Die Oldtimer-Queen: Petra Hame will Dirndlkönigin am Gillamoos 2023 werden

Es ist niemals zu spät – wohl kein Satz beschreibt Petra Hame aus Massing (Landkreis Rottal-Inn) so gut wie dieser. Mit Mitte 40 bricht sie aus ihrer Komfortzone aus und startet voll durch - als Sängerin, Tänzerin und nun als Kandidatin um das Amt der Gillamoos-Dirndlkönigin in Abensberg (Landkreis Kelheim). Ist sie dieser Aufgabe gewachsen?
Mit 47 Jahren krempelt Petra Hame ihr Leben noch einmal richtig um. Sie verliebt sich in den Boogie-Woogie-Tanz, steigt in die Oldtimer-Community ein, nimmt unter dem Alias „Felicia Maxx“ die ersten beiden Songs ihres Lebens auf (einer heißt sogar „It‘s Never Too Late“), geht ins Rennen um die Krone der Rottaler Mostkönigin und kandidiert nun für das prestigeträchtige Amt der Abensberger Gillamoos-Dirndlkönigin 2023.
Innerhalb weniger Jahre erfand sich Petra Hame so völlig neu. „Ich habe gerade das Gefühl, ich starte jetzt so richtig durch“, sagt Hame. Im wahrsten Sinne die Krönung wäre jetzt die Ernennung zur Dirndlkönigin. „Der Gillamoos ist der älteste Jahrmarkt in Bayern und ich die älteste Kandidatin“, sagt sie augenzwinkernd. Mit dem Altersunterschied zu den anderen Bewerberinnen kokettiert sie zwar, aber eigentlich zählen für sie innere Werte mehr als irgendeine Zahl im Ausweis. Dass Abensberg so offen und Diskriminierungs-frei ist, schätzt sie hoch.
Das perfekte Dirndl für den Gillamoos
„Ich kann mir das Königinnen-Amt einfach sehr gut vorstellen,“ sagt Petra Hame, „man lernt viele Leute kennen, man kann diese tolle Tradition pflegen.“ Und schon die ersten Menschen, die sie durch ihre Kandidatur kennenlernen durfte, hat sie ins Herz geschlossen: ihre Konkurrentinnen. „Richtig nette Mädels“ seien sie alle, ganz bodenständig und auch nicht hinterlistig. Gemeinsame Fotoshootings oder Coachings schweißen die fünf Frauen zusammen. „Es ist eine unheimlich spannende und tolle Zeit, eine ganz neue Welt, in die man eintaucht“, sagt Hame begeistert.
Und mit neuen Welten kennt sie sich dank ihrer Hobbies aus, taucht sie doch regelmäßig in die Welt der 1950er und 60er-Jahre. Dazu gehören Oldtimer und Pünktchen-Kleid genauso wie der Boogie Woogie. „Für mich ist das einfach so eine beschwingte Zeit“, sagt sie. Wären Zeitreisen möglich, könnte sie sich durchaus vorstellen, mal eine Zeit lang in den 60ern zu leben.
Am 26. Juli wurden die fünf Kandidatinnen vorgestellt. Einen Text und ein Video zu dem Event finden Sie hier.
Aber Träumerei beiseite: Es ist das Jahr 2023 und die Tage bis zum Gillamoos lassen sich an zwei Händen abzählen. Zeit also für Petra Hame, sich voll darauf vorzubereiten. Über ihr Outfit hat sie sich schon viele Gedanken gemacht. Acht Dirndl besitzt die Niederbayerin, ihr neuestes in den klassischen 50er-Jahre-Farben pastellpink und minzgrün gefällt ihr zurzeit besonders gut.
„Das passende Dirndl macht jede Frau schöner“, weiß Petra Hame. Vor allem zur Persönlichkeit müsse es passen. Und gut sitzen natürlich. Immer wenn sie auf Volksfesten unterwegs sei und besondere Tracht sehe, freue sie sich. Und das kommt häufig vor– denn es gibt kaum ein Fest, auf das Petra Hame nicht geht. „Auf Festl zu gehen, gehört für mich einfach zu Bayern dazu“, sagt sie. Sei es der Gillamoos, das Gäubodenfest oder die Gerner Dult in ihrem heimatlichen Rottal.
Unterstützung aus dem Rottal
Ja, das „heimatliche Rottal“ - das bedeutet, Petra Hame ist die Dirndlköniginnen-Kandidatin mit der weitesten Anreise: Aus Massing (Landkreis Rottal-Inn) nämlich. Ob das ein Nachteil gegenüber den anderen Anwärterinnen ist, wird sich am 4. September, dem Wahltag, herausstellen. „Die Fanclubs der Einheimischen darf man nicht unterschätzen“, sagt Hame. Sie selbst hofft, viele Unterstützer aus dem Rottal für die Wahl auf dem Gillamoos mobilisieren kann. Denn entscheiden wird das Publikum.
Hame hofft, dass die Wahl spannend wird, „und dass die Leute auch einer Nicht-Einheimischen eine Chance geben.“ Als Niederbayerin sei sie außerdem ja im Herzen ganz nah dran an Abensberg.
Wie umkämpft aber solche Wahlen sein können, lernte sie bereits vor zwei Jahren, als sie Rottaler Mostkönigin werden wollte. „Damals hat es leider nicht gereicht“, sagt Petra Hame und ergänzt selbstbewusst mit Blick auf den Gillamoos: „Aber was ned ist, kann ja noch werden.“

