Nach Bericht der MZ: Stadt Schwandorf setzt neue Parkregel in der Zengerstraße um

Von Philipp Breu · 6. August 2026 um 05:00

Etwa sechs Wochen ist es her, dass die Mittelbayerische Zeitung über den Parkärger in der Schwandorfer Zengerstraße berichtet hat. Nun hat die Stadt reagiert und die Vorschriften angepasst. Kehrt jetzt endlich Ruhe ein?

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Seit Jahren ist die Situation für die Anwohner der Zengerstraße im Kreuzbergviertel unbefriedigend. Denn seit der Erneuerung der Fahrbahn in den Jahren 2017 und 2018 geht es dort enger zu als zuvor. Die Folge: Spiegelklatscher und Parkrempler waren an der Tagesordnung. Nur selten gelang es, die Verursacher ausfindig zu machen.

Bislang gab es in der Zengerstraße kein offizielles Parkverbot. Anwohner ohne ausreichende Stellplätze parkten ihre Autos deshalb am Fahrbahnrand. Oft war nahezu die komplette Straße zugeparkt. Besonders eng wurde es zwischen dem Rewe und der Kreuzung zur Schillerstraße. Davon berichtete auch ein Anwohner, der sich vor einigen Wochen bereit erklärte, mit der MZ über die Problematik zu sprechen.

Die Restfahrbahnbreite reichte nicht aus

Erst kürzlich wurde sein am Straßenrand abgestelltes Auto erneut beschädigt. Der Unfallverursacher machte ihn sogar für den Schaden verantwortlich, weil er seinen Wagen auf der ohnehin schon engen Fahrbahn abgestellt hatte. Die Polizei maß daraufhin nach – und tatsächlich: Das Auto hätte dort gar nicht stehen dürfen. Denn laut Straßenverkehrsordnung muss eine Restfahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern bleiben. In diesem Fall waren es jedoch nur 2,30 Meter.

Die Polizei drohte dem Anwohner mit einem Verwarnungsgeld von 55 Euro. Er hielt das für einen schlechten Scherz und argumentierte gegenüber der MZ, dass die Stadt Schwandorf doch selbst für die enge Situation verantwortlich sei. Denn im Zuge der Sanierung 2017 und 2018 seien die Gehwege verbreitert worden. Hinzu kam, dass sich die Anwohner mit teilweise fünfstelligen Summen an den Kosten beteiligen mussten. Der Freistaat Bayern erstattete später zwar einen Großteil der Beiträge – allerdings erst nach langem Hin und Her.

Nun dürfen Autos auf dem Gehweg parken

Der Zeitungsartikel vom 17. Juni zeigte offenbar Wirkung. Die Stadt Schwandorf hat reagiert und die Parkregeln zumindest im besonders engen Abschnitt der Zengerstraße angepasst. Seit einigen Tagen weisen Schilder darauf hin, dass nun das Parken am Gehweg erlaubt ist. Rampen und Markierungen sollen dafür sorgen, dass die Fahrzeuge weit genug auf den Gehsteig fahren und die vorgeschriebene Restfahrbahnbreite so eingehalten wird.

So sah die Situation noch vor wenigen Wochen in der Zengerstraße aus: Die Autos durften noch nicht am Gehsteig parken. Das führte dazu, dass die Straße zu eng wurde. - Foto: Philipp Breu, Archiv

Wie Pressesprecher Andreas Hofmeister erklärt, wurden dort acht offizielle Parkplätze geschaffen. Die Rampen und die Beschilderung gelten ausschließlich für den Abschnitt zwischen dem TWF-Gelände und der Schillerstraße. „Eine Ausweitung auf die gesamte Straßenlänge ist derzeit nicht geplant, da der Stadt Schwandorf für die übrigen Bereiche bis dato keine Probleme bekannt sind, die eine solche Regelung erforderlich machen würden“, so Hofmeister.

