Kaiser-Therme in Bad Abbach: Selbst ernannter „Investor“ sorgt für Wirbel – Gerücht macht Runde

Von Martin Rutrecht · 6. August 2026 um 05:00

In eineinhalb Monaten fällt die Entscheidung über die Privatisierung der Kaiser-Therme in Bad Abbach (Landkreis Kelheim). Dieser Tage spielte sich eine skurrile Posse um den Verkauf ab: Ein älterer Mann behauptet in der Öffentlichkeit, er sei der „Investor“. Was nicht stimmt.

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Die Kaiser-Therme soll im September an einen privaten Geldgeber übergehen. Der bisherige öffentliche Träger, der Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach, beschloss vor zwei Jahren seinen Ausstieg. Ein Verkaufsprozess wurde eingeleitet. „Aufgrund der bislang vorliegenden Angebote gehen wir von einem erfolgreichen Abschluss aus“, sagte Zweckverbands-Geschäftsleiterin Katrin Landes Mitte Juli unserer Zeitung. Man befinde sich mit den Gesprächen auf der Zielgeraden.

Damit wäre der Fortbestand der Therme gesichert. Der Zweckverband, im dem der Bezirk Niederbayern (60 Prozent Anteil), der Landkreis Kelheim und der Markt Bad Abbach (je 20 Prozent) vertreten sind, wird in einer Sondersitzung über den Verkauf entscheiden. Geplant war, dass der Betrieb der Therme am 30. September 2026 vom öffentlichen Träger auf den neuen Eigentümer übergeht. Das könnte sich auch verschieben, deutete Landes an, ändere aber nichts am erfolgreichen Verkaufsabschluss.

Die große Frage: Wer ist der Investor?

Im Kurort fragen sich viele Bürger gespannt: „Wer ist der Investor? Und was hat er vor?“ Die rund 30 Jahre alte Therme bedarf laut Zweckverband einer aufwendigen Sanierung, will man sie in bisheriger Form (und mit modernisiertem Angebot) weiter betreiben.

Irritationen in Bad Abbach rief jetzt ein älterer Mann (Name der Red. bekannt) hervor. Er sei der Käufer, die Mitarbeiter müssten sich um die Zukunft keine Sorgen machen – mit diesen Worten soll er nach übereinstimmenden Informationen aus dem Kurort gegenüber Beschäftigten aufgetreten sein.

Nicht nur das: Er wandte sich auch an unsere Zeitung, um sich als Investor vorzustellen und die Öffentlichkeit zu informieren. Zusammen mit „Partnern“ werde er die Kaiser-Therme kaufen und nannte eine hohe Millionen-Summe, die er zahlen würde. Bei einem Treffen könne man gerne einen Rundgang durch „meine“ Therme machen, bot der angeblich 80-Jährige dem Reporter an. Mittelfristig wolle er das Kurbad und die umliegenden Grundstücke einem Immobilien-Unternehmer übereignen.

Rätselraten um die Beweggründe

Eine Rückfrage beim Zweckverband und auch bei Bad Abbachs Bürgermeister Benedikt Grünwald ergab: Nichts davon ist wahr. „Der genannte Herr ist nicht der Käufer“, erklärte Geschäftsleiterin Landes. Sie habe „nicht die geringste Ahnung“, warum er sich dafür ausgebe. Mit seinen falschen Aussagen konfrontiert, sagte der Mann der MZ: „Dann kaufe ich die Therme halt nicht.“

Als Gerücht wabert durch Bad Abbach, dass neben der Therme ein Hotel entstehen soll. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. Klarheit wird erst herrschen, wenn der Zweckverband den Verkauf in seiner Sondersitzung beschließt.