Gute Laune in Person: Amelie Ruhfaß will Dirndlkönigin am Gillamoos 2023 werden

Von Daniel Pfeifer · 23. August 2023 um 15:00

Als Fußballerin beim TSV Abensberg kennt sie wohl die halbe Stadt: Amelie Ruhfaß ist bekannt für ihre ansteckende Fröhlichkeit gegenüber Freunden und Fremden zugleich. Nun will sie Dirndlkönigin 2023 des Gillamoos in Abensberg (Landkreis Kelheim) werden. Das Amt scheint wie gemacht für die Frohnatur.

Rückblick zum 26. Juli 2023: Die Abendsonne taucht die Abensberger Liebesinsel in ein warmes Licht. Fünf Frauen marschieren in fescher Tracht zu epischer Musik auf eine Bühne, wo sie feierlich als Kandidatinnen für die diesjährige Wahl zur Gillamoos-Dirndlkönigin verkündet werden. Sie alle strahlen, sie alle werden bejubelt, sie alle haben ihre Fans. Doch eine ist dabei, die strahlt etwas breiter, wird etwas lauter bejubelt und hat etwas leidenschaftlichere Fans: Amelie Ruhfaß. Von den fünf Kandidatinnen ist sie in der Stadt die wohl bekannteste.

Wird diese große Unterstützung genug sein, damit sie am 4. September im Festzelt die Krone entgegen nehmen kann? Nun, warum fragen wir das nicht ihre Fans? „Ja freilich. Ich wüsste keine bessere“, sagt Sandra Forstner wie aus der Pistole geschossen. Seit dem Kindergarten kennen sich die beiden Abensbergerinnen. Für das Amt der Dirndlkönigin qualifiziere die „Ame“, wie sie von ihren Freunden genannt wird, „ihre positive Art und einfach ihr Umgang mit Menschen.“

TSV Abensberg stärkt ihr den Rücken

Das schlägt sich vor allem im Vereins-Engagement von Ruhfaß nieder, unter anderem beim TSV Abensberg. „Sie ist unser Kabinen-DJ und sie bringt Motivation, auch wenn mal schlechte Tage sind“, erzählt Kathi Weiß. Die beiden spielen gemeinsam in der Damen-Fußballmannschaft des TSV. Dort ist Ruhfaß nicht nur Passgeberin im Mittelfeld für ihre Teamkolleginnen, sondern auch als Organisatorin von Feiern, von Ausflügen oder als Helferin beim Torwandschießen am Gillamoos.

Jeden Tag finden Sie bei uns einen neuen Text zu einer der fünf Kandidatinnen. Die erste, Petra Hame, finden Sie hier.

Und nicht zuletzt hält sie den Kopf hin, wenn es ums Ganze geht. Wenn dann wieder mal das heiße Derby mit Neustadt ansteht zum Beispiel. „Man kann sich immer auf Ame verlassen“, sagt Amelies Teamkollegin, größter Fan und Zwillingsschwester Karolin Ruhfaß. „Sie kassiert auch mal die Gelbe Karte für uns, wenn‘s drauf ankommt“, sagt sie. Auch privat sei sie hilfsbereit und immer für andere Menschen da. „Ich bin unendlich dankbar, dass ich sie habe.“

Bei all diesen positiven Worten ist es auch wenig verwunderlich, dass Freunde, Familie und die Kolleginnen des TSV Abensberg bei der Wahl am 4. September voll hinter Ruhfaß stehen werden. Aber auch aus den Reihen des Burschenvereins, der „Aventinus Buam“, kann sie sich über Unterstützung freuen. Und schlussendlich drücken auch die Trainer und Kunden des Fitnessstudios „Positiv Fitness“ in Abensberg ganz fest die Daumen – dort arbeitet Ruhfaß neben ihrer Ausbildung zur Steuerfachangestellten bei RNHS.

Und was sagt die Kandidatin selbst zu all dieser enthusiastischen Fürsprache? Ein leises „Wow“ und ein geschmeicheltes Grinsen sagen alles. „Mir würde es schon wirklich viel bedeuten“, fährt sie fort. Ihr ganzes Leben lang ist die gebürtige Abensbergerin schon auf dem Gillamoos und träumt davon, einmal Dirndlkönigin zu sein. Dementsprechend ehrgeizig ist sie auch. Hier zeigt sich die zielstrebige Fußballerin, die als erste 20 Minuten vor Trainingsbeginn auf dem Platz steht und sich warmläuft. „Wenn ich was mache, ziehe ich es auch durch“, sagt sie selbstbewusst, „und wenn ich mich zur Wahl anmelde, dann will ich schon auch gewinnen.“

Tränen bei Kathi Neumaier

Wenn Amelie Ruhfaß über den Gillamoos redet, wird sie schnell emotional. „Vielleicht bin ich manchmal zu emotional“, gibt sie zu. Als Katharina Neumaier, eine gute Bekannte, im vergangenen Jahr zur Königin gewählt wurde, saß sie mit Tränen in den Augen im Publikum. Und auch, wenn sie in Abensberg fortgeht, ist sie oft diejenige, die am lautesten lacht, sagen ihre TSV-Kolleginnen. „Ihr Lächeln ist einfach echt, das merkt man“, sagt Sandra Forstner. Wenn es eines gebe, was man mit ihr verbinde, dann gute Laune.

Mit dieser ansteckenden Fröhlichkeit will Ruhfaß es nun auch bis zur Dirndlkönigin bringen – einem der vielleicht prestigeträchtigsten Ämter Abensbergs. Und auch wenn der Job als Königin nicht einfach sei – für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, ihre Heimat über die Region hinaus vertreten zu wollen. „Ich liebe es hier. Wenn ich über den Stadtplatz gehe, kenn ich hier jemanden, dort jemanden“, erzählt sie begeistert. „Und ich weiß, dass ich auch in 40 Jahren noch in Abensberg sein werde. Keine Frage.“

Erinnerung an den Gillamoos 2007: Seit ihrer Kindheit ist Amelie Ruhfaß (li.) mit ihrer Schwester auf dem Jahrmarkt. Foto: Kurt Ruhfaß
Die Dirndlkönigin vertritt Abensberg symbolisch für ein Jahr lokal und über die Region hinaus. Foto: Daniel Pfeifer