Gemischte Reaktionen unter Anwohnern der Zengerstraße

Die neue Regelung sprach sich in der Nachbarschaft schnell herum. Der Anwohner, der vor einigen Wochen noch mit der MZ über die Parkproblematik gesprochen hatte, ist zufrieden. „Auch wenn die Lösung natürlich lange auf sich warten ließ“, sagt der Mann nun, der weiter anonym bleiben möchte.

Teresa Dobler, die nur ein paar Häuser weiter wohnt, kann sich mit den neuen Vorschriften dagegen nicht anfreunden. Sie bezweifelt, dass sich die Situation dadurch erheblich verbessert. „Die Autos werden ja immer mehr und immer größer“, sagt sie. Außerdem hat sie wenig Hoffnung, dass das Ordnungsamt regelmäßig kontrolliert und Verkehrsteilnehmer konsequent verwarnt, die sich nicht an die Regeln halten.

Die Rentnerin fragt sich zudem, warum die Stadt erst jetzt reagiert. Das Problem sei seit der Sanierung 2017 bekannt und mehrfach im Rathaus angesprochen worden. Dobler zückt einen Ordner. Darin befinden sich dutzende Fotos. Sie zeigen die zugeparkte Fahrbahn und gefährliche Verkehrsmanöver von Lastwagen. Außerdem sind zahlreiche Briefe abgeheftet, die ihr mittlerweile verstorbener Mann mit der Stadt und der Regierung der Oberpfalz gewechselt hat. „Wir haben für die Straßensanierung so viel Geld zahlen müssen und dann sowas“, schimpft Dobler.

Parken in der Zengerstraße birgt wohl auch weiter Konfliktpotenzial

Knapp zehn Jahre schwelt der Konflikt mit der Stadt Schwandorf nun schon, und die Seniorin ist nach eigenen Worten mit den Nerven am Ende. Die Jahre, in denen die Fahrbahn nicht breit genug für zwei Fahrzeuge war, hätten ihre Spuren hinterlassen – nicht nur mental. Teresa Dobler deutet auf den Gehsteig vor ihrem Haus, der eine deutliche Delle aufweist. „Das kommt davon, wenn täglich Autos und Lastwagen auf dem Gehweg fahren müssen, um vorbeizukommen“, erklärt sie.

Die Schäden am Haus und am Gehweg führt Teresa Dobler darauf zurück, dass Autos und Lastwagen über Jahre über den Gehsteig fahren mussten. Denn für zwei Fahrzeuge war aufgrund der Parksituation kein Platz. - Foto: Philipp Breu

Die Schwandorferin ist sich auch sicher, dass die Risse an ihrer Hausfassade und in den Ecken ihrer Wohnung auf dieselbe Problematik zurückzuführen seien. Auf Nachfrage der MZ sagt der städtische Pressesprecher Andreas Hofmeister jedoch: „Der Stadt sind in diesem Bereich keine Schäden am Gehweg bekannt. Auch größere Risse an der genannten Hausfassade konnten vor Ort nicht festgestellt werden. Unabhängig davon ist die Stadt für eine mögliche Sanierung von Rissen an privaten Gebäudefassaden nicht zuständig.“

Das Parken in der Schwandorfer Zengerstraße – es wird wohl auch mit der neuen Regel ein Thema mit Konfliktpotenzial bleiben.

Sollte Spielplatz für Parkflächen weichen?

Vorschlag: Eine nachhaltige Verbesserung der Parksituation in der Zengerstraße und im gesamten Kreuzbergviertel sieht Teresa Dobler darin, den Spielplatz in der Karmelitenstraße aufzulösen. Dieser werde von Kindern kaum genutzt und sei ohnehin seit Monaten wegen dringender Sanierungsarbeiten gesperrt.

Reaktion: Die Stadt Schwandorf erteilt diesem Vorschlag allerdings eine klare Absage. „Der Spielplatz soll Spielplatz bleiben“, sagt Pressesprecher Hofmeister. Man wolle an der geplanten Sanierung festhalten und werde entsprechende Maßnahmen ergreifen. Zum genauen Zeitplan konnte die Stadt aber noch keine genauen Angaben machen.