Messer-Attacke mitten in Regensburg: 17-Jähriger schwer verletzt – Verdächtiger (25) in U-Haft

Auf dem Ernst-Reuter-Platz in Regensburg soll ein 25-Jähriger einen Jugendlichen angegriffen haben. Die Kripo ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts mitten in der Stadt. Der Angreifer kam in U-Haft.
Wieder erschüttert ein versuchtes Tötungsdelikt die Stadt: Am Montag ist ein 17-Jähriger in Regensburg Opfer einer blutigen Attacke geworden. Auf offener Straße soll ihn ein 25-Jähriger im Bahnhofsbereich von hinten angegriffen und schwer verletzt haben. Es ist die fünfte Bluttat in weniger als vier Monaten. Der verdächtige Tunesier wurde verhaftet und kam in U-Haft – der Vorwurf gegen ihn lautet auf versuchten Totschlag.
Messer in Rücken gerammt
Das Polizeipräsidium Oberpfalz bestätigte den Vorfall am Mittwoch offiziell. Die Attacke gegen den 17-Jährigen soll demnach auf dem Ernst-Reuter-Platz passiert sein. Gegen 20.35 Uhr, also noch bei Tageslicht, soll der Angreifer seinem Opfer mit Wucht ein Messer in den Rücken gerammt haben. „Dem ganzen ging wohl ein Streit voraus“, sagte Polizeisprecherin Tanja Hausladen.
Der Jugendliche, der ebenfalls aus Tunesien stammt, musste stationär in einem Krankenhaus behandelt werden, konnte die Klinik aber bereits wieder verlassen. Der Angreifer flüchtete vom Tatort, wurde aber wenig später von der Polizei festgenommen. Die Kripo sucht Zeugen, die Angaben zu dem blutigen Vorfall machen können. Hinweise werden unter ✆Telefon 0941/506-2888 entgegengenommen.
Von der Tat soll es ein Video geben – der Bahnhofsbereich in Regensburg ist seit langem videoüberwacht. Was die Aufnahmen zeigen, wollte die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ noch nicht sagen.
Verdächtiger kam barfuß zur Haftbefehlseröffnung
Mordermittler der Regensburger Kriminalpolizei führten den 25-Jährigen am Dienstagnachmittag beim Amtsgericht vor. Der Mann kam barfuß und in Handschellen samt Bauchgurt zur Ermittlungsrichterin. Die erließ Haftbefehl wegen versuchten Totschlags gegen ihn. Danach wurde der Mann von den Beamten in die JVA gebracht. „Ermittlungen zu den Hintergründen laufen derzeit auf Hochtouren“, sagte Hausladen.
Weitere Attacken beschäftigen Ermittler in Regensburg
Der Vorfall ist nicht der einzige, der die Ermittler gerade fordert: Vor wenigen Wochen schlug eine Messerstecherei in der Hornstraße in Regensburg hohe Wellen. Dort war am 27. Juni offenbar ein Kokain-Deal im Kasernenviertel völlig aus dem Ruder gelaufen. Fünf Männer gingen nach ersten Erkenntnissen mit Messern aufeinander los und verletzten sich. Gegen vier Syrer und Iraker ergingen Haftbefehle, von denen einer unter strengen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.
Nur zwei Tage zuvor kam es am Kopf der Steinernen Brücke in Regensburg zu einem Übergriff. Dort hatte ein 30-Jähriger am 25. Juni, gegen 3.45 Uhr unvermittelt einen Passanten attackiert. Laut Polizei hatte der 48-Jährige dem zuvor gestürzten Mann helfen wollen. Selbst als der Helfer schon zu Boden gegangen war, schlug und trat der Angreifer wohl weiter auf ihn ein.
Der 30-Jährige konnte erst durch eine Augenzeugin dazu bewegt werden, aufzuhören. Im psychischen Ausnahmezustand flüchtete er zunächst, konnte aber nur später festgenommen werden und kam in Untersuchungshaft.
23-Jährige mit Messerstichen schwerst verletzt?
Elitepolizisten des SEK holten Ende April in Burgweinting einen 18-Jährigen aus der Wohnung seiner Mutter. Ihm wird Vergewaltigung und versuchter Mord vorgeworfen. Der junge Mann soll am 22. April in einem Waldstück über eine Internetbekanntschaft hergefallen und der 23-Jährigen danach mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Die Frau rettete sich blutüberströmt in eine nahe Tankstelle. Der mutmaßliche Täter wurde weniger als 24 Stunden später gefasst.
In Regenstauf soll am 12. Mai der getrennt lebende Ehemann einer jungen Frau einen Topf voll heißem Öl über den Körper geschüttet haben. Er kam wegen versuchten Mordes in U-Haft. Ähnlich erging es zwei Männern, die Ende März einen Senior in Sinzing überfallen haben sollen. Die Männer kehrten nach dem brutalen Angriff auf einen 97-Jährige sogar an den Tatort zurück, um den Tresor aus dem Haus zu holen.