit drei Jahren frisiert sie hier Abensbergs Bürger. Nur einfache Bürger? Nein, eine besondere Kundin hat sie auch: die amtierende Gillamoos-Dirndlkönigin Katharina Neumaier.
Tipp: Sei keine Münchnerin
„Da kriegt man viel mit“, sagt Seraphina Krause. Ein Jahr lang begleitet sie als quasi-Stylistin schon die Dirndlkönigin und lernte, was es heißt, Abensberg als Hochadel zu vertreten. Für ihre eigene Kandidatur ist das natürlich ein ordentliches Ass im Ärmel. Aber was ist er denn, der Gillamoos-Style, der die Menschenmassen bewegt und die Krone sichert?
„Das Wichtigste ist, dass du authentisch bist“, sagt Krause. Klar, gut auszusehen sei schon auch wichtig, aber die Menschen in Abensberg hätten nicht viel übrig für Leute, die sich verstellen und auftakeln würden. Vor kurzem sei eine „offensichtliche Münchnerin“ im High Society-Style über den Aventinusplatz geschlendert, erzählt Krause. Gefundenes Fressen für die Kunden im vollen Friseursalon, sagt Krause lachend: „Dann ging‘s rund: Hast du die gesehen? Wie lauft die denn rum?“
Nein, Abensberg könne man so nicht vertreten – da ist sich Krause sicher. Und so legt sie großen Wert darauf, auch in der aufregenden Wahl-Periode sie selbst zu bleiben. Dazu gehört auch, dass sie, wenn sie von ihrem Beruf und ihren Hobbies spricht, vor Begeisterung schier übersprudelt. „Ich bin gerne unter Leuten und ich quassel auch gerne“, gibt sie grinsend zu. Enthusiastisch erzählt sie zum Beispiel von der Initiative „Barber Angels“, der sie angehört und dort Obdachlosen in ganz Deutschland neue Frisuren und damit ein Stückchen Selbstbewusstsein geben will.
Trotz aller Extrovertiertheit hat Krause auch stets die Balance in ihrem Leben. So geht sie hobbymäßig gerne Bogenschießen. „Da genieße ich es schon, mal allein zu sein“, sagt sie, „du hörst nur die Pfeile fliegen, sonst ist Totenstille.“ Ähnlich geht es ihr mit ihrem zweiten Hobby: dem SUP-Paddeln.
Rummel hat sie unterschätzt
Wie wichtig so eine Auszeit sein kann, merkte sie auch sehr schnell nach ihrer Kandidatur für die Dirndlkönigin. Dieses Amt nehmen sehr viele Menschen nämlich sehr ernst. „Ich hätte nie gedacht, dass das so aufgenommen wird“, sagt Krause. Schon jetzt werde sie ständig auf der Straße und im Salon drauf angesprochen. „Das habe ich ein bisschen unterschätzt, aber es ist richtig schön.“
Jeden Tag finden Sie bei uns einen neuen Text zu einer der fünf Kandidatinnen. Das Portrait zu Petra Hame finden Sie hier. Das Portrait zu Amelie Ruhfaß finden Sie hier. Das Portrait zu Anna-Maria Hauner finden Sie hier. Das Portrait zu Anja Mittermeier finden Sie hier.
Ob Seraphina Krause die 51. Gillamoos-Dirndlkönigin wird, entscheidet sich am 4. September. Aber eines weiß die 19-Jährige: Eigentlich hat sie jetzt schon gewonnen. Und zwar nicht nur einzigartige Erfahrungen, sondern auch eine lange vergessene Freundin. Amelie Ruhfaß, die zweite gebürtige Abensberger Königinnen-Kandidatin, kannte sie schon als kleines Mädchen. „Mit Amelie bin ich auf die Grundschule gegangen. Dann haben wir den Kontakt verloren“, sagt Krause. Jetzt haben sich die beiden wiedergefunden, geeint in einem gemeinsamen Traum: Dort oben zu stehen, auf der Gillamoos-Bühne, mit makellosem Äußeren, strahlendem Lächeln und einer glitzernden Krone.

