Weinbar in prominentem Leerstand: Schwandorfer erfüllt sich Traum vom eigenen Lokal

Es gibt sie noch, die erfreulichen Nachrichten aus der Schwandorfer Innenstadt: An der Friedrich-Ebert-Straße füllt sich ein prominenter Leerstand mit neuem Leben. Sebastian Riedl eröffnet direkt gegenüber des Schreiner-Schmuckgeschäfts ein Lokal, das eine Mischung aus Vinothek und Bar ist. Auch sein Eventservice wird dort einziehen.
In dem Gebäude mit der Adresse Friedrich-Ebert-Straße 21 war ehemals der Schuhlöffel untergebracht, zuletzt betrieb Sophie Weber hier ihren Friseursalon. Nach deren Umzug stand die Filiale längere Zeit leer – bis mit Sebastian Riedl ein junger Schwandorfer zuschlug, der sich nun den lang gehegten Traum vom eigenen Lokal erfüllt. Der 24-Jährige ist in der hiesigen Gastroszene kein Unbekannter. Er ist gelernter Hotelfach- und -kaufmann und betreibt schon länger einen erfolgreichen Eventservice im Nebenerwerb.
In der Vergangenheit durfte er schon viele Firmenfeiern, Hochzeiten oder Geburtstage organisieren. Und auch bei größeren Veranstaltungen wie dem Schwandorfer Bürgerfest oder der langen Einkaufsnacht „Schwandorf bei Mondschein“ war er mit einem Stand vertreten. Nun kommt mit dem eigenen Lokal ein weiteres Standbein dazu. Nach einer passenden Location suchte Riedl schon seit über einem Jahr, wie er erzählt. Über das Stadtmarketing kam er mit Gregor Plössl in Kontakt, der am Marktplatz ein Schuhhaus betreibt und einen Nachmieter für seine Immobilie an der Friedrich-Ebert-Straße suchte.
Einkauf, Beratung und Gastro
Mittlerweile ist die Tinte auf dem Pachtvertrag getrocknet. Auch die Sanierung ist abgeschlossen, nun fehlt nur noch die Einrichtung. Das neue Lokal unter dem Namen „Ried(e)l Eventstudio: Vinothek, Bar und Eventplanung“ soll Einkaufen, Beratung und Gastro miteinander verbinden. Der Fokus liegt auf Wein. Zunächst sollen Tropfen aus Deutschland und Italien kredenzt werden – auch welche, die es nur an ausgewählten Adressen zu kaufen gibt. Aber auch Bier- und Spritzgetränke stehen auf der Karte, versichert der Wirt. Dazu soll es kleine Häppchen geben. Einmal im Monat ist Livemusik geplant.
In den Räumlichkeiten, die auch für private Veranstaltungen und Firmenfeiern gemietet werden können, haben rund 30 Gäste Platz. Riedl setzt bei der Einrichtung auf ein modernes und gemütliches Ambiente – mit kleinen Gadgets wie Lautsprecherboxen mit integriertem Weinkühler. Erste Bilder hängen bereits an den Wänden. Sie zeigen Fotos von Menschen und idyllische Plätze im Oberpfälzer Seenland. Darauf sind Zitate zu lesen, die sich allesamt rund um das Thema Erfolg drehen. „Es scheint immer unmöglich, bis es getan ist“ oder „Der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist zu lieben, was man tut“. Sprüche, die von großen Persönlichkeiten wie Nelson Mandela oder Steve Jobs stammen und die sich Sebastian Riedl offenbar zu Herzen genommen hat.

Denn mangelndes Engagement kann man dem jungen Schwandorfer wahrlich nicht vorwerfen. Schließlich wird er das neue Lokal neben seinem Vollzeitjob betreiben. Auch am Eventservice, der ebenfalls in die Räumlichkeiten umzieht, wird er festhalten. Montag und Dienstag sollen die Gäste künftig jeweils am Abend rund um das Thema Veranstaltungen beraten werden. Außerdem können sie Weinflaschen und kleinere Köstlichkeiten vor Ort kaufen. Von Mittwoch bis Samstag herrscht dann Barbetrieb, ebenfalls am Abend. Am Sonntag ist zu.
Die Gastronomie in Schwandorf soll nicht aussterben
Einen fixen Öffnungstag gibt es noch nicht. Immerhin steht aber ein grober Zeitraum fest, der sich zwischen 15. September und 10. Oktober bewegt. „Gleich am 18. und 19. September mit dem Wochenende zu starten, wäre natürlich klasse“, sagt Riedl. Genug Personal stehe jedenfalls bereits zur Verfügung. Neben dem Wirt werden drei weitere Angestellte für das Wohl der Gäste sorgen und natürlich auch beratend zur Seite stehen, um für jeden Gaumen das passende Getränk zu finden.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Konzept aufgeht. Dass es in der Schwandorfer Innenstadt zuletzt deutlich mehr Schließungen als Öffnungen gegeben hat, ist natürlich auch an dem künftigen Gastronom nicht vorbeigegangen. „Die Gefahr besteht natürlich, dass mir das gleiche Schicksal droht“, so Riedl. Er ist aber zeitgleich vom Potenzial seines Lokals überzeugt und will seinen Beitrag dazu leisten, dass die Gastronomie in Schwandorf nicht ausstirbt: „Ich will einfach dafür sorgen, dass Menschen in Schwandorf einen schönen Abend haben“, sagt er – und er kann es kaum erwarten, bis es endlich los geht.
Schaufenster, die zum Stöbern einladen
Passage: Direkt neben dem Lokal will Sebastian Riedl für einen besonderen Blickfang sorgen. Im Durchgang, über dem noch das Logo vom Schuhlöffl prangt, soll die „Schwandorfer Passage“ entstehen.
Produkte: In den Schaufensterflächen sollen diverse Wein-, Sekt- und Bierflaschen ausgestellt werden. Außerdem will Riedl einer kleinen, lokalen Lebensmittelmanufaktur eine Präsentationsfläche bieten. Die Produkte wird es vor Ort zu probieren und auch zu kaufen geben.